Schorndorf

Umbau der alten Hauptschule hat begonnen

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Er war’s: Bürgermeister Stefan Breiter hat eigenhändig mit dem Bagger die ersten Teile des alten Hauptschulgebäudes in Geradstetten eingerissen. © Mathias Ellwanger
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Baggerbiss
Er war’s: Bürgermeister Stefan Breiter hat eigenhändig mit dem Bagger die ersten Teile des alten Hauptschulgebäudes in Geradstetten eingerissen. © Palmizi / ZVW

Remshalden. Nächstes Jahr in den Sommerferien soll die Remshaldener Realschule von Grunbach nach Geradstetten umziehen. Der Umbau des alten Hauptschulgebäudes hat am Dienstag mit dem ersten Baggerbiss so richtig begonnen. Abgerissen wird der Teil des Gebäudes, in dem früher die Bibliothek untergebracht war.

Die Bibliothek ist schon lange ausgezogen in ihre neuen Räume im Erdgeschoss des Betreuten Wohnens. Zwischenzeitlich nutzten Flüchtlinge den Teil der Schule als Aufenthaltsraum. Das Gebäude war kurzzeitig Notunterkunft, in den Klassenzimmern waren Schlafräume eingerichtet. Die letzten Flüchtlinge zogen im Februar aus. Das war die Bedingung der Gemeinde ans Landratsamt, damit die Abbrucharbeiten rechtzeitig beginnen konnten.

Am Dienstag ging es nun also los. Bürgermeister Stefan Breiter brachte am Steuer des Baggers persönlich den ersten Teil des Daches zum Einsturz. Schon in den Tagen zuvor war das Gebäude entkernt worden. Bis 1. April sollen die Abbrucharbeiten erledigt sein. Danach soll es zeitnah mit dem Neubau weitergehen. Für die Sommerferien 2017 ist der Umzug der Realschule geplant. 450 Schüler sollen dann im umgebauten ehemaligen Hauptschulgebäude Platz finden. Projektleiter Manfred Michel vom Büro Michel und Wolf versprach beim Baggerbiss-Termin: „Wir werden alles dafür tun, um Kosten und Termine einzuhalten.“ (Siehe auch „Die Baukosten“.)

Zwei dreigeschossige Anbauten an das Bestandsgebäude

Nach dem Abbruch der alten Bibliothek entsteht an der Westseite des bestehenden Gebäudes ein dreigeschossiger Anbau mit Fachklassenräumen für Physik, Chemie und Biologie sowie zwei weiteren Klassenzimmern, Verwaltung und offenem Lernbereich. An die Ostseite des Bestandsgebäudes kommt ebenfalls ein dreigeschossiger Anbau mit einem Fluchttreppenhaus und drei Vorbereitungs- beziehungsweise Lagerräumen. Im Bestandsgebäude wird ein Aufzug eingebaut, um alle Bereiche barrierefrei zugänglich zu machen, alle Decken werden brandschutztechnisch ertüchtigt, die Haustechnik mit Heizung, Sanitär und Elektro komplett erneuert und Lüftungsanlagen eingebaut.

Neu wird an der Realschule das sogenannte „Lehrer-Raum-Prinzip“ sein. Das heißt: Jeweils zwischen zwei Klassenzimmern gibt es einen Arbeitsraum für die Lehrer. Statt dass die Schüler feste Klassenzimmer haben und die Lehrer zu ihnen kommen, ist es dann andersherum. Die Arbeitsräume können zugleich für individuelles Lernen und Projektarbeit genutzt werden.

Realschule wird an bestehendes Blockheizkraftwerk angeschlossen

Die Hauptschule wurde 2013 geschlossen. Vorher waren die Schülerzahlen dort stark zurückgegangen. Das Gebäude wurde 1972 gebaut und liegt zentral in Nähe von Kinderhaus und Grundschule. Dadurch erhofft sich die Gemeinde die berühmten „Synergieeffekte“, das heißt zum Beispiel, die neu gestalteten Außenanlagen können gemeinsam genutzt werden. Außerdem wird die Realschule auch an das bestehende Blockheizkraftwerk angeschlossen, das bereits Kinderhaus und Grundschule versorgt.

Bis zum Umzug steht für Schule und Gemeinde auch noch die große Aufgabe an, einen neuen Namen für die bisherige Ernst-Heinkel-Realschule zu finden. Der Gemeinderat beschloss im April 2014, dass die Schule umbenannt werden soll. Der Namensgeber, Flugzeugpionier Ernst Heinkel, geriet zuvor durch die Aufarbeitung seiner NS-Vergangenheit im Zusammenhang mit der Ausbeutung von Zwangsarbeitern ins Zwielicht.

Die Baukosten und ihre Finanzierung

Der Umbau der Schule soll laut Plan zehn Millionen Euro kosten. Zumindest ist das die vom Gemeinderat gewünschte Kostenobergrenze. Ob sie eingehalten werden kann, wird sich während der Bauzeit zeigen. Noch unklar, weil nicht beschlossen, ist, wie teuer die Außenanlagen werden.

Als Teil der Kostendeckung rechnet die Gemeinde mit rund 2,9 Millionen Euro Fördergeldern als Zuschuss vom Land.

Zudem soll der Schulumbau durch die Vermarktung des frei werdenden Geländes der Realschule für eine Wohnbebauung refinanziert werden. Durch den Abbruch des alten Schulgebäudes in Grunbach entsteht eine freie Fläche von rund 10 000 Quadratmetern.