Schorndorf

Volles Haus beim Politischen Aschermittwoch mit Annalena Baerbock

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Annalena Baerbock füllte die Manufaktur in Schorndorf. © Martin Winterling

Schorndorf.
Annegret Kramp-Karrenbauer hat am Mittag beim Politischen Aschermittwoch der baden-württembergischen CDU die Alte Kelter in Fellbach gefüllt; Annalena Baerbock brachte am Abend bei den Grünen in Schorndorf die Manufaktur an ihre Kapazitätsgrenzen. AKK hat das Ende ihrer Karriere als Bundesvorsitzende der CDU vor Augen und das Thema Bundeskanzlerin zu werden abgehakt; die grüne Bundesvorsitzende Baerbock ist in ihrer Partei unumstritten und kokettiert unerschrocken mit der Aussicht, Kanzlerin zu werden. Ihre Rede zum Politischen Aschermittwoch entsprach dem, was von Auftritten in Bierzelten bei Blasmusik und vor einem treuen Publikum zu erwarten ist: eine Mischung aus heiterem Ernst und ernsthafter Heiterheit.   

„Dieses Land ist bunt – nicht nur zur Fasnet.“ Mit diesem Satz beendete Annalena Baerbock am Mittwochabend ihre Rede in Schorndorf. Die Bundesvorsitzende der Grünen appellierte an den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Nur mit diesem und mit Vertrauen könne der Umbruch gestaltet werden, in dem sich das Land, Europa und die Welt befinde. Wegen des erwarteten Andrangs hatten die Grünen ihre Veranstaltung aus dem Kesselhaus in die Manufaktur verlegt. Doch die 250 Plätze im Saal reichten nicht aus, um den Andrang zu bewältigen. Besucher wurden weggeschickt, die Gäste an den Biertischen rückten enger zusammen. Wer sich an die bescheidenen Anfänge des grünen Aschermittwochserinnerte, spekulierte ob der Besuchermassen bereits, dass die Grünen im nächsten Jahr in die Barbara-Künkelin-Halle umziehen müssen.

Dass die Grünen politisch zu einer ernst zu nehmenden Nummer geworden sind, das zeigten nicht zuletzt die Reden der anderen Parteien bei ihren Aschermittwoch-Veranstaltungen, meinte Baerbock. Überall sei auf die Grünen eingehackt worden. Auch sie sparte nicht mit Spitzen gegen die politische Konkurrenz. Die gehören zu Aschermittwoch wie der Karneval nach Köln. Doch Baerbock, aus dem unnärrischen Niedersachsen stammend, nahm sich auch ernster Thema an, namentlich der langen Reihe von Anschlägen von rechts. „Dieser Rechtsterror legt die Axt an die Grundfesten unserer Demokratie.“ Lösungen, spielte sie auf Friedrich Merz an, ließen sich aber nicht auf Bierdeckeln skizzieren. Merz macht es sich aus Sicht von Baerbock zu einfach, wenn er den Rechtsextremismus mit der Bekämpfung der Clankriminalität und Grenzkontrollen eindämmen will.