Schorndorf

Stammzellspende ist seine einzige Überlebenschance

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Der 13-jährige Maximilian aus Plüderhausen (Mitte) vor seiner Erkrankung mit seinen beiden jüngeren Brüdern Ari (links) und Leonidas (rechts). © Laura Edenberger

Plüderhausen. Der 13-jährige Maximilian Mayer aus Plüderhausen ist an Blutkrebs erkrankt. Eine Stammzellspende ist seine einzige Überlebenschance. Bisher wurde jedoch noch kein geeigneter Stammzellspender gefunden. Der SV Plüderhausen, Max' Sportverein, setzt sich deshalb für den Jungen und andere Leukämie-Patienten ein und veranstaltet gemeinsam mit der DKMS am kommenden Sonntag eine Typisierungsaktion, bei der sich potenzielle Spender registrieren lassen können.


Alle Informationen zur Typisierungsaktion finden Sie hier.


Max kämpft bereits zum zweiten Mal gegen den Krebs. Seine Erstdiagnose bekam er im Mai 2017: Damals war er an Lymphknotenkrebs erkrankt. Lange Krankenhausaufenthalte und Chemotherapien bestimmten fortan seinen Alltag. Zur Schule gehen, Fußball spielen und sich mit Freunden treffen konnte er erst einmal nicht mehr. Im Januar 2018 dann ein Lichtblick: Der Krebs war besiegt, es ging wieder bergauf. Doch nur acht Monate später gab es den nächsten Schicksalsschlag. Diagnose diesmal: Blutkrebs.

Chemotherapien schlagen nicht mehr an

Eigentlich würde Max heute in die achte Klasse der Hohberg-Realschule in Plüderhausen gehen, doch den Unterricht konnte er in diesem Schuljahr noch gar nicht besuchen. Seit September liegt der Plüderhäuser stationär im Universitätsklinikum in Tübingen, sein Zustand ist kritisch. Der Krebs ist mittlerweile so aggressiv, dass nicht einmal mehr Chemotherapien anschlagen. Das einzige was Max jetzt noch retten könnte, ist eine Stammzellspende. Dafür muss allerdings erst einmal ein geeigneter Spender mit nahezu denselben Gewebemerkmalen gefunden werden - und das ziemlich schnell.

Max will nicht aufgeben

Max' Mutter Marianthi Mayer weiß, wie schlecht es um ihren Sohn steht. Sie wollte ihm jedoch selbst die Entscheidung überlassen, ob er weiter behandelt werden oder keine weiteren Strapazen mehr auf sich nehmen möchte. Ihm beizubringen, dass er ohne weitere Behandlung eine Lebenserwartung von ein bis zwei Monaten gehabt hätte, war "das schlimmste, was ich ihm jemals sagen musste." Doch für den 13-Jährigen kommt Aufgeben nicht infrage: "Er hat mich angeschaut und gesagt: Mama, es gibt noch eine Chance, dann kämpfen wir eben weiter."

Die Mutter ist ständig bei ihrem Sohn

Anfang des Jahres wurde Max dann von der onkologischen Station auf die keimfreie Transplantations-Station verlegt. Sein Zimmer darf er nicht mehr verlassen. Zu hoch wäre das Risiko, dass er mit Keimen und Bakterien, die ihm schaden würden, in Kontakt kommt. Allein ist er dennoch nicht: Marianthi Mayer ist in Tübingen in ein Wohnheim für Eltern gezogen und kann so ständig bei ihrem kleinen Patienten sein. Max' Vater und seine beiden Brüder Ari (elf Jahre) und Leonidas (neun Jahre) leben zuhause in Plüderhausen. Wenn die drei manchmal am Wochenende zu Besuch sind, wird viel gelacht, gequatscht und gezockt. Zocken - obwohl der 13-Jährige sehr schwach ist, kann er das immer noch gut. Seine Mutter bezeichnet ihn als einen leidenschaftlichen Zocker. Auf seinem Zimmer ist Max mit Handy, Laptop und Playstation ausgestattet und kann so vom Krankenbett aus auch mit seinen Freunden in Kontakt bleiben.

