Schorndorf

Straßenumfrage: Schorndorfer sehnen sich nach Begegnungen

Feature Wanderer Muehlentag 2012
Symbolbild. © Gaby Schneider

Im tristen Lockdown-Winter beschränkte sich das Leben meist auf die eigenen vier Wände, doch langsam aber sicher kehrt das wärmere Wetter zurück. Mit der Aussicht auf weitere Lockerungen zum Frühlingsanfang wächst die Hoffnung der Menschen nach mehr Freizeitaktivitäten und etwas mehr Normalität. Wir haben uns in der Innenstadt umgehört und die Schorndorfer gefragt, wonach die Sehnsucht am größten ist.

Sonja Härer:

Der Kontakt zu den Leuten fehlt mir natürlich am meisten. Wenn man ständig allein ist, werden Kleinigkeiten plötzlich groß. Dass es durch die Corona-Maßnahmen überhaupt soweit kommt, hätte ich mir ehrlich gesagt nie träumen lassen. Ich hoffe auch, dass bald wieder alle Einzelhändler öffnen dürfen, denn meiner Meinung nach werden sie ungerecht behandelt. Ich verstehe nicht, warum ich im Supermarkt eng auf eng mit anderen Kunden an der Kasse stehen muss, aber nicht alleine in einem kleinen Laden einkaufen darf. Zudem habe ich mich in letzter Zeit immer wieder dabei erwischt, träge zu werden. Man muss sich selbst in den Hintern treten, um wieder hochzukommen. Das beobachte ich auch bei meinen vier Enkelkindern. Die wollen unbedingt raus und etwas unternehmen. Stattdessen können sie nicht und sinken regelrecht ab. Es wird höchste Zeit, dass sich das ändert.

Heinrich Buchert:

Langsam ist es zu viel. Es wird Zeit, dass die Leute wieder mehr unternehmen können und dürfen. Meine Frau und ich sind Rentner und wollen uns endlich wieder mit mehr erfreulichen Dingen beschäftigen. Wir machen gerne mal einen Stadtbummel, kehren in eine Wirtschaft ein oder trinken in der Stadt einen Kaffee. All das ist lange Zeit nicht möglich gewesen. Außerdem würde ich gerne mal wieder ein paar Tage in den Urlaub fahren und mich zum Beispiel in den Bergen oder im Bayrischen Wald erholen. Nicht einmal Tagesausflüge sind möglich. Als Vorsitzender eines Gesangvereins vermisse ich natürlich auch die sozialen Kontakte, die sich durch diese Aktivität ergeben.

Sylvia Breitenbacher:

Selbstverständlich freue ich mich sehr, bald wieder mehrere Freunde und Bekannte treffen zu dürfen. Ich vermisse nichts so sehr, wie das soziale Miteinander. Als Yoga- und Pilates-Lehrerin fehlt mir natürlich auch der regelmäßige Sport mit anderen Leuten. Es war und bleibt in dieser Zeit sehr wichtig, nicht die Hoffnung zu verlieren. Wir alle mussten neue Wege finden, unseren Alltag schöner zu gestalten. Trotzdem bin ich in großer Sorge um alle Künstler, vor allem die kleinen. Die hat es im vergangenen Jahr am härtesten getroffen, obwohl sie doch so wichtig für unsere Gesellschaft sind.

Ilona Kepler:

Ich freue mich auf die Sauna und das Schwimmbad. Dort halte ich mich in den kalten Monaten sonst sehr oft auf. Normalerweise verreise ich auch jeden Winter in wärmere Gefilde, um mich in der Sonne zu erholen. Das hat mir in diesem Jahr sehr gefehlt. Die Sehnsucht nach dem Kontakt mit Freunden ist sehr groß. Ich vermisse es, jemanden zu mir einzuladen oder eingeladen zu werden. Gemeinsam zu essen, zu kochen oder ins Restaurant zu gehen – all das fehlt komplett.

Heinz Dittmann: Meine Frau und ich waren schon immer jeden Tag in der Natur unterwegs. Das haben wir natürlich beibehalten. Wir haben von Anfang an versucht, das Beste aus der schweren Zeit zu machen und sind weiterhin viel gewandert. Da auf unseren üblichen Routen in der Region aber gefühlt deutlich mehr los ist, als vor der Corona-Zeit, würden wir gerne an einem anderen Ort wandern, um mehr Ruhe zu haben und etwas anderes zu sehen. Ich wünsche mir sehr, bald wieder in den Urlaub in die Alpen fahren zu können. Am allermeisten vermisse ich aber die Buchläden und Büchereien. Ich lese sehr viel und mir ist deshalb schon vor einiger Zeit der Lesestoff ausgegangen. Aktuell muss ich immer meine Tochter fragen, ob sie mir ein Buch ausleihen kann.

Im tristen Lockdown-Winter beschränkte sich das Leben meist auf die eigenen vier Wände, doch langsam aber sicher kehrt das wärmere Wetter zurück. Mit der Aussicht auf weitere Lockerungen zum Frühlingsanfang wächst die Hoffnung der Menschen nach mehr Freizeitaktivitäten und etwas mehr Normalität. Wir haben uns in der Innenstadt umgehört und die Schorndorfer gefragt, wonach die Sehnsucht am größten ist.

Sonja Härer:

Der Kontakt zu den Leuten

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