Schorndorf

Vor dem Wechselunterricht: Schorndorfer Rainbrunnenschule ist bereit

Karola Gross
Schulleiterin Karola Gross: An der Rainbrunnenschule ist alles für den Wechselunterricht bereit. © Gabriel Habermann

Leere Klassenzimmer, ausgestorbene Schulhöfe: Die meisten Lehrer und Schüler sind derzeit nicht in der Schule, sondern kämpfen sich zu Hause durch den Fernunterricht. Doch wieder einmal stehen die Schulen in den Startlöchern. Am kommenden Montag (17.05.) werden Lehrer und Schüler in Schorndorf in den Wechselunterricht zurückkehren. Die Voraussetzung dafür wurde erfüllt: der Schwellenwert der Sieben-Tage-Inzidenz von 165 wurde an fünf aufeinander folgenden Werktagen unterschritten.

„Wir stimmen uns mit den anderen Schorndorfer Schulen ab“, sagt Karola Gross, Schulleiterin der Rainbrunnenschule. Wie der Unterricht aussehen wird, bei dem jeweils die Hälfte der Schüler mit viel Abstand in der Schule und die andere Hälfte zu Hause lernt, das konnten die Schulen bereits testen. „Wir waren eine Woche im Wechselunterricht, bevor wir schließen mussten“, sagt die Rektorin. Während in manchen Schulen die Kinder und Jugendlichen wochenweise im Präsenz- oder Fernunterricht sind, werden an der Rainbrunnenschule die Gruppen abwechselnd an zwei oder drei Tagen in der Schule unterrichtet, die andere Gruppe bleibt zu Hause.

Schnelltests vermeiden Hotspots an den Schulen

An mindestens zwei Tagen in der Woche werden die Schüler und Schülerinnen also wieder in ihren Klassenzimmern sitzen, und zweimal in der Woche werden sie dann auch auf Covid-19 getestet. Die Schüler ab der fünften Klasse testen sich in ihren Klassenzimmern unter Aufsicht selber, für die Grundschulkinder stehen in einem Extra-Raum Test-Teams bereit, die die Kinder beim Selbsttest unterstützen.

Auch die Grundschul-Kinder führen sich das Wattestäbchen selbst in die Nase ein, geben dann aber das Testkit ab und gehen zurück in die Klasse. „Das Team liest das Ergebnis ab“, sagt Karola Gross. Bei positiven Tests werden die Kinder aus dem Klassenzimmer abgeholt und die Eltern verständigt. Kritiker verweisen darauf, dass dies die betroffenen Kinder stigmatisiere, für die Schulleiterin ist es allerdings im Moment der einzige Weg. „Wir haben den Kindern erklärt, dass wir auf Nummer Sicher gehen und es nicht unbedingt bedeutet, dass sie krank sind“, erklärt sie.

Immer wieder mal habe es an der Schule positive Fälle gegeben und Klassen, die in Quarantäne mussten. Natürlich bringe das Unsicherheit, weiß Karola Gross. „Aber da wird niemand ausgegrenzt.“ Die Lehrer und Lehrerinnen versuchten, mit den Kindern sensibel und pädagogisch angemessen umzugehen. „Wir wünschen uns alle Normalität“, konstatiert Karola Gross. „Und ich hoffe, dass das bald ein Ende nimmt.“ Auch wenn Tests und Masken unliebsame Einschränkungen mit sich bringen, komme man doch mit ihnen zurecht. „Und sie sind die Mittel, mit denen man den Schulbetrieb aufrecht erhalten kann. So entwickelt sich die Schule nicht zum Hotspot.“ Wie berichtet, sind die Schnelltests an den Schulen Pflicht. Schüler, die sich nicht testen lassen wollen, können im Fernunterricht bleiben. Ausnahme: Bei Abschlussprüfungen und Klassenarbeiten muss kein Tests nachgewiesen werden.

Viele Lehrer werden aktuell zum zweiten Mal geimpft

35 Lehrer und Lehrerinnen unterrichten die 546 Kinder und Jugendlichen an der Rainbrunnenschule. Dazu kommen fünf Referendare und mehrere Lehramtsstudenten. Inzwischen sind immer mehr von den Lehrern gegen Covid-19 geimpft. „Viele Kollegen werden derzeit zum zweiten Mal geimpft“, weiß die Schulleiterin. Zudem hätten sich die Lehrer angewöhnt, besonders häufig FFP2-Masken zu tragen: „Sie geben mehr Sicherheit.“

Ein wenig Sicherheit und gute Nerven: Das ist es wohl, was Lehrer in der Pandemie vor allem brauchen. Noch immer arbeiten sie unter dauernd wechselnden Bedingungen, die Probleme der Kinder müssen sie auch aus der Ferne registrieren und darauf achten, dass kein Kind verlorengeht. „Je jünger die Kinder, desto mehr Unterstützung brauchen sie“, weiß Karola Gross. 263 Grundschüler werden an ihrer Schule unterrichtet – Kinder, die noch viel Anleitung benötigen.

Die Frage ist: Wie ist die Situation zu Hause?

Bei den älteren Schülern sei der Erfolg ein Stück weit auch eine Frage, wie sie sich organisieren und motivieren können - vor allem aber, wie die Situation bei ihnen zu Hause ist: „Wie eng ist es? Muss ich mir ein Laptop teilen? Ist es ruhig? Kann ich mich ausbreiten?“ Die Schule, sagt Karola Gross, versuche, immer am Ball zu bleiben. Auch mithilfe der drei Schulsozialarbeiterinnen, die wie die Lehrer den Kontakt mit den Familien suchen. Manche Lehrer, erzählt die Schulleiterin, bringen die Materialien auch zu den Schülern nach Hause und sprechen am Gartenzaun mit ihnen. Schwer zu erreichen sind die Kinder und die Jugendlichen, die nur selten in Videokonferenzen zu sehen sind und von denen nur wenige Online-Hausaufgaben zurückkommen. „Diese Kinder können wir aus pädagogischen Gründen in die Notbetreuung holen, und das tun wir auch“, sagt die Rektorin. Das werde in Absprache entschieden. Unterstützung gibt es zudem von Ehrenamtlichen des Kinderschutzbundes, die die Kinder an der Schule in Zweiergruppen oder einzeln fördern.

Nun startet am Montag also wieder der Wechselunterricht – eine Erleichterung sicher für viele Kinder, aber auch eine Umstellung für die Schüler, wie die Schulleiterin sagt. „Die Kinder brauchen Zeit, wieder reinzufinden und die Lehrer müssen rausfinden, auf welchem Stand sie eigentlich sind.“ Was sie sich wünscht? „Dass wir den Wechselunterricht bis zum Ende des Schuljahrs stabil halten können“, sagt sie. Denn das geht nach Pfingsten rasch zu Ende. Daran ändert noch nicht mal Corona was.

Leere Klassenzimmer, ausgestorbene Schulhöfe: Die meisten Lehrer und Schüler sind derzeit nicht in der Schule, sondern kämpfen sich zu Hause durch den Fernunterricht. Doch wieder einmal stehen die Schulen in den Startlöchern. Am kommenden Montag (17.05.) werden Lehrer und Schüler in Schorndorf in den Wechselunterricht zurückkehren. Die Voraussetzung dafür wurde erfüllt: der Schwellenwert der Sieben-Tage-Inzidenz von 165 wurde an fünf aufeinander folgenden Werktagen

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