Schorndorf

Stromausfall wegen Kurzschluss

urbach13_0
Blick vom Kirchturm auf Urbach. © ZVW/Gabriel Habermann

Urbach.
Um 6.48 Uhr ist am vergangenen Samstag (05.01.2020) in einem großen Teil von Urbach das Licht ausgegangen. Laut Tobias Wiegand, dem Technischen Leiter des Remstalwerks, waren etwa 700 Haushalte ohne Strom, konnten aber nach und nach wieder ans Netz gebracht werden, so dass die letzten ab 8.05 Uhr wieder versorgt gewesen sein. Betroffen waren jedoch auch einige Gewerbebetriebe, bei denen es einige Zeit länger dauerte, nämlich bis genau 9.41 Uhr, bis alle wieder Strom hatten. Der Ursprung der Störung im Mittelspannungsnetz lag in einer privaten Trafostation im Gewerbegebiet im Urbacher Westen.

„Ein Stecker in einer Schaltstation ist schadhaft geworden und hat einen Kurzschluss verursacht“, sagt Tobias Wiegand. Dadurch sei zu viel Strom im Netz geflossen, was wiederum eine Sicherung im Umspannwerk in Schorndorf ausgelöst habe, die, um weitere Schäden zu verhindern, den betroffenen Teil des Urbacher Stromnetzes abgeschaltet habe. Betroffen waren 21 Trafostationen, die im Gewerbegebiet und in Urbach-Nord lagen.

Die Techniker des Remstalwerkes beziehungsweise der Stadtwerke Schorndorf, die diese Dienstleistung für den kommunalen Energieversorger leisten, mussten vor Ort nach dem Fehler suchen. Jede Trafostation, die als Fehlerquelle ausgeschlossen war, konnten die Techniker dann wieder zuschalten und die Stromversorgung der Urbacher Stück für Stück wiederherstellen.

Anderer Fall als zuletzt in Kernen

Aus Urbach prasselt nun wieder einige Kritik auf das Remstalwerk ein – das jedoch, wie der Technische Leiter Tobias Wiegand betont, in diesem Fall definitiv der völlig falsche Adressat ist, da der Fehler, der zu dem Stromausfall geführt hat, in einer privaten Trafostation passiert ist. Wiegand will auch keine vorschnellen Schuldzuweisungen machen. Warum es zu dem Kurzschluss gekommen sei, könne er nicht sagen, bevor der auslösende Stecker, ein sogenannter Kabelendverschluss, im Labor zur Untersuchung gewesen sei. Solche Schäden könne man, bevor sie zum Problem würden, nicht unbedingt feststellen, sie träten bei Messungen nicht zwingend zutage, erklärt er. „Es kann eine Verkettung von mehreren Umständen sein, die zu einem Problem führt.“

Deswegen könne man derzeit auch keinesfalls sagen, ob jemand grob fahrlässig gehandelt hat. Die Lage sei nicht so klar wie bei dem Stromaufall in Kernen vor wenigen Tagen. Dieser sei „durch menschliches Versagen“ ausgelöst, erklärte Tobias Wiegand unserer Zeitung dazu, ein externer Dienstleister habe dort in einer privaten Trafostation „eine Fehlschaltung fabriziert“. Mehr als 20 Straßenzüge waren in Kernen am 31. Dezember für etwa eine Stunde ohne Strom.

Das Remstalwerk hat Ende 2017 das Stromnetz in den Gemeinden Urbach, Winterbach, Remshalden und Kernen von der EnBW-Tochter Netze BW übernommen. Die Kommunen haben das Unternehmen gegründet und sind zusammen mit drei Stadtwerken Gesellschafter. Seit der Netzübernahme sieht sich der kommunale Energieversorger immer wieder Kritik ausgesetzt, weil es mehrfach zu Stromausfällen gekommen ist, die teils über Stunden dauerten. Vor allem Kernen war davon betroffen, aber auch in Remshalden war zuletzt immer wieder der Strom weg, weil Teile der Infrastruktur schadhaft waren und Fehler verursachten.

Das Remstalwerk verweist stets darauf, dass es jedes Jahr mehrere Millionen Euro in Instandhaltung und Ausbau des Netzes investiere. Gabriele Laxander, die Geschäftsführerin des Remstalwerks, sagte nach einem Stromausfall in Remshalden gegenüber unserer Zeitung: „Die gleichen Störungen wären unter Netze BW auch aufgetreten.“ Man könne in bestimmte Teile der Infrastruktur „nicht hineinschauen“, so Laxander. Deswegen könne man viele Ausfälle nicht vorhersehen und nicht für alle Gelegenheiten vorbeugen.