Schorndorf

Unter den besten Werbefotografen der Welt

1/21
Butz2_0
Kerstin Butz mit Motorrad im heimischen Keller-Fotostudio: Geschosse wie dieses gehören zu ihren liebsten Motiven. © Jamuna Siehler
2/21
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt_1
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt. © Joachim Mogck
3/21
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt_2
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt. © Joachim Mogck
4/21
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt_3
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt. © Joachim Mogck
5/21
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt_4
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt. © Joachim Mogck
6/21
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt_5
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt. © Joachim Mogck
7/21
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt_6
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt. © Joachim Mogck
8/21
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt_7
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt. © Joachim Mogck
9/21
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt_8
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt. © Joachim Mogck
10/21
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt_9
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt. © Joachim Mogck
11/21
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt_10
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt. © Joachim Mogck
12/21
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt_11
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt. © Joachim Mogck
13/21
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt_12
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt. © Joachim Mogck
14/21
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt_13
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt. © Joachim Mogck
15/21
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt_14
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt. © Joachim Mogck
16/21
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt_15
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt. © Joachim Mogck
17/21
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt_16
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt. © Joachim Mogck
18/21
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt_17
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt. © Joachim Mogck
19/21
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt_18
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt. © Joachim Mogck
20/21
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt_19
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt. © Joachim Mogck
21/21
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt_20
Kerstin Butz unter den besten 200 Werbefotografen der Welt. © Joachim Mogck

Remshalden. Die Formen schneller, teurer Autos und Motorräder haben es Kerstin Butz besonders angetan. Aber auch schnöde Rasenmäher oder Hochdruckreiniger werden bei ihr durch den spielerischen Einsatz von Licht zu wahren Technik-Gemälden. Das international beachtete Fachmagazin „Lürzer’s Archive“ führt die 34-Jährige aktuell unter den 200 besten Werbefotografen weltweit.

Kerstin Butz’ Einstieg in die Fotografie kann man durchaus als ungewöhnlich bezeichnen. Das Thema hat sie eigentlich einen großen Teil ihres Lebens überhaupt nicht interessiert. Es war nicht so wie bei vielen im Metier oder auch in anderen künstlerisch-kreativen Berufen, dass sie eine Leidenschaft oder ein Hobby zum Beruf gemacht hätte. Erst spät, mit 20 Jahren, stellte sie fest, dass sie ein Auge hatte, ein Talent zum Umgang mit der Kamera und dass ihr die Sache Spaß macht. Doch sie verfolgte das zunächst nicht weiter, studierte stattdessen nach dem Abitur etwas ganz anderes: Elektrotechnik. Das Ziel war: Patentanwältin werden und in Papas Kanzlei einsteigen.

Geboren und aufgewachsen ist Kerstin Butz in Engen. In Stuttgart versuchte sie sich dann zwei Semester als Studentin, bis sie merkte, dass das nichts für sie war. „Ich bin nicht der Typ, der sechs Stunden am Tag dasitzen und lernen kann“, sagt sie. Ende 2004 teilte sie ihrem Vater mit: „Du, ich steige nicht bei dir in die Kanzlei ein.“ Stattdessen machte sie ein Praktikum beim Stuttgarter Fotografen Peer Brecht, damals noch völlig blank und unbedarft in der Materie. Das Handwerk lernte sie dann auf der Lazi-Akademie in Esslingen.

„Ich sehe mich schon als Künstlerin“

Kamera und Objektive einzustellen, Blickwinkel zu wählen und das Licht zu setzen, das ist zu einem guten Teil Handwerk. Und als Werbefotografin ist Kerstin Butz auch eine Dienstleisterin. Aber sie sagt selbstbewusst: „Ich sehe mich schon als Künstlerin.“ Auch bei Werbeaufträgen, bei denen es klare Vorgaben vom Auftraggeber oder der Agentur gibt, sind schließlich Kreativität und Gefühl in der Umsetzung gefragt. „Wenn ich das Licht mache“, sagt Butz, „dann ist es das, was den Ausschlag dafür gibt, wie das Produkt aussieht.“

Licht ist ein wichtiger Faktor bei ihrer Arbeit, sie setzt es ein wie eine Malerin. Das Foto, mit dem sie im Band von „Lürzer’s Archive“ mit den 200 besten Werbefotografen vertreten ist, hat sie mit der Light-Brush-Technik geschaffen. Das heißt: Sie hat es mit einer Taschenlampe regelrecht gemalt. Konkret: die Belichtungszeit der Kamera auf 30 Sekunden gestellt und in einem dunklen Raum die Formen des Autos mit der Taschenlampe nachgezeichnet.

„Es ist Handwerk, aber es ist auch eine kreative Arbeit“, sagt Kerstin Butz. Im Grunde, so ihre Ansicht, ist die Ausrüstung, die technische Seite, nur zweitrangig, denn die beste Kamera bringt einem nichts, wenn einem das Gefühl abgeht: „Letztendlich zählt das Auge“, sagt sie.

Autos und Motorräder haben es Butz schon immer angetan, dafür schwärmt sie: „Ich mag den Sound, das Design, die Formen.“ Die metallisch-kühlen Kurven schöner Maschinen, darin verguckt sie sich, da wird ihre kreative Ader wach. Mit gezielter Beleuchtung zeichnet sie die Formen nach und setzt die Kunst der Ingenieure und Designer noch einmal neu in Szene.

Kerstin Butz fotografiert aber nicht nur Autos und Motorräder, sondern auch andere Aufträge, aktuell zum Beispiel für Kärcher. Rasenmäher oder andere Gerätschaften finden sich ebenfalls in ihrem Portfolio. Für den Märklin-Katalog hat sie Modelleisenbahnen ins rechte Licht gerückt. Auch Menschen nähert sie sich mit Kamera und Beleuchtung. Zum Beispiel hat sie für die FDP Porträts vor Landtags- und Bundestagswahlen gemacht, die teilweise für Wahlplakate verwendet wurden.

Wenn Kerstin Butz an manche Plakate mit Politiker-Konterfeis denkt, die momentan so in der Gegend hängen, dann verzerrt sich ihr Gesicht wie vor Schmerz. Rätselhaft, mit welchen stümperhaft in Szene gesetzten Porträts manche Parteien denken, Wähler für sich einnehmen zu können, meint sie. Statt eines Profi-Fotografen, so scheint es, war bei manchen der Bahnhofs-Passbildautomat am Werk. Da kann man wohl nur raten, beim nächsten Mal jemanden ranzulassen, der was von Handwerk und Fotokunst versteht. An Kerstin Butz dürfte es jedenfalls bestimmt nicht gelegen haben, dass die FDP bei den letzten Wahlen so abgeschmiert ist.

Oppenländer

Ebenfalls unter den 200 Besten des „Lürzer’s Archive“ ist der Waiblinger Fotograf Peter Oppenländer. Wir haben darüber in der Zeitung vom 3. Februar 2016 berichtet.

Wie schafft man das eigentlich, unter die Besten zu kommen? Man muss sich beim „Lürzer’s Archive“ bewerben. Kerstin Butz hat es dreimal probiert, bis es geklappt hat und sie von der Jury unter 8800 Einreichungen von 1200 Fotografen aus 22 Ländern ausgewählt wurde.

Die Auserwählten gewinnen die Ehre, ihre Bilder im Buch der Besten veröffentlichen zu dürfen. Aber nur, wer dann auch noch dafür zahlt, wie für eine Werbeanzeige, wird gedruckt.

„Es ist eine tolle Referenz“, sagt Kerstin Butz. Schließlich gehe es um die Fachzeitschrift der Werbebranche, sagt sie.