Schorndorf

Verschärfte Testpflicht für ungeimpfte Beschäftigte: Wie Gastronomie und Handel damit umgehen

Gasthause Lamm
Peter Wahl, Chef und Küchenmeister vom Lamm in Schornbach, sieht kein Problem in der verschärften Testpflicht. © Alexandra Palmizi

In der noch herrschenden Pandemie, die wieder von steigenden Inzidenzen geprägt ist, wird es nicht einfacher: Nach der neuen Corona-Verordnung müssen sich ungeimpfte Beschäftigte in vielen Branchen zweimal pro Woche auf das Coronavirus testen lassen. Geimpfte und genesene Mitarbeiter sind von dieser Pflicht folglich befreit. Bisher galt eine solche Testpflicht nur dann, wenn sich die Corona-Lage deutlich verschärft, also in der sogenannten Warn- und der Alarmstufe. Für Gastronomie, Handel und Handwerk ist die Umsetzung in der Praxis gewöhnungsbedürftig, aber machbar, wie erste beispielhafte Reaktionen zeigen. Die Arbeitgeber dürfen nämlich nicht nach dem Impfstatus ihrer Mitarbeiter fragen.

Mitarbeiter für Impftermine freigestellt

„Ich gehe davon aus, dass die meisten Mitarbeiter unseres Hauses geimpft sind, es ist uns nicht erlaubt, dies abzufragen“, sagt Christiana Bantel-Wild vom gleichnamigen Kaufhaus. Im Falle, dass ein Mitarbeiter nicht geimpft wäre, könne er sich im Unternehmen zweimal in der Woche kostenlos testen lassen. Bantel-Wild: „Das bieten wir schon lange an, seit wir die Tests kaufen konnten. Auch geimpfte Mitarbeiter, die aus dem Urlaub kommen, machen bei uns einen Test. Für uns ist das Testen also nicht neu.“

Mit der verschärften Testpflicht setzt sich Gastronom Samuel Sucher nur bedingt auseinander – denn für seinen Betrieb spielt es keine größere Rolle. Die Begründung des Küchenchefs vom Hirsch in Oberberken: „Bis auf wenige Aushilfen sind alle unsere Mitarbeiter geimpft. Und die Aushilfen testet wenn nötig unsere Service-Chefin Anke Schurr, die extra dafür geschult ist. Die Test-Kosten übernehmen wir“, so der Geschäftsleiter und fügt an: „Weil uns die Impfung wichtig war, haben wir alle Mitarbeiter für ihre Impftermine freigestellt.“ Peter Wahl vom Lamm in Schornbach sieht für sich und sein Team keine Erschwernis mit der verschärften Testpflicht, denn: „Bei uns sind alle geimpft. Deshalb sehe ich kein Problem darin. Ich bleibe auch weiter für die Gäste bei der 3G-Regelung. Ich möchte diejenigen, die extra einen Test gemacht und dafür bezahlt haben, nicht ausschließen.“ Damit nimmt Peter Wahl Stellung zur 2G-Möglichkeit – Gastronomen, Dienstleister und Kulturveranstalter können individuell entscheiden, welche Lösung für sie passt.

Kontrolle der Gesundheitsämter

Wie die Pressestelle des Gesundheitsministeriums einmal mehr bestätigt, gelte die verschärfte Testpflicht auch für Verkäufer und Verkäuferinnen beispielsweise im allgemeinen Einzelhandel und es bleibe grundsätzlich dabei, dass der Arbeitgeber seinen Beschäftigten zweimal pro Woche einen Schnelltest anbieten muss. Der Arbeitgeber könnte sich auch eigenständig um die Durchführung von Testungen kümmern. Dabei sei er aber nicht verpflichtet, die Kosten für die Durchführung in einem Testzentrum zu übernehmen. Kontrolliert werde die Neuregelung durch die Gesundheitsämter.

Dazu würden ungeimpfte und nicht genesene Arbeitnehmer mit Außenkontakt Nachweise über die durchgeführten Tests benötigen; diese müssten mindestens vier Wochen aufbewahrt werden. Etwaige Verstöße könnten mit Bußgeldern geahndet werden. Nun bescheinigen allerdings längst nicht alle Arbeitgeber die bei ihnen durchgeführten Tests. „Müssen sie auch weiterhin nicht“, erklärte der Ministeriumssprecher: „Die Beschäftigten können auch einen Test ohne Aufsicht vornehmen und eigenständig dokumentieren.“

Auch das Friseurhandwerk ist von der Verordnung betroffen. Friseurin Ana Glasnovic, die ihren Salon erst Anfang September in der Höllgasse eröffnet hat, beschäftigt sich mit der Verschärfung der Testpflicht allerdings derzeit nur wenig, denn sie hat (noch) keine Angestellten und muss nur für sich selbst sorgen. Aus einem anderen Schorndorfer Salon ist zu hören, dass man zu diesem Thema keine Stellung abgeben möchte – aus dem einfachen Grund, weil „man sechs Tage die Woche mit dem Thema intern beschäftigt ist und danach gefragt werde“. Das sei wahnsinnig anstrengend, sich mit diesen Dingen auseinanderzusetzen.

In der noch herrschenden Pandemie, die wieder von steigenden Inzidenzen geprägt ist, wird es nicht einfacher: Nach der neuen Corona-Verordnung müssen sich ungeimpfte Beschäftigte in vielen Branchen zweimal pro Woche auf das Coronavirus testen lassen. Geimpfte und genesene Mitarbeiter sind von dieser Pflicht folglich befreit. Bisher galt eine solche Testpflicht nur dann, wenn sich die Corona-Lage deutlich verschärft, also in der sogenannten Warn- und der Alarmstufe. Für Gastronomie, Handel

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