Schorndorf

Tischtennis: Die Randsportart für alle

1/3
tischtennis_0
Eine der beliebtesten Randsportarten: Tischtennis © Christine Tantschinez
2/3
68d38c53-2e63-4885-8d80-a6c75aeaaf71.jpg_1
Tischtennis als Spiel für alle Generationen (von links): Gründungsmitglied und langjähriger Abteilungsleiter Hans Engelsdorfer, amtierender stellvertretender Abteilungsleiter Jürgen Fett, Pressewartin Annemarie Braun, Abteilungsleiter Pascal Borgwardt und Jugendleiter Helmut Braun. © ZVW
3/3
268e6869-ba51-4afd-b214-a36a23c6a5ce.jpg_2
Der Spielberichtsbogen vom allerersten Spiel, im Oktober 1966 gegen die Mannschaft des TV Weiler. © ZVW

Remshalden-Hebsack. Eigentlich war vor 50 Jahren in Hebsack Handball der angesagte Ballsport. Doch dann fiel das Spiel- und Trainingsfeld weg. Mit Tischtennis fanden die Hebsacker einen Sport, für den man nicht mehr braucht als Tische, Schläger und Ball. Und der bis ins hohe Alter Spaß machen kann.

Tischtennis ist neben Fußball die in Deutschland am weitesten verbreitete Sportart, ja wahrscheinlich ist es sogar die Sportart überhaupt: Es gibt wohl kaum jemanden, der nicht irgendwo schon mal den Schläger geschwungen hat, um den kleinen Plastikball übers Netz zu hauen. Sei’s im Freibad, in der Schule, daheim im Garten oder im Keller, Ping Pong ist ein echter Volkssport. Ganz im Gegensatz dazu fristet Tischtennis als Vereinssport eher ein Schattendasein.

Auch beim TV Hebsack dachte vor 50 Jahren eigentlich niemand so richtig an Tischtennis. „Hebsack war früher eine Handballhochburg“, sagt Hans Engelsdorfer. Gespielt wurde damals noch im Freien, auf dem Großfeld. Wo heute auf Winterbacher Gemarkung der Hundesportplatz liegt, lag der Platz, auf dem auch die Hebsacker Handballer spielten. Doch dann wurde der Platz geschlossen und plötzlich hatten sie kein Spielfeld mehr. Die damalige Hebsacker Sporthalle war für Handball viel zu klein. Was also tun? Da kamen einige Sportler, zu denen auch der damals 20-jährige Hans Engelsdorfer gehörte, auf die Idee mit dem Tischtennis.

Eine Platte hatten sie anno 1966 nicht, sie stellten einfach einige Tische zusammen und ein provisorisches Netz auf. Sieben Gründungsmitglieder legten heute vor genau 50 Jahren, am 7. April, 1966 den Grundstein für die Tischtennis-Abteilung des TVH. Ende 1966 hatte die Abteilung schon 31 Mitglieder. Heute sind es 68 im rund 580 Mitglieder zählenden Verein.

Tischtennisboom in den Achtzigern durch den Bau der neuen Halle

Großereignisse der Historie waren immer wieder die Kirbeturniere, die regelmäßig hochkarätig besetzt waren. 1976 traten sechs aktuelle Nationalspieler an. Davon abgesehen war der vorläufige Höhepunkt der Hebsacker Tischtennisbegeisterung in den achtziger Jahren erreicht, als die Kurt-Leppert-Halle gebaut wurde. „Das hat einen richtigen Boom ausgelöst“, sagt der stellvertretende Abteilungsleiter Jürgen Fett. In der Saison 83/84 gab es vier Herren- und vier Damenmannschaften, dazu zwei Jugendmannschaften.

Der Boom hielt jedoch nicht bis in die Gegenwart an. Momentan gibt es drei aktive Herrenmannschaften, drei Jugendmannschaften – aber keine Damenmannschaft mehr. Die beiden aktiven Damen spielen bei den Herren mit.

Eine davon ist Annemarie Braun. Sie kam 1977 in den Verein. Heute kommen nur noch sehr wenige Mädchen zum Tischtennis. Einen Grund dafür sieht Annemarie Braun im breiten Sportangebot, das den jungen Leuten heute zur Verfügung stehe. Da gebe es andere Dinge, wie Tanzsport, die Mädchen eher anzögen. Ihr Mann, Jugendleiter Helmut Braun, sieht auch die Konkurrenz durch Fußball, das heute auch viel mehr Mädchen spielen als früher.

Tischtennis kann man bis ins hohe Alter spielen

Dabei habe Tischtennis einen ganz besonderen Reiz. Fußball oder Handball seien viel körperlicher, sagt Braun, man müsse schnell rennen können. „Beim Tischtennis ist der Bewegungsablauf auch wichtig“, meint er. Entscheidender seien jedoch ein gutes Auge und Reaktionsvermögen. „Tischtennis kann ich bis ins hohe Alter spielen“, sagt Braun, „selbst wenn die Füße nicht mehr so mitmachen. Es ist als Gesundheitssportart anerkannt.“ Dazu passt, dass in der aktiven ersten Herrenmannschaft der jüngste Spieler 48 Jahre alt ist. „Es wird nach Leistung aufgestellt“, sagt Jürgen Fett, „nicht nach Alter.“

Die erste Herrenmannschaft hat diese Saison noch Großes vor (siehe Info unten). Zuvor wird allerdings gefeiert, am Freitag beim Jubiläumsfest mit vielen Gästen in der Kurt-Leppert-Halle.

Es geht um den Aufstieg

Die erste Herrenmannschaft des TVH hat diese Saison die Chance aus der Bezirksklasse in die Bezirksliga aufzusteigen. Am 30. April findet das Entscheidungsspiel in Lichtenwald statt. Der Aufstieg in die Bezirksliga gelang zuvor erst zweimal.