Schorndorf

Tango-Flashmob zwischen Marktständen

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Tango Argentino zwischen Marktständen: So leidenschaftlich lädt die Laufenmühle ein zur inklusiven Milonga am Samstagabend © Ramona Adolf

Schorndorf/Welzheim. Tango im Aprilschnee – der Flashmob der Christopherus-Lebens- und Arbeitsgemeinschaft am Dienstagvormittag war ein Spektakel mit Leidenschaft: Zur Musik aus zwei mobilen Lautsprechern haben sich Bewohner und Betreuer auf dem Wochenmarkt im Zweivierteltakt bewegt, um für die inklusive Milonga am kommenden Samstag in der Laufenmühle zu werben.

Vor vier Wochen haben sie ihre ersten Tangoschritte gemacht und schon jetzt begegnen sie dem Tanz, der gemeinhin als schwieriges Unterfangen gilt, mit bewundernswerter Leichtigkeit. Und damit bestätigen die Tänzer mit und ohne Behinderung auch gleich, dass der lateinamerikanische Tanz eben nicht einstudiert werden kann, sondern dass er irgendwann zu einem kommt. Gekommen ist er Anfang April in die Laufenmühle – mit Andrea Seewald aus Österreich und Matías Haber aus Uruguay vom Verein Los Tinkers und seinem inklusiven Tanzprojekt „Tango en Punta“.

Und so bewegen sich am Dienstagvormittag zur besten Marktzeit die Tänzerinnen und Tänzer im Zweivierteltakt zwischen Marktständen, pendeln hin und her, recken immer wieder in bester Tangomanier die Arme in die Höhe, biegen Oberkörper gekonnt zurück. Statt fester Schrittfolgen ist Improvisation angesagt. Und mit Leidenschaft und Vergnügen soll auch am Samstag bei der Milonga getanzt werden. Damit möglichst viele Gäste zur inklusiven Tanzveranstaltung kommen, hat die Christopherus-Lebens- und Arbeitsgemeinschaft am Dienstag einen Bus gemietet und ist mit den Tänzern zur Open-air-Milonga auf den Schorndorfer Wochenmarkt gefahren.

Tango: Der Rhythmus verbindet

Dass Tango selbst eine inklusive Kraft ist, das haben die Tänzerinnen und Tänzer in dem einmonatigen Intensivworkshop feststellen können. Und das demonstrieren sie mit ihrem Tänzchen auch: Es gibt kein Richtig und kein Falsch. Hauptziel ist, „voneinander zu lernen und aneinander zu wachsen“, schreibt „Los Tinkers“ auf seiner „Tango en punto“-Internetseite. Tänzerinnen und Tänzer sollen sich selbst und den Partner wahrnehmen, sich über den Rhythmus der Musik verbinden. Und auch Daniela Doberschütz hat als Pressesprecherin der Christopherus-Lebens- und Arbeitsgemeinschaft feststellen können, dass Tango „Beziehung initiiert“. Das ist, sagt sie, „wie ein Zurückgehen auf den Ursprung des Kontakts“. Und so sind die Projektteilnehmer, ob stille Genießer oder begeisterte Tänzer, miteinander in Kontakt getreten, um die Schönheit, Nähe und Tiefe des Tangos zu erkunden, die Lust an Improvisation und Überraschung zu erfahren.

Bei der IN-Milonga am Samstag, 30. April, 20 Uhr, in der Laufenmühle wird dann der italienische Tango-DJ David Mancini für den richtigen Takt sorgen. Außerdem gibt es eine Tango-Show mit Majo Martirena und Rodrigo Fonti aus Uruguay/Argentinien – und ausreichend Gelegenheit zum Tangotanzen.

Info

Die IN-Milonga findet am Samstag, 30. April, 20 Uhr, im Kaspar-Hauser-Saal der Laufenmühle statt. Der Eintritt, inklusive Begrüßungsgetränk, beträgt 14 Euro beziehungsweise 10 Euro (ermäßigt). Begleitpersonen von Menschen mit „B“ im Ausweis sind frei.