Schorndorf

Unterkunft für Geflüchtete in Schornbach: Wie steht es um die Brühlhalle?

Flüchtlinge
Geflüchtete aus der Ukraine vor der Brühlhalle in Schornbach. © Alexandra Palmizi

Beinahe drei Monate dauert der Krieg in der Ukraine nun schon an. Ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Aus Angst vor russischen Bombenangriffen und Panzern sind vor allem ukrainische Frauen und Kinder ins europäische Ausland geflohen. Laut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge halten sich aktuell über 700.000 Ukrainerinnen und Ukrainer in Deutschland auf. Ein kleiner Teil davon lebt seit gut einem Monat in der Brühlhalle in Schornbach. Sind seitdem neue Geflüchtete dazugekommen und reicht der Platz in der Halle überhaupt aus?

Vier Personen sind seit April ausgezogen

Am 19. April erreichte ein Bus mit 49 Geflüchteten aus der Ukraine Schornbach, die zunächst in die Notunterkunft in der Brühlhalle unterkommen konnten. Ursprünglich hatte das Landratsamt nur mit 42 gerechnet. Dass es letztendlich mehr geworden sind, lag daran, dass Geflüchtete über den Tag auch mit Privatfahrzeugen in Schornbach angekommen sind. Seitdem sind keine mehr dazugekommen. Im Gegenteil, es sind sogar weniger geworden: Von den knapp 2600 Geflüchteten im gesamten Landkreis leben aktuell nur noch 45 in der Brühlhalle. Das teilt das Landratsamt auf Nachfrage mit. Die Pressesprecherin des Landratsamtes, Martina Keck, berichtet: „Bisher wurden keine weiteren zugewiesenen Geflüchteten in Schornbach untergebracht.“

Theoretisch wäre in der Halle Platz für 90 Personen, würde man Bett an Bett stellen. Da aber hauptsächlich Mütter mit Kindern dort nächtigen, wurden Trennwände aufgestellt. Diese sollen wenigstens für ein bisschen Privatsphäre in der Sporthalle sorgen. Mit eingebauten Trennwänden passen knapp 60 Leute in die Notunterkunft, wie das Landratsamt mitteilt. Es sind also durchaus noch Kapazitäten frei. „Wir werden alle Plätze nur bei dringendem Bedarf belegen, um die Privatsphäre der Bewohner bestmöglich zu wahren“, erklärt Martina Keck.

Doch was ist eigentlich mit den vier Geflüchteten passiert, die die Brühlhalle wieder verlassen haben? Das lässt sich nicht genau sagen. Denn wie Martina Keck erklärt, dürfen Geflüchtete aus der Ukraine ihren Wohnsitz in Deutschland frei wählen. Deshalb sei dem Landratsamt nicht bekannt, wohin diese vier Personen gegangen sind.

Die meisten leben in privaten Wohnungen

Vermutlich aber sind sie in einem privaten Haushalt untergekommen. Typischerweise kommen die Geflüchteten in einem Ankunftszentrum im Kreis an und suchen dann eine Wohnung beziehungsweise kommen in eine kommunale Unterkunft oder ziehen zu Freunden, Bekannten oder Ehrenamtlichen. Dies bestätigte kürzlich auch die Stadt Schorndorf. Ein Großteil der 240 Geflüchteten, die insgesamt in Schorndorf angekommen sind, wurde laut Stadtverwaltung in Privatwohnungen untergebracht. 92 davon sind Kinder.

Land und Kommunen können kaum planen

Als der Krieg im Februar ausgebrochen ist, erwarteten viele Kommunen in ganz Deutschland einen deutlich größeren Strom an Geflüchteten. Siegfried Lorek, Staatssekretär für Migration, berichtete kürzlich von einem Tag, an welchem dem Land 2700 Flüchtlinge angekündigt waren – es kamen am Ende 250.

Auch deshalb herrscht teilweise immer noch Unsicherheit in der Planung. Die Landkreise und Kommunen können nur auf Sicht fahren. Gemäß der vom Bund bestimmten Aufnahmequote müsste der Rems-Murr-Kreis sogar noch rund 1000 Geflüchtete aufnehmen. „Ob diese tatsächlich über die bundesweite Verteilung Baden-Württemberg, beziehungsweise den Rems-Murr-Kreis erreichen werden, kann derzeit nicht gesichert gesagt werden“, teilt Martina Keck mit. Durchschnittlich nehme der Rems-Murr-Kreis pro Woche 50 Geflüchtete aus den Aufnahmeeinrichtungen des Landes auf.

Um die Ukrainerinnen und Ukrainer zu unterstützen, gibt und gab es in ganz Schorndorf Spenden- und Sammelaktionen. Unter anderem über die DRK-Kleiderstube oder den Konzerttag am vergangenen Wochenende. Die Erlöse daraus kommen unter anderem der Tafel zugute.

Beinahe drei Monate dauert der Krieg in der Ukraine nun schon an. Ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Aus Angst vor russischen Bombenangriffen und Panzern sind vor allem ukrainische Frauen und Kinder ins europäische Ausland geflohen. Laut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge halten sich aktuell über 700.000 Ukrainerinnen und Ukrainer in Deutschland auf. Ein kleiner Teil davon lebt seit gut einem Monat in der Brühlhalle in Schornbach. Sind seitdem neue Geflüchtete dazugekommen und

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