Schorndorf

Umbau über der Palm'schen Apotheke - Arzt fürs Schorndorfer Apothekerhaus gesucht

Palm Gruppe
Nach der Praxisschließung der Hautärztin Gabriele Güldner wünscht sich Monika Seckler-Fleischer, die Geschäftsführerin der Palm-Immobilienfirma, wieder eine Arztpraxis. © ALEXANDRA PALMIZI

Das altehrwürdige Haus der Palm’schen Apotheke mit seiner wunderschönen Fachwerkfassade, das im 17. Jahrhundert gebaut wurde, hat schon viele Bewohner gesehen. Aktuell logieren über der Apotheke der Neurologe Dr. Michael Schajor und der Allgemeinarzt Dr. Christian Grimm. Nun wird ein neuer Mieter gesucht. Nach dem Auszug der Hautärztin Dr. Gabriele Güldner stehen die Arztpraxis im dritten Stock und die Wohnung im Dachgeschoss leer - doch bevor hier wieder ein Mediziner praktiziert, gehören die Räume den Handwerkern. „Wir nutzen die Chance zur Neugestaltung hinter den denkmalgeschützten Fassaden“, sagt Monika Seckler-Fleischer, Geschäftsführerin der Palm-Immobilienfirma. Ein Bautrupp hat alle nichttragenden Wände entfernt, zudem sind alle Einbauten einschließlich alter Leitungen und Böden abgerissen worden. Wo früher der Empfang der Hautarztpraxis, das Wartezimmer und mehrere Behandlungsräume waren, gibt es nun wenige große Räume. Darüber befindet sich eine helle Dachgeschosswohnung, die aktuell ebenfalls umgebaut wird und künftig zur Praxis gehören soll.

Der Aufzug könnte bis ins Dachgeschoss geführt werden

Entstanden ist eine 210 Quadratmeter große Einheit, die sich über beide Stockwerke erstreckt und die ein Nachfolger neu gestalten kann. Balken und Statik wurden geprüft, um Aussagen machen zu können, was möglich ist. So könnte nach Aussagen von Monika Seckler-Fleischer eine interne Verbindung zwischen den Stockwerken geschaffen werden. Der Aufzug, der derzeit bei der ehemaligen Hautarztpraxis endet, könnte bis zum Dachgeschoss weitergeführt werden. Auch für eine Gemeinschaftspraxis würden sich die beiden Etagen eignen, meint Monika Seckler-Fleischer. Wie die Praxis genau aussehen wird, ist die Entscheidung des künftigen Mieters oder der Mieter. „Wir bauen erst um, wenn wir die konkreten Mieter haben“, sagt die Geschäftsführerin der Palm-Immobilienfirma. „Vorher macht das keinen Sinn.“ Wunschkandidaten wären Allgemeinmediziner, Kardiologen, Internisten oder ein Diabetologe.

Die Palm-Gruppe besitzt in Schorndorf und Umgebung weitere Gewerbeimmobilien. Am Marktplatz 8 praktizieren zwei Fachärzte für Augen und Hals-Nasen-Ohren. In der Schulstraße 4 finden sich die Zahnmanufaktur sowie urologische und internistische Gemeinschaftspraxen, in der Wallstraße 2 sind eine gemeinschaftliche Frauenarztpraxis sowie eine Tagesklinik für Oral- und Gesichtschirurgie angesiedelt. Auch außerhalb der Stadtgrenze ist die Firmen-Gruppe aktiv, unter anderem in Remshalden, Hegnach, Winterbach, Bad Cannstatt und Aalen finden sich an insgesamt 13 Palm-Standorten 30 Gewerbeimmobilien. Gesellschafterin der Immobilienfirma ist die 1995 gegründete Palm-Stiftung des Apotheker-Ehepaars Dr. med. Maria und Johann-Philipp Palm. Die meisten Immobilien haben die Palms zwischen 1970 und 1995 entwickelt, bauen lassen oder erworben. Firmensitz ist in Schorndorf, das Büro teilt sich die Immobilienfirma mit der Stiftung, die Denkmalschutz, Meinungs- und Pressefreiheit sowie Bildungsprojekte fördert.

Laut Immobilienfachwirtin Monika Seckler-Fleischer erwirtschaften die Immobilien ihre Mieteinnahmen zu je einem Drittel aus der Vermietung an Apotheker, Fachärzte und Anbieter des täglichen Bedarfs wie Bäcker, Banken oder Modefilialisten. Aus diesen Mieterlösen, abzüglich Investitionen in den Immobilienbestand, werden die Stiftungszwecke erfüllt. Die Palm-Gruppe erwirbt Baugrundstücke oder Objekte, die wegen Auflagen des Denkmalschutzes für andere Investoren uninteressant sind, insbesondere, wenn sich medizinische und pflegerische Angebote dort verwirklichen lassen. In den vergangenen 15 Jahren habe sich das Profil Richtung betreutes Wohnen und Pflege geweitet. Ohnehin waren in den oberen Etagen der Ärztehäuser immer schon häufig die Apothekerdienstwohnungen untergebracht.

Die Palm-Gruppe fungiert zudem als Bauträgerin und Stadtquartiersentwicklerin. Die Investitionsvolumina liegen laut Seckler-Fleischer bei sieben bis zehn Millionen Euro und haben ihren Schwerpunkt auf betreutem Wohnen in barriere-reduzierten Appartements, die veräußert werden. Dagegen bleiben Flächen für Apotheker, Arzt- oder Physiotherapiepraxen, Ladengeschäfte sowie ein Teil der Tiefgaragenplätze im Teileigentum der Stiftung, die sie über die eigene Verwaltungsfirma vermietet.

Das altehrwürdige Haus der Palm’schen Apotheke mit seiner wunderschönen Fachwerkfassade, das im 17. Jahrhundert gebaut wurde, hat schon viele Bewohner gesehen. Aktuell logieren über der Apotheke der Neurologe Dr. Michael Schajor und der Allgemeinarzt Dr. Christian Grimm. Nun wird ein neuer Mieter gesucht. Nach dem Auszug der Hautärztin Dr. Gabriele Güldner stehen die Arztpraxis im dritten Stock und die Wohnung im Dachgeschoss leer - doch bevor hier wieder ein Mediziner praktiziert, gehören

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