Schorndorf

Vorgezogener Ferienbeginn: Warum's die einen Schulleiter gut finden und andere nicht

MPG Corona Unterricht
Präsenzunterricht mit Masken und regelmäßigem Lüften – damit ist ab Mittwoch jetzt erst mal Schluss. © Benjamin Büttner

Nach wochenlangem Hin und Her war’s am Sonntagnachmittag plötzlich ganz schnell durch: Wegen anhaltend hoher Infektionszahlen beginnen in Schulen und Kitas die Weihnachtsferien jetzt doch schon am Mittwoch, 16. Dezember. Einzig die Abschlussklassen bekommen bis zum ursprünglich vereinbarten Ferienbeginn am 23. Dezember noch Fernunterricht – inklusive Klausuren und Nachmittagsunterricht.

Dass der bundesweite Lockdown jetzt auch für die Schulen gilt, das hält Markus Wasserfall, Schulleiter des Max-Planck-Gymnasiums, für die „absolut richtige“ Entscheidung. Er hat die vergangenen Wochen als „sehr belastend“ empfunden – mit täglich neuen Verordnungen und Informationen, die er sich zum Teil auch noch selbst zusammensuchen musste. Und auch jetzt gibt es noch viel zu tun. Nicht zuletzt muss, da auch der Ganztagsbetrieb ausgesetzt wird, für die Klassen fünf bis sieben eine Notbetreuung organisiert werden. Da darauf allerdings nur Eltern Anspruch haben, die beide – am Arbeitsplatz oder im Home-Office – bei ihrem Arbeitgeber als unabkömmlich gelten, rechnet Wasserfall nur mit wenigen Anmeldungen.

Keine Klassenarbeiten mehr in dieser Woche

Bereits am Freitagnachmittag hat sich die Schulleitung mit dem Elternbeirat darauf geeinigt, dass die für diese Woche geplanten Klassenarbeiten ins neue Jahr verschoben werden – für den Fall, dass Eltern vermehrt von ihrem Recht Gebrauch machen, ihr Kind aufgrund der Entwicklung der Corona-Pandemie vom Präsenzunterricht abzumelden. Und diese Möglichkeit haben am Montag, nachdem auch der Elternbeirat sich dafür ausgesprochen hat und dies angesichts der Pandemie-Lage dringend empfohlen hat („Helfen Sie uns, die Infektionszahlen wieder einzufangen“), auch tatsächlich viele Eltern genutzt. Darum steht für die Kinder, die auch am Dienstag noch zur Schule kommen, im Unterricht Wiederholung, Übung und Festigung im Mittelpunkt, die Daheimgebliebenen können Arbeitsmaterialien über die Lernplattform Moodle abrufen.

Wann, in welcher Form und für wen der Unterricht nach den Winterferien am 11. Januar weitergeht, soll voraussichtlich am 5. Januar in der Corona-Krisensitzung der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin entschieden werden, das hat Wasserfall am Montag in einem Elternbrief angekündigt.

Auch bei Beate Flemming-Nikoloff, Rektorin der Gottlieb-Daimler-Realschule, und Konrektor Jens Lehmann, ja im ganzen Kollegium sind die Akkus schon seit einer ganzen Weile leer. 24 Stunden an sieben Tagen die Woche online, die Herbstferien sind ausgefallen – und: „Jedes Wochenende ist was.“ Dazu bleiben an der Rektorin seit Beginn der Corona-Pandemie auch immer wieder Aufgaben hängen, für die eigentlich das Ordnungs- oder das Gesundheitsamt zuständig wäre: die Nachverfolgung von Kontakten, die Anmeldung zu Testungen, die Abfrage von Testergebnissen. Zum Glück, sagt die Schulleiterin, ist die Kommunikation mit dem Staatlichen Schulamt in Backnang „sehr gut“, am Wochenende sogar über eine Hotline möglich.

Von 31 Realschul-Klassen waren schon 16 in Quarantäne

Was Beate Flemming-Nikoloff, die den Lockdown zum jetzigen Zeitpunkt für richtig hält, in den vergangenen Monaten aber auch beobachten konnte: Die sieben Schülerinnen und Schülern, die in der Realschule bisher positiv auf das Coronavirus getestet wurden, haben sich alle zu Hause bei ihren Eltern angesteckt und das Virus nicht in die Klassen getragen. Dennoch waren bisher von insgesamt 31 Klassen 16 Klassen und Gruppen vorsorglich in Quarantäne.

Auch in der Künkelinschule haben sich die bisher fünf positiv getesteten Kinder alle in den Familien angesteckt – und das Virus nicht in der Schule weiterverbreitet. Trotzdem musste Rektor Harald Schurr sich schon einmal in Quarantäne begeben, Konrektorin Maren Thomä zweimal und die Sportlehrerin sogar schon dreimal. Da die Grundschulen weder vom Land noch von der Stadt mit FFP2-Masken ausgestattet werden, hat die Künkelinschule aus eigenen Mitteln Schutzmasken angeschafft – für die Lehrerinnen und Lehrer, aber auch für die Betreuungskräfte und die ehrenamtlichen Schulbegleiterinnen.

Künkelinschule: "Die Kinder sind traurig"

Dass für die Schülerinnen und Schüler am Mittwoch die Winterferien beginnen, hält Schurr dennoch nicht wirklich für richtig – und nicht nur, weil er den Kindern einen anderen Jahresabschluss gegönnt hätte: „Die Kinder sind traurig“, sagt Schurr, der sich für die Zeit bis zum eigentlichen Beginn der Weihnachtsferien Online-Fernunterricht gewünscht hätte. Das habe sich, sagt Schurr, in Quarantänefällen mit einer hohen Teilnehmerquote bewährt. Dass jetzt die Kinder in der Notbetreuung zusammenkommen, widerspricht für ihn „eigentlich den Kontaktbeschränkungen“.

Damit diese Notbetreuung reibungslos anlaufen kann, war Isabelle Kübler als zuständige Fachbereichsleiterin bereits am Sonntagabend mit den Schulleitern in Kontakt – mit folgendem Ergebnis: Die Schulen decken die Kernzeit von 8 bis 12 Uhr ab, die Stadt kümmert sich je nach Bedarf um die Randzeiten. Die Anmeldung erfolgt ausschließlich über die Schulen. Da die Mensen ebenfalls geschlossen sind, sollten die Kinder ein Vesper dabeihaben. Eine Notbetreuung wird es auch in den Kindergärten geben: Alle Informationen dazu sowie das Anmeldeformular sind auf der Internetseite der Stadt Schorndorf zu finden. Auch für Kinder, die von einer Tagesmutter betreut werden, soll es eine Notbetreuung geben.

Nach wochenlangem Hin und Her war’s am Sonntagnachmittag plötzlich ganz schnell durch: Wegen anhaltend hoher Infektionszahlen beginnen in Schulen und Kitas die Weihnachtsferien jetzt doch schon am Mittwoch, 16. Dezember. Einzig die Abschlussklassen bekommen bis zum ursprünglich vereinbarten Ferienbeginn am 23. Dezember noch Fernunterricht – inklusive Klausuren und Nachmittagsunterricht.

Dass der bundesweite Lockdown jetzt auch für die Schulen gilt, das hält Markus Wasserfall,

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