Schorndorf

Ukraine-Krieg: Modelabel Riani aus Schorndorf startet erneut Hilfstransport

Flüchtlinge Ukraine
Menschen aus der Ukraine auf der Flucht. © dpa/Sven Hoppe

Während Putins Bomben immer mehr Städte in der Ukraine verwüsten, Menschen sterben und verzweifelte Frauen und Kinder in Richtung Westen flüchten, ist die Welle der Hilfsbereitschaft ungebrochen. Vergangene Woche hat das Modeunternehmen Riani zwei Lkw-Transporte mit Hilfsgütern auf den Weg nach Polen und in die Ukraine geschickt. Diese sind in der polnischen Stadt Zamosc, das 110 Kilometer nordwestlich vom ukrainischen Lemberg liegt, und in der Stadt Mukachevo in der westlichen Ukraine gut angekommen. In beiden Städten sind Riani-Produktionsstätten, wo für das Schorndorfer Unternehmen genäht wird. „Die Transporte sind gut verlaufen“, berichtet Riani-Geschäftsführerin Mona Buckenmaier. Weil die Ukraine nicht in der EU ist, sind ihrem Bericht zufolge an der Grenze umfangreiche Ladelisten für den Zoll notwendig, die Hilfstransporter seien aber einfach durchgewunken worden. „Wir haben es gut hingekriegt“, sagt Mona Buckenmaier.

Immer mehr Flüchtlinge auch bei der Riani-Produktionsstätte in Polen

In der polnischen Stadt Zamosc, wo 200 Menschen für Riani beschäftigt sind, suchen aktuell viele Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine Zuflucht. Nach einem Aufruf im eigenen Unternehmen und einem Appell auf Instagram, Hilfe zu leisten und für die Flüchtlinge zu spenden, waren bei Riani zahlreiche Kartons mit Sachspenden zusammengekommen – unter anderem mit Spielzeug und teilweise original verpackten Babysachen, mit Decken und Schlafsäcken, Konserven, Hygieneartikeln und Medikamenten.

Die Menschen wollen nicht gehen, sondern weiterarbeiten

Einmal pro Woche startet von Schorndorf aus ein Transporter zu den Riani-Produktionsstätten, um dort die fertig genähten Teile abzuholen. Dieser Transport wurde nun dazu genutzt, um Hilfsgüter in die Stadt im südöstlichen Teil Polens zu bringen. Ein Teil der Spenden war auch nach Mukachevo in der West-Ukraine gegangen, wo aktuell noch gearbeitet wird, aber täglich Flüchtlinge aus dem Osten des Landes ankommen. Mit den Menschen vor Ort sei man in ständigem Kontakt, sagt Mona Buckenmaier: „Sie haben Angst. Aber sie wollen nicht gehen, sondern weiterarbeiten und keine Aufträge verlieren.“ Hosennähen mitten im Krieg: Auch das kann eine Hilfe sein. Noch gebe es vor Ort Material für 5000 Hosen, sagt ihre Mutter, Geschäftsführerin Martina Buckenmaier. Arbeit und ein Rest Normalität für die Partnerfirma, mit der Riani seit mehr als 20 Jahren zusammenarbeite.

Drei weitere Lastwagen starten Richtung Osten

Nachdem die ersten Transporte gut angekommen sind und weitere Hilfe gebraucht wird, will Riani in dieser Woche drei weitere Lastwagen beladen und Richtung Osten schicken. Zwei nach Polen, einen in die Ukraine. Zunächst werden die noch verbliebenen Sachspenden in der Lagerhalle von Riani auf den Weg gebracht. In dieser Woche seien auch noch Medikamente und Verbandszeug abgegeben worden, sagt Mona Buckenmaier. Eine Krankenschwester im Ruhestand brachte ihre ausgedienten Kittel vorbei.

Verein Aktion Straßenkinder braucht dringend Kartonagen

Inzwischen spitzt sich die Lage der Menschen in der Ukraine immer mehr zu. Das sagt Uwe Waltersbacher, Vorsitzender des Vereins Aktion Straßenkinder in Schorndorf. „Durch den Abbruch der Lieferketten kommen Versorgungsengpässe immer mehr zum Tragen. Die Menschen benötigen dringend Nahrung und Kleidung.“ Aktion Straßenkinder werde an diesem Donnerstag (10. März) deshalb den nächsten Hilfstransport in die Ukraine schicken. Auch in der kommenden Woche soll ein Transport starten. Gebraucht werden nach Angaben Waltersbachers weiter Decken, Kleidung, Hygieneartikel, Verbandsmaterial, Outdoor-Artikel und vieles mehr. Dringend nötig seien aber auch stabile Kartonagen, mit denen die Sachspenden verschickt werden können. Die Kartonagen können gerne gebraucht sein, sollten aber auf jeden Fall transportfähig sein, im besten Fall auch für Europaletten passen. Die Spenden werden in Schorndorf im Charity-Store in der Luther Straße 50 in Schorndorf angenommen.

Die Transporter dürfen die Grenze direkt passieren

„Gott sei Dank sind die Hilfstransporte gerade in der glücklichen Situation, dass sie direkt die Grenze passieren dürfen und die Hilfsgüter somit unmittelbar in die Zielgebiete gebracht werden können“, berichtet Waltersbacher. Seit Jahren sammelt der Verein Spenden und organisiert Hilfstransporte für Menschen in Not. Eigene Fahrer hat der Verein aber nicht.

Für den Transport werden 40-Tonner auf die Straße gebracht, die aktuell in der Ukraine bestellt werden. Nach Angaben des Vereins kostet ein Transport rund 2000 Euro für Lkw, Fahrer und Kraftstoff. „Wir freuen uns sehr über Ihre Sachspende, benötigen jedoch auch dringend finanzielle Mittel, um die Hilfsgüter in die Ukraine bringen zu können“, sagt Uwe Waltersbacher. „Daher benötigen wir auch Geldspenden für den Transport.“

Während Putins Bomben immer mehr Städte in der Ukraine verwüsten, Menschen sterben und verzweifelte Frauen und Kinder in Richtung Westen flüchten, ist die Welle der Hilfsbereitschaft ungebrochen. Vergangene Woche hat das Modeunternehmen Riani zwei Lkw-Transporte mit Hilfsgütern auf den Weg nach Polen und in die Ukraine geschickt. Diese sind in der polnischen Stadt Zamosc, das 110 Kilometer nordwestlich vom ukrainischen Lemberg liegt, und in der Stadt Mukachevo in der westlichen Ukraine gut

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