Schorndorf

Teamplayer und guter Zuhörer: Schorndorfer OB Bernd Hornikel ins Amt eingesetzt

AmtseinsetzungHornikel
Oberbürgermeister Bernd Hornikel wurde feierlich in sein Amt eingesetzt. © Gaby Schneider

Schorndorf hat einen neuen Oberbürgermeister. In einer feierlichen Sitzung des Gemeinderats wurde Bernd Hornikel von Stadträtin Sabine Brennenstuhl als Vertreterin des Gemeinderats vereidigt und offiziell ins Amt eingesetzt. Als äußeres Zeichen seines neuen Amtes legte sie ihm die Amtskette um. Viele gute Wünsche und Worte der Wertschätzung für den neuen Oberbürgermeister zogen sich durch die Festreden an diesem Abend – präsent war aber auch der Krieg in der Ukraine, der wie derzeit fast alles auch die Amtseinsetzung überschattete. Als erste Amtshandlung von Hornikel sei der Krisenstab Ukraine ins Leben gerufen worden, erinnerte Erster Bürgermeister Thorsten Englert. Solidarität und Menschlichkeit seien wichtiger denn je.

Regierungspräsidentin wünscht Erfolg und Akzeptanz

Viel Akzeptanz, Erfolg, Fingerspitzengefühl, Freude, Rückhalt in der Bevölkerung und die erforderliche Kraft zur Umsetzung seiner Ziele wünschte Regierungspräsidentin Susanne Bay dem neuen Oberbürgermeister. Im Wahlkampf habe er angekündigt, dass er bei inhaltlichen und politischen Differenzen verbinden und Gräben überwinden wolle. „Hierbei kann ich Ihnen nur zustimmen“, sagte sie. „Wir können unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt vor allem dadurch stärken, wenn wir die Menschen mit ihren Meinungen und Gegenmeinungen zusammenbringen und im Austausch gemeinsam zu neuen Sichtweisen und neuen Lösungen gelangen.“

„Ein Teamplayer und Mensch mit echter Persönlichkeit“

In einem sehr persönlichen Grußwort zeichnete Corinna Bosch – als Leiterin des Amts Vermögen und Bau Hornikels ehemalige Vorgesetzte – ein Bild des neuen Schorndorfer Oberbürgermeisters. Mit Bernd Hornikel bekomme die Stadt einen Menschen, der sich für Menschen interessiere, ihnen zuhöre, abwäge und dann entscheide. Hornikel sei ein OB, der viel echte Persönlichkeit einbringe und anderen offen gegenübertrete. „Er geht achtsam mit Menschen um und kann andere mitnehmen“, sagte sie. Selbst wenn in der Vergangenheit Positionen manchmal unterschiedlich waren, habe man ihn immer als verlässlichen, konstruktiven und klar handelnden Geschäftspartner geschätzt. Hornikel sei ein Teamplayer, der als Vorgesetzter und Kollege den Teamgeist maßgeblich mitbestimmt habe. Mit ihm bekomme die Stadt zudem einen Oberbürgermeister, der rechnen könne und zwischen Wunsch und Realität das Beste raushole. Haushalte seien immer eng, oft sei deshalb die pragmatische die richtige Lösung. Hornikel sei ein Jurist, der die Themen nicht nur juristisch abwäge, sondern – und das sei für einen Juristen nicht immer selbstverständlich – auch pragmatisch entscheide, sagte sie weiter. Ein Satz von Hornikel sei ihr im Ohr geblieben: „Wir machen es richtig und nicht anders!“

Seine ersten Tage im Rathaus waren vom Krieg geprägt

In einer ebenso humorvollen wie nachdenklichen Rede dankte Bernd Hornikel allen Schorndorfern, die ihm ihr Vertrauen geschenkt hätten. „Ich werde ein Oberbürgermeister für alle Bürgerinnen und Bürger sein“, kündigte er an. Dass seine ersten Tage im Rathaus vom Krieg geprägt sind und waren, das hätte er sich wohl noch vor kurzem kaum vorstellen können. „Ereignisse und Nachrichten, die wir in unserer Zeit nicht mehr für möglich gehalten haben, überrollen uns. Sie machen uns Angst“, sagte er. Das wichtigste Thema sei im Moment, ausreichend Wohnraum für Geflüchtete bereitzustellen. Auch die Betreuung der Menschen, die durch die Erlebnisse in ihrer Heimat und durch die Flucht oft traumatisiert seien, müsse vorbereitet und koordiniert werden. „Gleichzeitig müssen wir uns auf Krisenszenarien und Versorgungsengpässe von Energie vorbereiten.“

Seit zwei Jahren sei die Stadt aber auch wegen Corona im Krisenmodus, erinnerte er. Jeder sei individuell betroffen, gleichzeitig seien die Folgen für die Gesellschaft als Ganzes noch nicht absehbar. „Die Zahl der Kinder mit psychologischen Problemen wächst“, sagte er. Vielen sei eine gewisse Leichtigkeit im Leben verloren gegangen. „Auch die wirtschaftlichen Folgen der Krise werden wir noch lange schmerzhaft spüren. Die Einbrüche auch in den städtischen Finanzen werden über Jahre Investitionsentscheidungen beeinflussen.“

Als große Aufgaben nannte er unter anderem die Klimaneutralität bis 2035, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und eine Städteplanung für das ganze Stadtgebiet. „Ich möchte starke Teilorte und stehe klar und deutlich für ein Ja zur Dezentralisierung“, sagte er unter dem Beifall vieler Zuhörer. Deshalb sei eine auf sinnvolle und nach Bedarf gerichtete Infrastruktur für Jung und Alt notwendig. „Dazu gehört eine bedarfsgerecht personell ausgestaltete Verwaltungsstelle in den Ortschaften.“ Wichtig sei ihm auch eine sinnvolle Anbindung der Nord- und Weststadt an die Innenstadt. Auch über ein Gesamtverkehrskonzept müsse nachgedacht werden. Ein weiterer Frequenzbringer für die Innenstadt und gleichzeitig ein Bildungsangebot werde die neue Stadtbücherei. Über die Ausgestaltung des Baus soll in der nächsten Gemeinderatssitzung entschieden werden.

Schon jetzt kündigte er für die gemeinsame Arbeit von Gemeinderat und Verwaltung eine strenge Haushaltsdisziplin an. „Gleichzeitig dürfen wir uns nicht kaputtsparen“, warnte er: Notwendige Investitionen müssten mutig getätigt werden. Klar sei aber auch: „Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden.“

Schorndorf hat einen neuen Oberbürgermeister. In einer feierlichen Sitzung des Gemeinderats wurde Bernd Hornikel von Stadträtin Sabine Brennenstuhl als Vertreterin des Gemeinderats vereidigt und offiziell ins Amt eingesetzt. Als äußeres Zeichen seines neuen Amtes legte sie ihm die Amtskette um. Viele gute Wünsche und Worte der Wertschätzung für den neuen Oberbürgermeister zogen sich durch die Festreden an diesem Abend – präsent war aber auch der Krieg in der Ukraine, der wie derzeit fast

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