Schorndorf

Virus bremst den Unterricht in den Sonafa-Schulen in Benin

Corona_sonafa
Sonafa-Schüler mit Gesichtsmasken. Bild: M.W.Tokponto © Mensah Wekenon Tokponto

Wo noch Anfang des Jahres in den einfachen Klassenzimmern inmitten beninischer Dörfer mehrere Schüler an einer Bank saßen, sind es jetzt nur noch zwei. Das Virus Sars-Cov2 hat auch in Benin das Zepter übernommen. Die Schüler tragen jeden Tag ihren Mundschutz. Behelfsmäßige Waschgelegenheiten mit Seifenspendern wurden vor den Klassenzimmern installiert. Dabei handle es sich in manchen Fällen um einen einfachen Wasserkanister, der über einem Wassereimer hängt und über ein Seil ins Kippen gebracht werden kann, berichtet Locher Klering vom Schorndorfer Schulbauverein Sonafa. Man versuche vor Ort eben alles, um die Hygienestandards möglichst hochzuhalten.

Hygiene-Maßnahmen unter erschwerten Bedingungen

Nur die Abschlussklassen besuchen aktuell noch die Schulen. Die Jüngeren bekommen aktuell zweimal pro Woche neue Aufgaben geliefert. Wessen Eltern sich keinen persönlichen Nachhilfelehrer leisten können, der tut sich oft schwer, diese zu erledigen. Zu lange ist der letzte Unterricht mit einem Lehrer her. Viele der Eltern waren selbst nicht in der Schule, können nicht helfen. Digitale Angebote gibt es nicht. Aber jetzt kommen ohnehin erst einmal die Ferien. Erst Ende September soll es wieder so richtig losgehen, so berichtet es Mensah Wekenon Tokponto, der auf der beninischen Seite für den Schulbauverein mit Sitz in Schorndorf verantwortlich zeichnet.

Das, obwohl die Corona-Fallzahlen in Benin aktuell recht niedrig sind. Wekenon Tokponto geht davon aus, dass das auch an der schnellen Reaktion der beninischen Regierung liegt. In den Nachbarländern Burkina Faso und Togo sehe es immerhin ganz anders aus. Allerdings, so fürchtet er mit Blick auf die vergangenen Wochen, könnte das Infektionsgeschehen nun doch an Fahrt aufnehmen. Hat sich doch die Zahl der Infizierten innerhalb der vergangenen drei Wochen vervierfacht. Und so gibt’s aktuell rund 1200 registrierte Fälle. Wobei der beninische Germanistikprofessor und Familienvater den gemeldeten Zahlen nicht allzu sehr traut.

Starker Anstieg der Arbeitslosenquote

In jedem Fall haben die Einschränkungen im öffentlichen Leben schlimme Folgen für die Bevölkerung. Wenn auch das Virus bisher nicht viele Leben gekostet hat, eine große Menge an Arbeitsplätze hat es dennoch verschlungen. Aktuell gilt eine Arbeitslosenquote von 70 Prozent. Vor der Coronakrise lag sie bei 56 Prozent. Um den größeren Unternehmen unter die Arme zu greifen, damit sie ihre Arbeitskräfte trotz der Umsatzeinbrüche bezahlen können, haben die beninische Regierung und der Ministerrat nun ein Förderprogramm beschlossen, weiß Wekenon Tokoponto. Allerdings – bis diese Gelder bei den Arbeitnehmern ankommen, werde einige Zeit ins Land gehen, vermutet er. Schließlich müssten sich die Unternehmen erst registrieren lassen, dann müssten die entsprechenden Angaben geprüft werden. „Es gibt viel Gemurmel und Unmut im Land“, berichtet der Wissenschaftler. „Aber die Regierung tut, was sie kann.“

Mehr als neun neue Klassenzimmer in diesem Jahr gebaut

Und auch der Schulbauverein Sonafa mit Sitz in Schorndorf setzt sich mit aller Kraft ein. Der Coronakrise zum Trotz hat der Verein in diesem Jahr neun neue Klassenzimmer gebaut, dazu eine Latrine. 27 weitere Schulräume wurden saniert. Stets in enger Kooperation mit örtlichen Handwerkern und unter großem Einsatz der Dorfbevölkerung. Ein großes Glück sind die Klassenzimmer für die Schülerinnen und Schüler. Schließlich sind im Benin rund 70 Prozent aller Menschen Analphabeten. Das zu ändern, hat Sonafa sich zum Ziel gemacht. Rund 150 Klassenzimmer hat der Verein seit 2003 schon gebaut. Der Verein unterstützt nur staatliche Schulen, denn dort müssen die Eltern kein Schulgeld bezahlen. Es ist also allen Eltern möglich, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Auch eine Schuluniform für die Schüler ist dort nicht Pflicht, da viele Eltern sich dies meist nicht leisten können.

Um die Projekte in Benin weiterführen zu können, ist Sonafa auf Spenden angewiesen. Bei der Kreissparkasse Waiblingen ist ein Spendenkonto eingerichtet: IBAN: DE49 6025 0010 0005 3697 77, BIC: SOLADES1WBN. Übrigens: Für 23 Euro lässt sich bereits eine Schulbank in Benin finanzieren.

Wo noch Anfang des Jahres in den einfachen Klassenzimmern inmitten beninischer Dörfer mehrere Schüler an einer Bank saßen, sind es jetzt nur noch zwei. Das Virus Sars-Cov2 hat auch in Benin das Zepter übernommen. Die Schüler tragen jeden Tag ihren Mundschutz. Behelfsmäßige Waschgelegenheiten mit Seifenspendern wurden vor den Klassenzimmern installiert. Dabei handle es sich in manchen Fällen um einen einfachen Wasserkanister, der über einem Wassereimer hängt und über ein Seil ins Kippen

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