Schorndorf

Stau vom Tuscaloosa-Kreisel bis zur B29: Warum bis Sommer 2023 kein Ende in Sicht ist

Tuscaloosa-Kreisel
Weil der Tuscaloosa-Kreisel im Feierabendverkehr stark belastet ist, soll er auch zwischen der Abfahrt nach Weiler und der Stuttgarter Straße zweispurig werden. © Benjamin Büttner

Der Rückstau vom Tuscaloosa-Kreisel auf die B 29 im Berufsverkehr ist nicht nur für Autofahrer ein tägliches Ärgernis. Auch das Regierungspräsidium (RP) stört sich am gefährlichen Stau, der trotz verlängerter Ausfahrt und der vor vier Jahren aus der ehemaligen Info-Bucht entstandenen zweiten Fahrspur nicht nachlassen will. Darum fordert die Stuttgarter Behörde schon seit Jahren, dass der Tuscaloosa-Kreisel umgebaut werden muss. Die Stadt Schorndorf hat sich an die Planung gemacht, mittels Analysen und Berechnungen verschiedene Varianten geprüft – und ist unter Berücksichtigung auch der Verkehrsprognosen bis ins Jahr 2035 zu dem Schluss gekommen, die effektivste Wirkung auf den Verkehrsabfluss aus Richtung Stuttgart würde ein zusätzlicher Viertelkreis zwischen der Zufahrt aus Weiler und der Ausfahrt Stuttgarter Straße bringen.

Umbau nur in den Sommerferien, um Auswirkungen zu minimieren

Das Problem ist erkannt, eine Lösung entwickelt – und doch wird sich allerfrühestens im Sommer 2023 an der Situation etwas ändern: Obwohl Projektleiterin Franciska Glavas aus dem Fachbereich Infrastruktur zuletzt im September 2021 noch einmal im Regierungspräsidium nachgefragt hat, stehen die Freigabe der Planung und eine konkrete Baukostenverteilung noch immer aus. Und selbst wenn jetzt noch eine Zusage käme, ein solcher Umbau, der aus Sicht der Stadt eine flächendeckende Sanierung des Straßenbelags beinhalten müsste und nur in den Sommerferien vonstattengehen kann, braucht es einigen zeitlichen Vorlauf.

Dass sich das ganze Verfahren derart in die Länge zieht, das war denn auch im Technischen Ausschuss Anlass für Kritik: FDP/FW-Rat Gerald Junginger erinnerte in seiner Wortmeldung daran, dass die Idee des Turbo-Kreisels bereits im September 2019 in den Gremien vorgestellt wurde. „Ich bin sehr enttäuscht von der Leistung des RP, das den Stau beanstandet und dann die Stadt nicht beauftragt.“ Und auch wenn es in der Stadtverwaltung Unverständnis über die Situation gibt, Herbert Schuck, Fachbereichsleiter Infrastruktur, führte zur Ehrenrettung der Stuttgarter Behörde aus, dass es dort einen Personalwechsel gegeben habe und durch die Corona-Pandemie eben auch dort nicht alles normal gelaufen sei.

Wie hoch die Kosten für den Umbau sind und wer sie letztendlich trage, das interessierte CDU-Rat Manfred Bantel: Genau geklärt ist das noch nicht. Doch die Stadt, erläuterte Schuck, habe vom RP zumindest die Zusage zur Übernahme der Planungskosten. Dass es sich auch an der Fahrbahnsanierung beteiligt, die mit 70 000 Euro kalkuliert ist, das hat das Land bisher abgelehnt. „Hier werden wir erneut das Gespräch suchen“, kündigte Schuck an und beziffert die Gesamtkosten für den Kreiselumbau auf 270 000 Euro.

Hoffnung auf Entspannung in Weiler

Dass sich durch den erweiterten Kreisel, so er denn irgendwann Realität wird, auch der Durchgangsverkehr auf der Ortsdurchfahrt in Weiler entspannen wird, diese Hoffnung formulierte SPD-Rat Jürgen Erdmann. Verlassen doch noch immer viele Pendler im Feierabendverkehr die Bundesstraße lieber an der Ausfahrt Winterbach und fahren über Weiler nach Schorndorf, um nicht in Gefahr zu kommen, im Rückstau auf der B 29 stehen zu bleiben. Fraglich ist für Erdmann – und für GLS-Rat Werner Neher – aber auch, wie Radfahrer sicher über den erweiterten Kreisel kommen sollen: Optimal, das kündigt Herbert Schuck schon jetzt an, wird die Situation nicht werden: „Eine Verbesserung für Radfahrer ist nicht gegeben.“ Und: Schon die bestehende Querungshilfe am Rande des Kreisels sei nicht glücklich.

Ob es – angesichts der Verkehrsentwicklung – nicht sinnvoll wäre, den Kreisverkehr gleich mit weiteren Bypässen zu erweitern, das brachte Grünen-Rätin Kirsten Katz zur Sprache: Eine Verbesserung, führte Projektleiterin Glavas aus, würde das so wenig bringen wie eine Ampelregelung, sondern nur zusätzliche Kosten und schwierigere Planungen. Der Kreisel – so wie er jetzt vorgesehen ist – hält nach Auskunft der Projektleiterin auch dem Verkehr laut Prognose bis 2035 stand.

Der Rückstau vom Tuscaloosa-Kreisel auf die B 29 im Berufsverkehr ist nicht nur für Autofahrer ein tägliches Ärgernis. Auch das Regierungspräsidium (RP) stört sich am gefährlichen Stau, der trotz verlängerter Ausfahrt und der vor vier Jahren aus der ehemaligen Info-Bucht entstandenen zweiten Fahrspur nicht nachlassen will. Darum fordert die Stuttgarter Behörde schon seit Jahren, dass der Tuscaloosa-Kreisel umgebaut werden muss. Die Stadt Schorndorf hat sich an die Planung gemacht, mittels

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