Schorndorf

Trotz Corona: In Schorndorf finden viele Hochzeiten statt

Hochzeit im Stadtpark
Im Schlosspark dürfen sogar 30 Gäste teilnehmen. © Stadt Schorndorf

Warmes Wetter, hupende Autokorsos und große Feiern mit vielen Gästen: In den Monaten Mai und Juni beginnt unter normalen Umständen die Hochzeits-Hochsaison. Trotz der Lage während der Corona-Pandemie scheinen sich verliebte Paare nicht davon abschrecken zu lassen, sich das Jawort zu geben. Für das Standesamt und die Brautpaare selbst bedeutet das in diesem Jahr aber vor allem Unsicherheit in der Planung und mehr Aufwand.

Heiraten trotz Corona-Krise - warum nicht?

Die Lust zu heiraten ist trotz der globalen Pandemie unbegrenzt. Im vergangenen Jahr hatte das Standesamt nur drei Trauungen weniger als sonst zu verzeichnen, wie Sachgebietsleiterin Martina Schaaf erzählt. Ein ähnlicher Trend lässt sich auch für dieses Jahr abzeichnen. Aktuell finden in Schorndorf im Schnitt rund fünf bis sechs Hochzeiten in der Woche statt - ungefähr so viele wie sonst auch. Dass viele Paare sehr kurzfristig anfragen und es auch sehr viele Interessierte aus dem Raum Stuttgart gibt, ist aber eher unüblich. „Ich habe aber nicht das Gefühl, dass es wegen Corona nachlässt“, sagt Martina Schaaf.

Die Entscheidung, eine Hochzeit stattfinden zu lassen, oder doch lieber noch eine Weile zu warten, hängt besonders von der erlaubten Gästeanzahl ab. Diese hat sich in den vergangenen Monaten des Öfteren geändert und hängt in Schorndorf vom jeweiligen Ort des Geschehens ab. Vergangenes Jahr waren zeitweise sogar bis zu 100 Leute zugelassen. Das hat sich aufgrund der Angst vor „Superspreader-Events“ geändert: Zehn Gäste sind aktuell an allen acht Standorten erlaubt, im Freien sind sogar bis zu 20 möglich. Im alten Rathaus dürfen beispielsweise zwölf Leute das Brautpaar beglückwünschen. Bei den drei Sonderterminen im Schlosspark seien theoretisch auch 30 Gäste möglich. Trotzdem schrecken viele Leute vor der festgeschriebenen Zahl zurück. „Viele kommen in einen Konflikt und wollen nicht abwägen müssen, wen sie denn tatsächlich einladen“, sagt Martina Schaaf.

Trauung per Videoübertragung

Außerdem besteht bei einer Hochzeit im Freien immer die Gefahr von plötzlichem Regen. Dann muss man gezwungenermaßen auf das Rathaus ausweichen. In großen Familien wird die Hochzeit daher doch gerne nach hinten verschoben. Die wenigsten möchten ihre engen Verwandten wieder ausladen müssen. Einigen sei das wiederum relativ egal oder sogar ganz recht. Viele Menschen sind, so Martina Schaaf, einer Hochzeit im kleinsten Rahmen alles andere als abgeneigt. „Sie können sich viel mehr aufeinander einlassen und die ersten Momente des Verheiratetseins genießen, wenn ihnen nicht 50 Leute dabei zusehen.“ Mehr Gedanken als sonst müssen sich die Brautpaare ohnehin machen.

Heiraten unter Corona-Bedingungen bedeutet aber nicht nur für die Paare mehr Aufwand. Auch das Standesamt hat mit einem Haufen an Mehrarbeit zu kämpfen. So müssen die Beamten beispielsweise Impf- oder Testnachweise am Tag der Trauung vor Ort kontrollieren. Martina Schaaf gibt zu Protokoll: „Wir sind froh, wenn irgendwann wieder normale Umstände herrschen.“ Dass die Hygiene- und Abstandsregeln in diesem Jahr noch aufgelockert werden, bezweifelt sie. Denn selbst Geimpfte müssen sich immer noch an diese halten. Hochzeiten unter normalen Umständen werden höchstwahrscheinlich erst wieder 2022 stattfinden können. Wenn sich wider Erwarten etwas ändern sollte, kann das Standesamt laut Martina Schaaf relativ spontan reagieren. Es soll ja tatsächlich mehr Gründe als die Liebe geben, um sich zu vermählen. Bei manchen Paaren stehen sachliche Gründe im Vordergrund, weshalb sie die Hochzeiten nicht verschieben wollen oder können. Manche stehen kurz vor einem Vertragsabschluss eines Immobilienkaufs. Andere wollen sich den Stress der Vaterschaftsanerkennung sparen, wenn ein Baby auf dem Weg ist. Die großen Feste verschieben diese Leute dann auch gerne auf die Zeit nach Corona. Zur Not wird die Trauung dann schon mal gefilmt und per Video im Internet gestreamt. Die Verwandten können das dann aus dem Wohnzimmer verfolgen. „Es gibt aktuell nichts, was es nicht gibt“, sagt Martina Schaaf lachend.

Warmes Wetter, hupende Autokorsos und große Feiern mit vielen Gästen: In den Monaten Mai und Juni beginnt unter normalen Umständen die Hochzeits-Hochsaison. Trotz der Lage während der Corona-Pandemie scheinen sich verliebte Paare nicht davon abschrecken zu lassen, sich das Jawort zu geben. Für das Standesamt und die Brautpaare selbst bedeutet das in diesem Jahr aber vor allem Unsicherheit in der Planung und mehr Aufwand.

Heiraten trotz Corona-Krise - warum nicht?

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