Schorndorf

"Vollkommen überwältigt": Wie Menschen einer Schorndorfer Rentnerin die Weihnachtszeit retteten

Rita Costa
Rita Costa im Gespräch mit der Zeitung. © Gabriel Habermann

Weihnachten und Silvester hat Rita Costa nicht anders als viele Male zuvor verbracht: allein in ihrer kleinen Wohnung. Und doch hat die 57-jährige Rentnerin eine besondere Weihnachtszeit und einen ungewöhnlichen Jahreswechsel erlebt. Unsere Berichterstattung über die prekäre Lage der Schorndorferin, die 967 Euro an Rente und Hartz IV bezieht und der nach Abzug der Fixkosten noch 310 Euro zum Leben bleiben, hat eine Welle der Hilfsbereitschaft und des Mitgefühls ausgelöst. Viele Briefe, Weihnachtsgrüße, Neujahrswünsche, Päckchen und Geldspenden haben Rita Costa in den vergangenen Wochen via Schorndorfer Nachrichten erreicht. Sie sagt: „Ich war vollkommen überwältigt. Damit hatte ich nicht gerechnet.“

Ein Engel steht im Regal

Ein Engel aus Holz steht seit kurzem auf Rita Costas Regal. Er ist neben kleinen Geschenken wie Süßigkeiten und Duschgel eines der Präsente aus den Päckchen, die sie bekommen hat. Die 57-Jährige ist keine, die viele Worte macht. Nicht über ihren oft schwierigen Alltag und schon gar nicht nach der so bewegenden Welle von Freundlichkeit und Großzügigkeit, die sie gerade erlebt hat. Einige Absender wollten anonym bleiben, andere haben Namen und Adresse genannt. Wieder andere Briefeschreiberinnen schlugen vor, sich zu einem Spaziergang oder Ähnlichem zu treffen. Über alle Zuschriften und Zuwendungen hat sich Rita Costa riesig gefreut, allen Spendern ist sie sehr dankbar. „Ich werde allen schreiben, die ihre Adresse angegeben haben“, kündigt sie an. Mit den Frauen, die ihr ein persönliches Treffen angeboten haben, wolle sie Kontakt aufnehmen.

Vorfreude schwingt in ihrer Stimme mit

Was das Jahr für sie aber schon jetzt großartig macht, ist die Aussicht, wieder ein paar Tage am Starnberger See verbringen zu können. Dafür sorgen die Geldgeschenke, die den Urlaub trotz steigender Energiekosten weiter möglich machen werden. „Ich habe geplant, im Mai für vier oder fünf Tage an den See zu fahren“, sagt Costa, und die Vorfreude schwingt in ihrer Stimme mit.

Wie berichtet, lebt Rita Costa seit vielen Jahren von einer kleinen Rente, die mit Hartz IV aufgestockt wird. Im Alltag ist sie es gewohnt, mit wenig klarzukommen. Im Gespräch mit der Zeitung hatte sie erklärt, wie und woran sie spart, aber auch, dass sie sich trotz allem einen kleinen Luxus bewahrt hat: Jedes Jahr fährt sie alleine für drei oder vier Tage an den Starnberger See. Dort verbringt sie eine kurze Zeit in einer Pension. Im Urlaub am See genießt sie das Wasser und den Blick auf die Berge und auch, dass niemand sie kennt. Dafür spart sie eisern das ganze Jahr. Jede Woche versucht sie, drei Euro zurückzulegen.

Eine voraussichtliche Stromkostenerhöhung von 40 auf 70 Euro im Monat wäre für viele Menschen ärgerlich. Für Rita Costa hätte sie in ihrer prekären Lage das Aus für den Urlaub in Bayern bedeutet, da zum Sparen nichts übrig gewesen wäre. „Das wäre für mich das Schlimmste“, hatte Rita Costa in dem Gespräch bekannt.

Das Jahr hat gut angefangen

So weit ist es nun nicht gekommen. Die Tage am See sind fürs Erste gesichert. Für Rita Costa hat das Jahr gut angefangen.

Weihnachten und Silvester hat Rita Costa nicht anders als viele Male zuvor verbracht: allein in ihrer kleinen Wohnung. Und doch hat die 57-jährige Rentnerin eine besondere Weihnachtszeit und einen ungewöhnlichen Jahreswechsel erlebt. Unsere Berichterstattung über die prekäre Lage der Schorndorferin, die 967 Euro an Rente und Hartz IV bezieht und der nach Abzug der Fixkosten noch 310 Euro zum Leben bleiben, hat eine Welle der Hilfsbereitschaft und des Mitgefühls ausgelöst. Viele Briefe,

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