Schorndorf

Volksbank-Neubau in Schorndorf: 65 Pfähle kommen zehn Meter tief in den Boden

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Großes Gerät auf der Volksbank-Baustelle. © Ralph Steinemann Pressefoto

Es gibt kleine und unbedeutende Baustellen, die in der Stadt Schorndorf kaum auffallen - die Baulücke, auf der aktuell der Neubau der Volksbank am Unteren Marktplatz entsteht, gehört definitiv nicht dazu. In der Nacht zum Donnerstag wurde mit einem Schwerlasttransport eine gigantische Bohrmaschine angeliefert. Mehrere Stunden lang war der Lkw mit dem Großbohrgerät B23 mit einem Gesamtgewicht von fast 100 Tonnen von Aalen nach Schorndorf unterwegs und wurde dabei von Polizeieskorten gesichert.

Mitten in der Nacht ein Schwerlasttransport

Gegen 22.45 Uhr traf der Schwerlasttransport in der Schulstraße ein, wo das Bohrgerät abgeladen wurde. Die letzten Meter bis zur Baustelle rollte der Bagger langsam auf Baggermatratzen an die Baustelle. „Alles ist gutgegangen“, sagt Carol Kolb, die im Rathaus für den Schwertransport zuständig war, am Tag danach. Lediglich in Urbach sei es zu einer Verzögerung von eineinhalb Stunden gekommen, weil die Männer dort auf die notwendige Polizeibegleitung warten mussten, die nicht gleich verfügbar war.

In den kommenden drei Wochen wird in der schmalen Baugrube zwischen Kebap-Laden und Blumen Walter mit Hilfe des Großbohrgeräts eine Bohrpfahlwand gebaut, um die umliegenden Gebäude abzustützen. Nötig ist die Tiefengründung nach Angaben des Geologen Andreas Szabady wegen des weichen Untergrunds beim Marktplatz. 65 Pfähle, jeder mit einem Durchmesser von 75 Zentimetern, sollen rund zehn Meter tief in die Erde reingedreht werden. Die Erde wird mit einer Schnecke rausgeholt und entfernt. Anschließend, erklärt Bauleiterin Helena Dommer von der Firma GR Spezialtiefbau, werden Stahlkörbe in die Rohre versenkt und mit Beton aufgefüllt. Gleichzeitig werden die Rohre bereits beim Betonieren stückchenweise hochgezogen und dann entfernt.

Rund 66 Tonnen schwer ist allein der Bohrbagger, der die beachtlich großen Pfähle in den Boden drehen wird. Werden während der Bauarbeiten bei den Nachbarn die Kaffeetassen in den Schränken klirren? „Nein“, versichert Helena Dommer. Weder würden die Pfähle in den Boden gerammt noch gerüttelt. Das Drehbohrverfahren sei sehr erschütterungsarm: „Die Leute werden es hören, aber nicht spüren.“ Eine deutliche Reibung werde aber entstehen, wenn die Rohre rausgezogen werden. Aus diesem Grund werde auch stückchenweise betoniert und rückgebaut.

Verkehrsgefährdung ausschließen

Schmal ist die Baustelle zwischen den alten Gebäuden am historischen Marktplatz. Schon die Anlieferung des Riesenbohrers war ein kniffliges Unterfangen. Ist diese Baustelle auch sonst eine besondere Herausforderung? „Enge Baustellen haben wir öfter“, versichert die Bauleiterin. Schwieriger als sonst sei aber der Transport des schweren Geräts über das schützenswerte Pflaster gewesen. Nach Angaben von Carol Kolb wurde der Untergrund aus diesem Grund auch großräumig mit Matratzen ausgelegt. Auf das Pflaster und den Untergrund werde während der Baustelle besonders geachtet, versichert sie: Senkungen und Schäden dürften den Verkehr nicht gefährden.

Fußgänger werden auf die andere Seite des Marktplatzes geleitet

Von diesem Freitag an dürfen Autofahrer auf dem Unteren Marktplatz wieder parken. Die Fußgänger werden weiträumig um den Marktplatz herumgeleitet. Mitte Februar starten voraussichtlich die Aushubarbeiten. Im März sollen dann die Arbeiten am Neubau beginnen.

Wie berichtet, baut die Volksbank bis Ende 2024 ein Gebäude mit insgesamt 443 Quadratmetern Fläche. Auf 336 Quadratmetern Wohnfläche entstehen fünf Mietwohnungen, im Erdgeschoss außerdem eine 107 Quadratmeter große Gewerbefläche, in der den Wünschen der Volksbank zufolge ein Laden einziehen soll. Anfragen für die Ladenfläche seien schon eingegangen, sagt der Bereichsleiter Facility Management, Thomas Rösch. Auch Platz für einen Geldautomaten wird es wieder geben.

Die Volksbank vermietet

Die Volksbank Stuttgart wird als Eigentümerin des Gebäudes die Räumlichkeiten komplett vermieten und nicht selbst nutzen, da die Regionaldirektion in der Johann-Philipp-Palm-Straße in Schorndorf bereits alle Dienstleistungen anbiete.

Es gibt kleine und unbedeutende Baustellen, die in der Stadt Schorndorf kaum auffallen - die Baulücke, auf der aktuell der Neubau der Volksbank am Unteren Marktplatz entsteht, gehört definitiv nicht dazu. In der Nacht zum Donnerstag wurde mit einem Schwerlasttransport eine gigantische Bohrmaschine angeliefert. Mehrere Stunden lang war der Lkw mit dem Großbohrgerät B23 mit einem Gesamtgewicht von fast 100 Tonnen von Aalen nach Schorndorf unterwegs und wurde dabei von Polizeieskorten

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