Schorndorf

Tageseltern bekommen mehr Unterstützung

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Symbolbild. © Liviana Jansen

Schorndorf. An die 100 Kinder auf der Warteliste – der Druck, Betreuungsplätze für unter Dreijährige zu schaffen, ist für die Stadt groß. Darum wird jetzt die Einrichtung von TigeR-Gruppen besonders gefördert: Im Gemeinderat herrschte Einigkeit, dass Tageseltern und Tageselternverein höhere Zuschüsse bekommen sollen für die Tagespflege in anderen geeigneten Räumlichkeiten.

Mit dem „Sternle“ an der Burgstraße gibt es aktuell eine TigeR-Gruppe in Schorndorf, in der zwei Tagesmütter maximal neun Kinder betreuen können. Fünf weitere TigeR-Gruppen für unter dreijährige Kinder will die Stadt in Schorndorf und den Teilorten einrichten. Schließlich, so die Botschaft im Gemeinderat, biete Tagespflege – als ein Baustein in der Betreuungslandschaft – „gute, individuelle und familiäre Betreuung für Kinder“. Dass weitere TigeR-Gruppen eingerichtet werden sollen, dieser Grundsatzbeschluss ist im Rahmen der Kindergartenbedarfsplanung bereits gefallen. Jetzt ging es im Gemeinderat darum, das Angebot für mögliche Tagesmütter attraktiver zu machen und ein gewisses unternehmerisches Risiko abzufedern.

Pauschalen werden erhöht

Aus diesem Grund wird die Sachkostenpauschale pro Gruppe von derzeit 2000 Euro auf 3000 Euro erhöht und pro belegtem Platz eine Platzpauschale von monatlich 100 Euro im ersten Betriebsjahr und 60 Euro in den Folgejahren gewährt. Die vom Gemeinderat beschlossenen Zuschüsse von zwei Euro pro Kind und Stunde gelten auch für die Tagespflege außerhalb der eigenen Wohnung. Und: Wie schon bei der bestehenden TigeR-Gruppe, übernimmt die Stadt alle Kosten für die Räumlichkeiten, notwendige Umbauten und Nebenkosten.

Stadt bezuschusst Personalkosten

Da der Tageselternverein viel Arbeit mit der Einrichtung von TigeR-Gruppen hat, sich um Personalakquise, Begutachtung der Räumlichkeiten, um die Koordination mit dem Kreisjugendamt, der Fortbildung und die laufende Betreuung der Gruppen kümmert – vom Landratsamt im TigeR-Fall aber keine Personalkostenzuschüsse bekommt – springt die Stadt auch hier ein und bezuschusst den Tageselternverein mit einem 15-prozentigen Stellenanteil pro Gruppe, was einem Betrag von derzeit etwa 8700 Euro pro Jahr entspricht.

Ein ehrgeiziges Ziel

Und mag die Einrichtung von fünf Gruppen auch „ein hehres Ziel“ sein, wie Erster Bürgermeister Edgar Hemmerich in der Sitzung einräumte, er zeigte sich zuversichtlich, dass bis Jahresende schon eine weitere Gruppe eröffnet werden kann. Tatsächlich braucht es aber nicht nur geeignete Tagesmütter für das TigeR-Angebot, es braucht auch Erdgeschossräume in einer Größenordnung von 80 bis 90 Quadratmeter.

Bis zur Gartenschau fünf weitere Gruppen

Dass die Tagespflege eine gute Sache ist und der Tageselternverein unterstützt werden soll, darüber herrschte Einigkeit im Gemeinderat: Rat Matthias Härer bekannte, dass die CDU gerne zustimmt, den Tageselternverein finanziell besser aufzustellen: Schließlich verringere sich mit diesem flexiblen, niederschwelligen U-3-Angebot „der Druck für die Stadt“. Wo die fünf weiteren Gruppen mittelfristig geschaffen werden sollen, diese Frage treibt Härer aber schon um. Dass die Stadt ihre ehrgeizigen Ziele erreichen kann, das hofft auch SPD-Rat Tim Schopf – und hat eine Zielvorstellung: Bis zur Gartenschau fünf weitere Gruppen – „wir brauchen dringend neue Plätze“. Auch die FDP/FW-Fraktion konnte dem Vorschlag der Verwaltung „voll zustimmen“. Sind TigeR-Gruppe für Sabine Brennenstuhl doch eine „schnelle und kostengünstige Lösung“ für den U-3-Bereich. Beifall auch von Nadia Pagano (Grüne): „Das ist ein wichtiger, richtiger Schritt. Wir stimmen zu.“

Tageselternverein

  • Mitte Oktober kann der Tageselternverein Schorndorf bereits 20-jähriges Bestehen feiern. Zum 31. Dezember 2016 gab es 77 aktive Tagesmütter, die in Schorndorf 109 Kinder betreuten – mit Plüderhausen, Urbach, Winterbach und Remshalden waren’s zusammen 226. Der Tageselternverein Schorndorf und Umgebung ist im Familienzentrum zu erreichen unter ) 0 71 81 / 88 77 20.