Schorndorf

Verkehrsversuch Weiler: Radler müssen kreisen oder schieben

Verkehrsversuch
Durch die Stettiner Straße donnert seit Montagvormittag die Hälfte des Durchgangsverkehrs. Platz für einen Fahrradstreifen gibt es nicht mehr. © Gaby Schneider

Dass beim Verkehrsversuch in Weiler der Radverkehr auch entgegen dem Einbahnstraßenring auf einem farblich abgesetzten Radfahrstreifen fahren kann – diesen Vorschlag des Petitionsausschusses des Landtags hat der Fachbereich Sicherheit und Ordnung nicht umgesetzt, um keine Parkplätze in der Stettiner Straße streichen zu müssen. Jetzt müssen auch Radfahrer im Einbahnstraßenring kreisen oder können – so der Vorschlag von Fachbereichsleiter Stefan Altenberger – die Abkürzung übers Remsgässle nehmen. Um dorthin zu kommen, das betont Altenberger in einem Antwortschreiben auf einen auch der Redaktion vorliegenden Brief von Herbert Röker, müssen die jeweils geltenden Verkehrsregeln aber beachtet werden: „Es darf also keinesfalls entgegen der Fahrtrichtung geradelt werden.“

Kein Platz für einen Radstreifen

Auch Siegfried Lasch, Sprecher der Bürgerinitiative, die seit Jahren eine Ortsumfahrung fordert und seit Beginn des Verkehrsversuchs schon neun neue Mitglieder gewonnen hat, nimmt Stellung zu dem am Mittwoch, 20. Mai, erschienenen Bericht. In seiner Stellungnahme erinnert er nicht nur, dass es aus seiner Sicht von Anfang klar war, dass der Platz für parkende Autos, einen Radstreifen und die Öffnung für gegenläufigen Radverkehr in der Stettiner Straße fehlt. „Ich wohne“, schreibt Lasch, „in der Stettiner Straße 30. Dass ich mit meinem Rad durch das Remsgässle eine Abkürzung zur Ortsmitte erreiche, ist nicht möglich, denn ich muss dem Verkehr folgen und durch die Winterbacher Straße fahren. Mache ich das nicht, verstoße ich gegen die Straßenverkehrsordnung“. Auch das sollte der Fachbereichsleiter aus Laschs Sicht wissen: „Versetzte Parkplätze rechts und links in Durchgangsstraßen sind nur gestattet, wenn die Restfahrbahn 3,05 Meter beträgt. Sollen Rettungsfahrzeuge im Einsatz (...) im Slalom fahren? Und unsere Straße ist sechs Meter breit, müsste dann aber 7,05 Meter breit sein.“

Klappernde Wasserablaufdeckel nerven

Zudem nerven den BI-Sprecher die klappernden Geräusche, wenn die Fahrzeuge über die vielen Wasserablaufdeckel am Straßenrand fahren. Und er verweist auf die vom Ortschaftsrat gewünschten flankierenden Maßnahmen beim Ausbau der Straßen: „Wenn ich mich recht erinnere, wollte der Ortschaftsrat dem Einbahnstraßenring nur zustimmen, wenn diese Maßnahmen erfüllt werden: a) Öffnung der Einbahnstraßen für den gegenläufigen Radverkehr mit Einrichtung von farblich abgesetzten Radfahrstreifen (linksseitig geführt); b) Ausweisung von Parkbuchten zur Beseitigung des Parkdrucks durch Schaffung neuer Kurzzeitparkplätze; c) Durchfahrtsverbot für Lkw über 7,5 Tonnen mit Zusatzschild: Lieferverkehr und Linienverkehr frei – zur Lenkung des Schwerlastverkehrs auf die Bundesstraße; d) zusätzliche Fußgängerüberwege; e) Empfehlung von Geschwindigkeitsmessanlagen zur Geschwindigkeitsreduzierung.“

Außerdem gibt Lasch zu bedenken, dass die Einbahnstraßenregelung ja eingeführt wurde, weil bisher in der Winterbacher Straße große Fahrzeuge im Begegnungsverkehr auf die Bürgersteige ausgewichen sind. „Jetzt ist es von der Brünner Straße bis zur Schorndorfer Straße (gegenläufiger Verkehr) genauso. Hinzu kommen Fahrradfahrer links und rechts auf der Fahrbahn und parkende Fahrzeuge. In diesem Teil verläuft auch der Remstal-Radweg aus dem Remsgässle kommend in die Brünner Straße. (...) Auch wird die Stettiner Straße allgemein als Schulweg mit dem Fahrrad genutzt, nicht nur von ortsansässigen Schülern. Um allen Gefahren aus dem Weg zu gehen, müsste die Straße nicht sechs Meter, sondern 9,10 Meter breit sein.“