Schorndorf

Vom Schorndorfer Integrationsfond sollen jetzt auch die Ortschaften was haben

Salzkuchenfest
Vorbereitung fürs Salzkuchenfest des Buhlbronner Chors. © Gabriel Habermann

Mit dem Integrationsfonds der Stadt Schorndorf soll künftig nicht mehr ausschließlich die Integration von Migrantinnen und Migranten gefördert werden. Der Verwaltungs- und Sozialausschuss hat dem Vorschlag der Stadtverwaltung mehrheitlich zugestimmt, dass die 50 000 Euro im Jahr künftig auch der Quartiersentwicklung in den Ortschaften zugutekommen sollen. Einzig AfD-Rat Ulrich Bußler hat sich bei der Abstimmung enthalten.

Um die Quartiersentwicklung voranzutreiben, haben sich die Ortsvorsteherinnen und -vorsteher gemeinsam mit den Koordinatoren des Fachbereichs Familie und Soziales auf den Weg gemacht und seit Mitte 2021 Projekte für die kommenden zwölf Monate entwickelt. Statt einem ursprünglich für November geplanten zentralen Auftakt soll es in jeder Ortschaft eine Kick-off-Veranstaltung geben, um Bürgerinnen und Bürger für die Idee zu begeistern. Es wird für Informations-Flyer geben, außerdem sind Fachimpulse zum bürgerschaftlichen Engagement, zur Finanzierung durch Förderanträge, zur Schaffung von Begegnungsräumen und zur Stärkung der Selbstversorgungsstruktur geplant. Im Mai 2022 soll es eine gemeinsame Info-Veranstaltung geben. Von der Umwandlung des Integrationsfonds verspricht sich die Stadt Schorndorf nicht nur ein Mittel für eine verlässliche Planung, sondern sieht darin zugleich einen Hebel für weitere Projektmittel.

Zukunftsaufgabe: Integration

Abgeschlossen ist die Integration von Migrantinnen und Migranten darum aber nicht. In einem Sachstandsbericht informierten Beate Härer, stellvertretende Leiterin des Fachbereichs Familie und Soziales, und Lena Böhnlein als Integrationsbeauftragte im Fachbereich Familie und Soziales über die aktuelle Lage: 6600 ausländische Staatsangehörige aus 118 Nationen leben derzeit in Schorndorf. Etwa die Hälfte mit EU-Staatsangehörigkeit, die zweite Hälfte kommt aus Nicht-EU-Staaten. Die meisten haben ihre Wurzeln in der Türkei, gefolgt von Griechenland, Italien, Syrien, Rumänien, Kroatien, Serbien und Kosovo.

Darunter sind, Stand Oktober 2021, 839 Geflüchtete (2020 waren’s 879) – davon 111 mit Aufenthaltsgestattung und 103 mit Duldung. Wie in den Vorjahren kommt etwa die Hälfte der Flüchtlinge aus Syrien, gefolgt von Irak und Afghanistan (mit zehn und acht Prozent). Mehr als die Hälfte (65 Prozent) ist im arbeitsfähigen Alter. Aktuell leben 97 Geflüchtete in der Asylbewerberunterkunft in der Wiesenstraße.

Schwierige Wohnungssuche

Von den insgesamt 63 unbegleiteten minderjährigen Ausländern im Landkreis sind 21 in Schorndorf bei den Jugendhilfeträgern untergebracht. In der Anschlussunterbringung leben 153 Menschen. Die Privatwohnungsquote geflüchteter Menschen hat sich im Vergleich zum Vorjahr von 61 Prozent auf 67 Prozent verbessert. Dennoch befinden sich wegen der angespannten Situation auf dem Wohnungsmarkt nicht wenige auf Wohnungssuche. 2021 wurde ein Mensch aus Schorndorf abgeschoben.

Die Landesförderung fürs Integrationsmanagement wurde um ein weiteres Jahr – mit leicht verringerten Sätzen – auf insgesamt 72 Monate verlängert. Aktuell teilen sich in Schorndorf insgesamt sieben Integrationsmanagerinne in sechs Vollzeitstellen. 508 Klientinnen und Klienten nehmen die Beratung in Anspruch. Zwischen Okto

Verbesserungen gibt es im Vergleich zum Vorjahr bei den Sprachkenntnissen sowie in den Bereichen Arbeit und Ausbildung. Zentrale Themen der Beratung sind weiterhin Schulden, Leistungsbezug und Existenzsicherung sowie psychische und gesundheitliche Probleme. Integration, stellte Integrationsbeauftragte Lena Böhnlein fest, „ist nicht nur Erwerb von Deutschkenntnissen oder Schulabschlüssen, Zugang zum Arbeitsmarkt, Wissen und Verständnis von Werten, sondern auch ein mentaler Prozess: Das Gefühl, ich bin angekommen, ich bin ein Teil der Gesellschaft, ich darf hierbleiben und ich weiß, wie es läuft.“ Schwerpunktthema ist aus ihrer Sicht deshalb „die Willkommenskultur“.

Mit dem Integrationsfonds der Stadt Schorndorf soll künftig nicht mehr ausschließlich die Integration von Migrantinnen und Migranten gefördert werden. Der Verwaltungs- und Sozialausschuss hat dem Vorschlag der Stadtverwaltung mehrheitlich zugestimmt, dass die 50 000 Euro im Jahr künftig auch der Quartiersentwicklung in den Ortschaften zugutekommen sollen. Einzig AfD-Rat Ulrich Bußler hat sich bei der Abstimmung enthalten.

Um die Quartiersentwicklung voranzutreiben, haben sich die

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