Schorndorf

Volkshochschule Schorndorf: Kunst-Ausstellung "Im Fluss" von Günter Garbocz

Kunstwerk Das helle Licht
Das Lieblingswerk von Günter Garbocz: „Das neue Licht“. © privat

Im Fluss der Zeit, im Fluss der Dinge, im Fluss des Lebens, im Fluss des Schicksals – alles ändert sich ständig. Vielleicht hat Künstler Günter Garbocz gerade deshalb seine Ausstellung, die ab 8. Mai in der Volkshochschule Schorndorf gezeigt wird, unter diesen Titel „Im Fluss“ gestellt. Es sind Werke, die in Bewegung sind. Vom Realen ins Surreale, von Realität bis Fiktion. Wie die Werke entstanden sind und was die Ausstellung zum Ziel haben soll, hat uns Günter Garbocz im Vorfeld verraten.

Sie sind 1958 in Polen geboren. Wie sind Sie nach Deutschland gekommen und welchen Bezug haben Sie zu Schorndorf?

Nach Deutschland kam ich 1977 als Spätaussiedler aus Gliwice in Schlesien. Seit drei Jahren bin ich Dozent an der VHS in Schorndorf, deshalb bot sich die Ausstellung in den Räumlichkeiten der VHS natürlich an.

Auf Ihrer Homepage habe ich gesehen, dass Sie in vielen Kunstvereinen engagiert sind – haben Sie Ihr Hobby zum Beruf gemacht?

Ich bin nun schon seit einigen Jahren im Kunstverein Remshalden und im Künstlerbund Stuttgart tätig. Von der Kunst können leider nur die wenigsten leben.

Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Als Jugendlicher besuchte ich ein Kunstgymnasium, dann gab es eine sehr lange Pause, in der meine Malerei dem ,,richtigen Leben“ weichen musste. Mit etwa 50 Jahren und mit vielen dem Leben geschuldeten Zufällen begann ich wieder, mich intensiv mit der Kunst zu beschäftigen. Ausschlaggebend war unter anderem die Begegnung mit Anderj Dugin an der Freien Akademie der Künste in Stuttgart. Er brachte mir die richtige Technik bei, mit der ich meine Ideen auf die Leinwand bringen konnte.

Die Ausstellung in der Volkshochschule Schorndorf trägt den Titel „Im Fluss der Zeit … der Dinge … des Lebens ...“ . Haben Sie diesen Titel ausgewählt und wenn ja, wie sind Sie darauf gekommen?

Es ist immer schwer, einen passenden Titel für eine Ausstellung zu finden. Man muss es schaffen, die verschieden Themen seiner Werke unter einen Hut zu packen. Letztendlich kam ich auf den Titel ,,Im Fluss“. Schließlich befinden wir uns alle im Fluss des Lebens, man kann seinen Strom nicht wirklich mitbestimmen, mal ist der langsam, mal wuchtig – so arbeite ich auch, es kommt immer mit der Zeit und mit meiner Stimmung.

Was hat Sie an diesem Thema bewegt?

Die Ausstellung ist ein Querschnitt meiner Arbeiten,. Die vergangenen Jahre waren für uns alle turbulent. Ich hoffe, ich kann zeigen, was ich in dieser Zeit erschaffen habe.

Wie viele Werke werden in der Ausstellung gezeigt und wie sind sie entstanden?

Der Großteil der Werke ist in den letzten drei Jahren entstanden. Tatsächlich hat mich die Arbeit als Dozent an der VHS inspiriert, mich mehr mit der Technik der Aquarellmalerei auseinanderzusetzen. Dabei geht das Thema über Naturdarstellungen zu Themen wie den neuen Technologien bis zu Darstellungen von Menschen – manchmal sind es Porträts, manchmal Hände. Hier gibt es auch eine Abwechslung der Stile, Naturalismus und Realismus. Während der Pandemie habe ich die Aquarellmalerei für mich entdeckt, sie ist schnell und hat einen großen Effekt. Nicht, dass meine früheren Arbeiten keinen Effekt haben, aber im Gegensatz zur Ölmalerei ist sie weniger zeitintensiv.

Was ist das Ziel dieser Ausstellung – gibt es überhaupt eines?

Das Ziel meiner Ausstellung ist hoffentlich, dass Menschen wieder zusammenkommen und sich austauschen können. Ich glaube, jeder hat es in sich, über Kunst zu reden und an Kunst teilzunehmen. Meine Botschaft ist, dass es niemals zu spät ist, mit der Kunst anzufangen. Gerade Räume wie die Volkshochschule schaffen es, Menschen zusammenzubringen und Spaß an kreativem Schaffen zu erlangen.

Gibt es für Sie ein Lieblingswerk in dieser Ausstellung?

Mein Lieblingswerk ist das Gemälde,,Das neue Licht“. Ich malte es, nachdem ich bemerkt habe, wie Smartphones die Menschen um mich vereinnahmen. Alle nehmen diese gebeugte Haltung ein, um auf das helle Licht in ihren Händen zu blicken. Für mich ist eine Art neue Religion entstanden, Soziale Medien sind wie ein tägliches Gebet geworden. Deshalb baute ich sakrale Bauelemente ein, Antennen, die wie ein Kreuz die neue Botschaft verkünden. Ich finde es spannend, wie wir Menschen immer daran arbeiten, einen Ersatz für Glauben und Religion zu finden.

Im Fluss der Zeit, im Fluss der Dinge, im Fluss des Lebens, im Fluss des Schicksals – alles ändert sich ständig. Vielleicht hat Künstler Günter Garbocz gerade deshalb seine Ausstellung, die ab 8. Mai in der Volkshochschule Schorndorf gezeigt wird, unter diesen Titel „Im Fluss“ gestellt. Es sind Werke, die in Bewegung sind. Vom Realen ins Surreale, von Realität bis Fiktion. Wie die Werke entstanden sind und was die Ausstellung zum Ziel haben soll, hat uns Günter Garbocz im Vorfeld

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