Schorndorf

Töpfern für die Menschen in der Ukraine: Die Charity-Box aus Haubersbronn

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Die Friedenstauben sollen Mut, Hoffnung und Zusammengehörigkeit vermitteln. © Gaby Schneider
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Die Coronapandemie hat Kathrin Buhl-Bereket ursprünglich auf die Idee für „Töpfern to go“ gebracht. © Gaby Schneider

Angesichts des Ukraine-Kriegs engagieren sich viele Leute mit Sach- oder Geldspenden für Flüchtlings- und Hilfsorganisationen. Kathrin Buhl-Bereket, Inhaberin der Keramikmalwerkstatt „Zink und Zauber“ in Haubersbronn, hat genau für diesen Zweck eine Charity-Töpferbox entworfen. Ein Teil des Erlöses kommt dabei den Opfern des Krieges zugute. Auf der anderen Seite will Kathrin Buhl-Bereket mit dem Inhalt der Box Kindern und Erwachsenen etwas Hoffnung in dieser schweren Zeit schenken.

Charity-Box soll auch bei Ablenkung helfen

Die "Zink und Zauber"-Inhaberin erzählt, dass sie die Nachricht vom Krieg in der Ukraine aus der Bahn geworfen hat. Nach einigen Tagen in „Schockstarre“ habe sie sich die Frage gestellt: „Wie verhalte ich mich als Geschäftsfrau und wie kann ich helfen?“ Unterstützen möchte sie Menschen in Not jedenfalls nicht nur durch eine reine Geldspende, sondern will dabei auch etwas für die Menschen im Rems-Murr-Kreis tun. So entstand schnell die Idee der Charity-Box zum Selbertöpfern. Darin enthalten sind 500 Gramm Ton, Töpfer-Equipment und Vorlagen für Friedenstauben. Aus der Idee sei innerhalb von drei Tagen Wirklichkeit geworden. „Unsere Vision ist, dass bei ganz vielen Menschen zu Hause eine Friedenstaube hängt und uns allen Mut, Hoffnung und ein Zusammengehörigkeitsgefühl vermittelt. Und natürlich die Gewissheit, geholfen zu haben.“

Zum Nachdenken haben Kathrin Buhl-Bereket auch ihre beiden zwölf- und 15-jährigen Kinder gebracht. Sie erzählt von den ersten Tagen nach Ausbruch des Krieges: „Ich dachte, das Thema kam bei ihnen gar nicht an. Aber es wurde ihnen schlagartig damals beim Überschallknall bewusst.“ Da sei bei ihren Kindern ein „blödes Gefühl“ entstanden und sie habe viel mit ihnen über den Krieg gesprochen. Kathrin Buhl-Bereket stellte sich die Frage, wie man Kindern den Krieg überhaupt richtig erklären kann.

Die aktuelle Situation erinnert, so erzählt sie, auch an ihre eigene Kindheit in den 1980er Jahren. Die Inhaberin von „Zink und Zauber“ denkt zurück an den Kalten Krieg mit regelmäßigen Nato-Manövern und Pershingraketen in den Nachrichten. „Für uns war so was damals normal. Wir hatten die letzten 30 Jahre Luxus“, betont sie.

Pro verkaufter Box spendet Zink und Zauber 15 Euro an „Arthelps“

Die Charity-Box kostet 49 Euro und ist im Onlineshop von "Zink und Zauber" erhältlich. 15 Euro davon kommen der Organisation „Arthelps“ aus Stuttgart zugute, die unter anderem Hilfsgüter in Krisengebiete wie die Ukraine schickt. „Wir schauen in Zukunft, ob wir noch woanders spenden können.“ Falls sich etwas ändert, will Kathrin Buhl-Bereket dies über ihren Newsletter und ihren Instagram-Account „zinkundzauber“ kommunizieren. Mit dem Set zum Selbsttöpfern will Kathrin Buhl-Bereket aber nicht nur für den Krieg und das damit einhergehende Leid der Bevölkerung sensibilisieren. „Das ist auch für das eigene Wohl“, sagt sie. Schließlich seien nicht nur Kinder und Jugendliche verunsichert und hilflos. Erwachsenen kann es umso mehr helfen, sich kurz die Zeit für etwas Ablenkung zu nehmen. Das habe sich schon während der Corona-Lockdowns gezeigt. „Es ist wichtig, sich kreativ zu beschäftigen.“

Da in der Töpfer-Box lufttrocknender Ton enthalten ist, wird keine Brennbox benötigt. Deshalb können selbst Vorschul- und Kindergartenkinder ohne Probleme Friedenstauben töpfern, erklärt die Keramik-Expertin. Bei der Bestückung der Boxen wurde sie sogar von lokalen Unternehmen unterstützt. Viele der Utensilien, wie beispielsweise das Schleifpapier, wurden „Zink und Zauber“ gespendet. Pünktlich zu Ostern gibt es sogar eine Neuigkeit in der Charity-Box: kleine Backausstecher in Form einer Taube.

Trotz andauernden Krieges: Zurzeit stockt der Verkauf etwas

Allein in der ersten Woche nach Erscheinen hat Kathrin Buhl-Bereket 40 Boxen verkauft. Doch aktuell stockt der Verkauf etwas. „Ich glaube, das ist auch normal. Wir lernen mit der Situation zu leben. Was ja auch richtig und gut ist.“

Sobald alle Charity-Boxen verkauft sind, will sich die Zink-und-Zauber-Inhaberin ein neues Projekt einfallen lassen, das einen guten Zweck unterstützen soll. „Hilfe wird ja immer irgendwie benötigt“, sagt sie.

Angesichts des Ukraine-Kriegs engagieren sich viele Leute mit Sach- oder Geldspenden für Flüchtlings- und Hilfsorganisationen. Kathrin Buhl-Bereket, Inhaberin der Keramikmalwerkstatt „Zink und Zauber“ in Haubersbronn, hat genau für diesen Zweck eine Charity-Töpferbox entworfen. Ein Teil des Erlöses kommt dabei den Opfern des Krieges zugute. Auf der anderen Seite will Kathrin Buhl-Bereket mit dem Inhalt der Box Kindern und Erwachsenen etwas Hoffnung in dieser schweren Zeit

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