Schorndorf

Ukraine-Krieg: Stadt Schorndorf richtet Krisenstab ein

beleuchtetes Rathaus
Die Flagge weht am Rathaus als ein Zeichen der Solidarität. © Alexandra Palmizi

Mehr als zwei Millionen Menschen sind seit Ausbruch des Krieges aus der Ukraine geflohen, etwa 2600 Menschen sind bisher in Baden-Württemberg angekommen. Noch ist nicht bekannt, wie viele Menschen die Stadt Schorndorf aufnehmen muss und wie viel Wohnraum nötig sein wird, doch auch die Stadt macht sich für den Empfang von Flüchtlingen bereit. „Die Kriegslage erschüttert uns alle“, sagte Oberbürgermeister Bernd Hornikel in der Sitzung des Gemeinderats. „Ich hätte nicht gedacht, dass zu meinen Lebzeiten ein Aggressor dermaßen zündelt. Wir müssen mit einer Flüchtlingswelle aus dem Kriegsgebiet rechnen.“

Von einzelnen Zimmern bis zu ganzen Wohnungen

Sehr gut war nach Angaben des Oberbürgermeisters die Resonanz auf den Aufruf, für die Flüchtlinge privaten Wohnraum zur Verfügung zu stellen. „Wir haben rund 50 Angebote von privater Seite bekommen, zwei davon haben wir schon vermittelt“, berichtete Hornikel. Die Angebote reichten von einzelnen Zimmern in Privatwohnungen bis hin zu kompletten Wohnungen. Eine sehr große Solidarität sei spürbar.

23 Kinder und Jugendliche aus der Ukraine sind in Schorndorf angekommen

Bisher sind 58 Menschen in Schorndorf angekommen. 23 von ihnen seien minderjährig. „Hier zeigt sich die Tragödie“, stellte Hornikel fest. Alle seien privat untergebracht, die Stadt prüft aber auch die Bereitstellung einer größeren städtischen Unterkunft. Unter der Leitung von OB Hornikel und Erstem Bürgermeister Thorsten Englert wurde der Krisenstab Ukraine eingerichtet. In engem Kontakt und Austausch mit Landkreis und Kommunen sollen alle Informationen gebündelt und in sinnvolle Maßnahmen umgesetzt werden. „Wir fahren auf Sicht“, sagte Hornikel. Vieles sei noch nicht geklärt. „Aber wir wollen schnell reagieren können, so dass wir die verschiedenen Stufen der Krise meistern können.

Eine gemeinsame Erklärung mit den Partnerstädten

Inzwischen hat der neue Oberbürgermeister auch mit den Stadtchefs der Partnerstädte Kontakt aufgenommen. Ziel ist es, eine gemeinsame Erklärung gegen den Krieg auf den Weg zu bringen. Aus der französischen Partnerstadt Tulle, aus der amerikanischen Stadt Tuscaloosa und aus Kahla in Thüringen sind bereits positive Rückmeldungen eingegangen. Die Partnerstädte seien miteinander freundschaftlich verbunden, Städtepartnerschaften gerade in solchen Zeiten besonders wichtig. „Dieses Zeichen war mir wichtig“, sagte Hornikel unter dem Beifall des Gemeinderats.

Bekommen die Flüchtlinge Unterstützung?

Fragen zur rechtlichen Situation von Haus- und Wohnungsbesitzern, die Wohnraum zur Verfügung stellen, meldete GLS-Rat Werner Neher an. „Wer versorgt die Leute, können die ihr Konto in der Ukraine nutzen, kriegen sie hier Unterstützung?“, wollte er wissen. Für eventuelle Schäden am Mietobjekt gebe es Lösungen, sagte Erster Bürgermeister Englert schon jetzt, die weiteren Infos sollen folgen. Silke Olbrich, SPD-Rätin und Schulleiterin der Schlechtbacher Grundschule, berichtete, dass die Schulen Kinder aus der Ukraine aufnehmen wollten, auch wenn der Klassenteiler hoch sei. Viele Lehrerinnen und Erzieherinnen seien aber am Rande ihrer Kraft. Weitere Helfer würden deshalb gebraucht, deren Hilfe nach Ansicht Olbrichs aber nicht kostenlos sein solle. Aus Sicht der Schulleiterin wollten die meisten Kinder nicht Deutsch lernen, sondern zurück in ihre Heimat. „Sie müssen abgelenkt werden.“

Geflüchtete Kinder, die kein Deutsch sprechen, werden normalerweise bis zu zwei Jahre lang in Vorbereitungsklassen betreut, bevor sie in Regelklassen wechseln. Ob die bestehenden Vorbereitungsklassen reichen, ist nach Aussagen aus dem Kultusministerium derzeit ebenso unklar wie die Frage, wie viele Kinder aus der Ukraine wirklich in die Schule kommen und auf Dauer bleiben werden.

Offenes Netzwerk für Ukraine-Hilfe beim ZIB

Aktuell bereitet sich auch der Fachbereich Familie und Soziales auf mögliche Szenarien vor. Die Federführung liegt beim Krisenstab Ukraine, der die vorhandenen Angebote in der Stadt bündeln wird. Der Fachbereich Familie und Soziales soll eine Plattform für den Austausch der freien, kirchlichen und öffentlichen Träger in der Stadt bieten. Angesichts der erwarteten stark steigenden Flüchtlingszahlen wurde im ZIB (Zentrum für internationale Begegnungen) am Donnerstag das offene Netzwerk für die Ukraine-Hilfe gegründet. Nach Angaben von Claudia Lösler, Sprecherin der Stadt, nahmen 14 Institutionen teil. Das Netzwerk ist für die Koordination der möglichen Hilfen zuständig. Im ersten Gespräch hätten sich die Teilnehmer auf mögliche Räume und deren Nutzung, Bündelung und Absprache von Angeboten konzentriert. Der Kreis soll sich noch erweitern und regelmäßig tagen.

Info

Hauptamtliche Akteure können sich direkt an die Integrationsbeauftragte Böhnlein, Lena.Boehnlein@schorndorf.de, wenden. Ehrenamtliche finden unter Scho engagiert | Stadt Schorndorf Informationen und Ansprechpartner.

Mehr als zwei Millionen Menschen sind seit Ausbruch des Krieges aus der Ukraine geflohen, etwa 2600 Menschen sind bisher in Baden-Württemberg angekommen. Noch ist nicht bekannt, wie viele Menschen die Stadt Schorndorf aufnehmen muss und wie viel Wohnraum nötig sein wird, doch auch die Stadt macht sich für den Empfang von Flüchtlingen bereit. „Die Kriegslage erschüttert uns alle“, sagte Oberbürgermeister Bernd Hornikel in der Sitzung des Gemeinderats. „Ich hätte nicht gedacht, dass zu meinen

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