Schorndorf

Steigende Preise beim Eis: Wie Schorndorfer Eisdielen durch den Sommer kommen

Eisdiele Santa Lucia
Georgios Vlassidis, Inhaber des Eiscafés Santa Lucia, ist sehr dankbar für seine Kunden und Mitarbeiter. © Benjamin Büttner

Schön waren die Zeiten, als eine Kugel Eis noch 0,80 Euro gekostet hat. Erinnern Sie sich noch? Diese Zeiten sind längst vorbei. Nicht nur die Lebensmittel wurden teurer, auch die Kugel Eis hat innerhalb kürzester Zeit verschiedene Preislagen erreicht. Wie gehen die Eis-Gastronomen damit um? Kommen die Kunden trotzdem? Die Inhaber von Schorndorfer Eisdielen und Cafés berichten, wie sie diesen teuren Sommer wahrnehmen und überstehen.

In Deutschland liegt der durchschnittliche Preis für eine Kugel Eis laut der Internetplattform coupons.de bei 1,46 Euro in diesem Jahr. In der Landeshauptstadt Stuttgart beträgt dieser sogar 1,73 Euro. Was Schorndorf betrifft, kann man sich ein Eis noch zu einem relativ günstigen Preis kaufen. Bei „Santa Lucia“ in der Höllgasse kostet eine Kugel Eis immer noch 1,30 Euro. Dieser Preis sei in den letzten drei Jahren konstant geblieben, nur wer sein Eis zum Mitnehmen bestellt, zahlt 20 Cent mehr.

Die Preise könnten noch viel höher sein

„Gerechtfertigt wäre mehr“, sagt Georgios Vlassidis, Inhaber des Eiscafés in der Höllgasse. „Wir hätten den Preis noch weiter hochsetzen müssen, um all die Kosten zu decken, aber wir brauchen auch Kunden, die die Preise bezahlen können.“

Neben den steigenden Kosten für Löhne, Strom und Gas, die gedeckt werden müssen, ist Eis vor allem so teuer geworden, weil in der Produktion von Eis mehrere Zutaten involviert sind. Bis zu 20 Zutaten sind zur Herstellung von Eis nötig. Würden davon nur zwei oder drei Zutaten teurer werden, würde dies am Preis einer Sorte nichts ändern. Doch sobald alle Zutaten teurer werden, kommt dabei auch ein höherer Preis heraus. Und wenn die Kosten jeder Zutat um 200 Prozent steigen, müsste eigentlich auch der Preis der Eiskugel entsprechend steigen – doch so einfach ist es nicht.

Die gesunde Mitte finden

„Wir müssen eine gesunde Mitte finden zwischen Kunden und Betrieb“, erklärt Vlassidis, weshalb sich seine Preise noch im moderaten Rahmen befinden. „Der Betrieb muss überleben und die Kunden müssen noch einkaufen können.“ Um weitere Preiserhöhungen komme Vlassidis für sein Eis allerdings nicht herum, wenn die Kosten weiter ansteigen. Dennoch fürchtet er die Zukunft nicht. „Ich bin sehr optimistisch“, sagt er. „Wir werden für immer Eis verkaufen und da auch nicht umstellen müssen. Aber umdenken, das schon. Man muss in Bewegung bleiben.“ Was diesen Sommer betrifft, läuft es für sein Geschäft ganz gut: „Die Frequenz ist da.“

Die Kunden kämen noch, vor allem wenn es so heiß ist, wie es diesen Sommer der Fall war. Er ist für jeden einzelnen Kunden dankbar, insbesondere für seine Stammkunden. „Ohne unsere Kunden wären wir nicht mehr hier. Das weiß ich wirklich wertzuschätzen“, geht das Lob an seine Kundschaft. Auch für die Angestellten, die er hat, ist er sehr dankbar. Personalmangel ist in seinem Betrieb nicht weniger ein Problem als in anderen Gastronomiebetrieben. Marina Lorenzini betreibt das „Magia Gelato“, eine Eisdiele in der Karlstraße. Ihr Geschäft bietet ausschließlich Kaffee und Eis an, darum schließt sie es über den Winter, den sie und ihr Mann in Norditalien verbringen. Damit ist ihr Geschäft abhängig vom Verkauf von Eis. Trotzdem kostet die Kugel immer noch 1,30 Euro, selbst zum Mitnehmen. Und die Preise bleiben bis zum Ende der Saison gleich, auch wenn das stetig sinkende Einnahmen bei stetig steigenden Kosten bedeutet. Es anders zu machen komme für sie nicht infrage. „So ist es besser für die Kunden“, sagt sie. „Wir machen weniger Umsatz. Aber den Preis während der Saison zu ändern, von heute auf morgen 1,30 Euro statt 1,50 Euro zu verlangen, das wäre nicht korrekt.“

Der Preis für Obst habe sich verdoppelt, die Rechnungen für Zutaten, Strom und Gas fielen viel höher aus und Mitarbeiter der Eisdiele seien auf ihren Lohn angewiesen. All diese Kosten werden von der Kundschaft gedeckt, die sie in so einer Lage sehr schnell verliere, wenn die Preise zu stark ansteigen würden: „Man kann auch ohne Eis auskommen. Wenn es zu teuer wird, verzichtet man drauf.“ Trotzdem kann sie nicht sagen, ob in der nächsten Saison weitere Preisanstiege folgen werden oder nicht. Dafür seien die Preise für Zutaten zu unberechenbar geworden. Freuen würde sie sich aber, wenn man wieder weniger für Eis zahlen müsste: „Kinder sind Kunden – und wenn ich sehe, wie viele von ihnen zu uns kommen und kein Eis kaufen können, weil sie nicht genug Geld haben, dann tut das schon weh.“

Schön waren die Zeiten, als eine Kugel Eis noch 0,80 Euro gekostet hat. Erinnern Sie sich noch? Diese Zeiten sind längst vorbei. Nicht nur die Lebensmittel wurden teurer, auch die Kugel Eis hat innerhalb kürzester Zeit verschiedene Preislagen erreicht. Wie gehen die Eis-Gastronomen damit um? Kommen die Kunden trotzdem? Die Inhaber von Schorndorfer Eisdielen und Cafés berichten, wie sie diesen teuren Sommer wahrnehmen und überstehen.

In Deutschland liegt der durchschnittliche Preis für

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