Schorndorf

Viele Millionen nötig: Sanierungsbedarf für Schorndorfer Klinik

_UE_5271[1]_0
Die Klinik in Schorndorf: ein Sanierungsfall? © zvw

Schorndorf.
Neues Ungemach um die Rems-Murr-Kliniken: Der Landkreis ächzt unter den Schulden wegen des Winnender Neubaus - und jetzt drohen angeblich auch noch bis zu 100 Millionen Euro Sanierungsbedarf für das Schorndorfer Haus.

Ein eher kleines Problem in der Schorndorfer Klinik-Küche hat offenbar ein großes Desaster enthüllt: Als die Handwerker dort den Boden aufrissen, offenbarte sich, dass Leitungen und Rohre massiv von Verfall heimgesucht sind. In einem ersten Gutachten soll von 90 oder mehr Millionen Euro Erneuerungsbedarf die Rede sein. Deshalb gärt bereits das Gerücht, dass womöglich ein Neubau auf lange Sicht sinnvoller wäre, als ein derart aufwändiger Eingriff in die Altsubstanz.

Ganz so schlimm will es der Schorndorfer Oberbürgermeister Matthias Klopfer allerdings noch nicht sehen: Er erklärt, dass noch keine genauen Fakten auf dem Tisch liegen und die Sachverständigen nach einem "ersten Durchflug" erst einmal vertieft untersucht werden müsste. Sicher sei, das OPs, die Notaufnahme und die Privatstation saniert werden müssten. Alles andere seien noch Spekulationen. Er ist "überhaupt nicht in Sorge um unsere Klinik".

Der Backnanger SPD-Kreisrat und Landtagsabgeordnete Gernot Gruber, seit vielen Jahren ein vehementer Kritiker des Winnender Neubaus, sieht das anders. Er wirft dem ehemaligen Landrat Johannes Fuchs und Teilen des alten Kreistags wegen der drohenden Kosten "bewusste Irreführung" vor. Die Kosten für eine Sanierung des inzwischen geschlossenen Backnanger Krankenhauses seien damals deutlich niedriger veranschlagt worden.

Der Aufsichtsrat der Rems-Murr-Kliniken trifft sich am Freitag zu einer Klausurtagung. Eingeladen sind auch gegen die üblichen Gepflogenheiten alle Kreistagsmitglieder. Es wird voraussichtlich hoch hergehen.

Ausführlicher Bericht in unserer Druckausgabe am Freitag oder in der digitalen Abendzeitung am heutigen Donnerstag ab 18.30 Uhr.