Sportverein will Max und anderen Patienten helfen

Damit er wenigstens die Chance bekommt, wieder nach Hause zu können und vielleicht sogar irgendwann wieder mit seinen Freunden auf dem Fußballplatz zu stehen, muss für Max ein passender Stammzellspender gefunden werden. Sein Sportverein, der SV Plüderhausen, möchte dabei nichts unversucht lassen: Gemeinsam mit der DKMS organisiert er eine Registrierungsaktion in Plüderhausen. Unter dem Motto "Max will leben!" will der SV  die Menschen in der Region dazu bewegen, sich in die Deutsche Knochenmarkspenderdatei aufnehmen zu lassen. Nur so erhöht sich die Chance, dass für Max und auch für andere an Blutkrebs erkrankte Patienten ein geeigneter Spender gefunden wird. 

Die Zeit rennt

Jochen Faust, Jugendtrainer beim SV, hat gemeinsam mit einem Organisationsteam 45 ehrenamtliche Helfer zusammengetrommelt, die bei der Typisierungsaktion helfen werden. Er rechnet damit, dass sich um die 500 Spender registrieren lassen werden und hofft, dass Max damit geholfen werden kann.

Die Zeit rennt jedoch, denn bereits Ende Januar soll bei dem 13-Jährigen eine Stammzell-Transplantation durchgeführt werden. Wenn bis dahin kein geeigneter Spender gefunden wurde, dann werden bei Max die Stammzellen seiner Mutter eingesetzt. Die Gewebemerkmale würden zumindest zu 50 Prozent übereinstimmen, erklärt die Mutter. Laut DKMS-Aktionsbetreuerin Laura Riedlinger ist es üblich, dass jemand aus der Familie seine Stammzellen spendet, wenn kein passender Spender gefunden wurde. "Das kann funktionieren, muss aber nicht", erklärt sie. "Eine Spende ist eine Chance, aber niemals eine Garantie." Ob Max den Blutkrebs besiegen kann, bleibt ungewiss.


DKMS und Typisierungsaktion

Die Typisierungsaktion "Max will leben!" findet am Sonntag, den 20. Januar 2019 von 13 bis 17 Uhr in der Staufenhalle in Plüderhausen statt. Wer sich in die DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) aufnehmen lassen möchte, wird zunächst einmal von den Helfern vor Ort über das Verfahren aufgeklärt. Entscheidet man sich für eine Stammzellspende, wird mit einem Wattestäbchen ein Abstrich der Wangenschleimhaut gemacht. Anschließend muss man dann noch ein Formular mit seinen Kontaktdaten und Angaben zur Person ausfüllen - das war es dann erst einmal.

Bei der DKMS werden die Daten eines jeden Spenders dann im Labor ausgewertet. Bis die Daten in die Spenderdatei aufgenommen werden, können laut Riedlinger bis zu sechs Wochen vergehen. In dieser Zeit könnte allerdings schon aus einer anderen Registrierungsaktion ein Stammzellspender für den Patienten hervorgegangen sein.

Laut der DKMS kann sich grundsätzlich jeder, der zwischen 17 und 55 Jahre alt ist und an keiner chronischen oder autoimunen Krankheit leidet, als potenzieller Stammzellspender registrieren lassen. Zudem sollte man mindestens 50 Kilogramm wiegen und kein starkes Übergewicht haben. (Der BMI sollte nicht mehr als 40 betragen). 

Spender, deren Daten bereits vor einiger Zeit aufgenommen wurden, müssen sich nicht mehr neu registrieren lassen.

Jede Registrierung kostet die DKMS 35 Euro. Die gemeinnützige Gesellschaft nimmt daher auch Spendengelder entgegen. So werden laut Jochen Faust auch alle Einnahmen, die bei der Aktion am Sonntag zum Beispiel beim Kuchen- und Brötchenverkauf gemacht werden, an die Organisation gehen.

Wer direkt an die DKMS spenden möchte, kann das an folgendes Konto tun: DKMS-Spendenkonto: Commerzbank; IBAN DE42 7004 0060 8987 0000 11; Verwendungszweck: Max

Man kann sich auch online registrieren lassen. Alle weiteren Informationen dazu finden Sie auf www.dkms.de