Schorndorf

Vater und Sohn überqueren 18 Alpenpässe mit dem Rad

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Auf dem Fahrrad die Alpen überqueren. (Symbolbild) © ZVW/Sarah Utz
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Glücklich am Ziel in Riva del Garda: Kai und Rolf Schönleber nach 819 Kilometern im Sattel.

Schorndorf. 819 Kilometer, 18 Pässe und 17 739 Höhenmeter. Ende Juni haben sich Rolf Schönleber und sein Sohn Kai die Gewalttour über die Alpen – in sieben Etappen von Brixen nach Riva del Garda – angetan. „Das war eine harte Nummer“, sagt der 68-jährige Rennradler, der mit seinem 38-jährigen Sohn bei der Tour Transalp in der Kategorie „Grand Masters“ gestartet ist. Mittlerweile sind sie wieder bei Kräften – und denken schon über die nächste Tour nach.

Auf 8000 bis 10 000 Rennrad-Kilometer kommt Rolf Schönleber im Jahr bestimmt. Bei seinem Sohn ist das nicht anders: Beide verbindet eine ganz besondere Rad-Leidenschaft. In den 1980er Jahren, erzählt Schönleber, habe er schon bei manchen Amateur-Rennen mitgemacht, sein Rad aber dann wegen einer Bienenallergie in die Ecke gestellt. Als sich sein Sohn 2010 ein Rennrad gekauft hat, hat’s Schönleber wieder gepackt: Ihr erstes gemeinsames Event war das Bergrennen zur Eröffnung der neuen Landesstraße nach Schlichten. Seither fahren sie jede Woche bis zu 500 Kilometer zu Trainingszwecken und sind bei fünf bis sechs Rennen im Jahr bestimmt dabei. Als Einzelfahrer oder – wie bei der Tour Transalp – in der Kategorie „Grand Masters“ unter Herren-Teams, die zusammen älter als 100 Jahre sind.

Moderat gestartet und sich dann täglich gesteigert

Eine Voraussetzung, die Vater und Sohn leicht erfüllen konnten. Die Tour selbst aber war dann eine harte Nummer: Jeden Tag bis zu vier Alpenpässe, „das war eine Herausforderung“, sagt Schönleber. In Summe waren’s – bei einer Strecke von 819 Kilometern – dann 17 739 Höhenmeter. Weil sie wussten, was auf sie zukommt, haben sie moderat angefangen, sich dann aber täglich gesteigert. Am Schluss sind sie unter den 91 Teams, die gestartet, und den 85, die ins Ziel gekommen sind, auf Platz 37 gelandet. Damit können die beiden zufrieden sein: „Unser Ziel war Ü 50“, sagt Schönleber, fühlt sich so fit wie nie. Aufs E-Bike umzusteigen ist für ihn noch lange keine Option.

Doch die Messlatte ist hoch: Jedes Jahr ein Highlight, dieses Ziel hat sein Sohn vorgegeben. Und solange er kann, macht der 68-Jährige mit. Und die Tour Transalp war etwas Besonderes: von Brixen über St. Vigil, Sillian, Fiera die Primero, Crespano des Grappa, Trento und Kaltern bis Riva del Garda in spektakulärer Landschaft über die Alpen. Das war ein Erlebnis, aber auch eine wahnsinnige Schinderei. Die schlimmste Etappe, sagt Schönleber, war die vorletzte von Trento nach Kaldern: An einem brütend heißen Tag 30 Kilometer Anstieg zum Manghenpass, das ging so in die Knochen, dass es die beiden noch in der Woche danach gemerkt haben.

Träumen von der nächsten Tour

Doch mittlerweile sind sie wieder fit und denken schon über die nächste Strapaze nach: Bei der vierten Etappe der Deutschland-Tour, die am 26. August von Lorsch nach Stuttgart führt und Schorndorf passiert, sind Rolf und Kai Schönleber natürlich dabei. So wie sie auch gerne beim Dolomiten-Marathon gestartet wären. Doch Radrennen sind begehrt: Von 30 000 Rennradlern, die sich beworben haben, können 9000 mitfahren. Das Team Schönleber ist nicht dabei.

Da ist die Teilnahme an der Tour Transalp schon einfacher: Obwohl die Alpentour als bekanntestes und spektakulärstes Rennrad-Highlight in Europa gilt und sogar Hobby-Radler aus Neuseeland und Israel anlockt, können alle Teams, die sich angemeldet haben, an den Start gehen und sich Etappe für Etappe über die Alpenpässe quälen.

Die Tour Transalp

Bei der Tour Transalp treten engagierte Hobby-Sportler in Zweierteams gegeneinander an und können sich eine Woche wie Profis fühlen. Das Rennen führt in sieben Tagesetappen einmal quer über die Alpen und die Dolomiten. Eine Crew von 150 Personen organisiert das Rennen, kümmert sich um den Gepäcktransport und sichert die Strecke ab.

Die Tour Transalp ist das größte Etappenrennen in den Alpen und zieht jedes Jahr ein internationales Teilnehmerfeld aus mehr als 30 Ländern an. In diesem Jahr hat die Tour die Rennradler von Brixen über 819 Kilometer und 18 Pässe nach Riva am Gardasee geführt.