Schorndorf

Wünsche aus dem Schorndorfer Wunschbuch: OB Bernd Hornikel bezieht Stellung

Wunschbuch
OB Bernd Hornikel und Waldemar Junt im Austausch über das Wunschbuch 2022. © Benjamin Büttner

In der Adventszeit lag einmal mehr das Wunschbuch auf dem Weihnachtsmarkt aus. Knapp 4000 teils persönliche, teils politische Wünsche haben die Schorndorferinnen und Schorndorfer dort aufgeschrieben. Auch Oberbürgermeister Bernd Hornikel hat sich dort eingetragen. Er nahm sich mit etwas Abstand die Zeit, auf den ein oder anderen Wunsch der Bevölkerung einzugehen. Einige Anliegen haben den OB bewegt, für andere findet er deutliche Worte.

Rathaus-Mütze, Parkplätze und Bibliothek

Das Projekt Wunschbuch ist auch im vergangenen Jahr ein voller Erfolg gewesen, berichtet der Initiator Waldemar Junt. Tausende Wünsche in den verschiedensten Sprachen und auch die ein oder andere Kritzelei haben ihren Weg in das von den Rotariern gesponserte Buch gefunden.

Bernd Hornikel, der als OB Schirmherr der Aktion war, zeigt sich begeistert: „Das Wunschbuch zeigt, wie vielfältig unsere Gesellschaft ist.“ Dass viele Schorndorferinnen und Schorndorfer die rote Weihnachtsmütze auf dem Rathaus zurückwollen, ist einer der am häufigsten genannten Wünsche im Buch. „Das verstehe ich. Die Mütze wird von vielen als witzige Visitenkarte der Stadt empfunden“, sagt Bernd Hornikel.

Wenn man aber auf jeden Euro schauen muss, seien 10.000 Euro Betriebskosten viel Geld für einen solchen Spaß. „Ich spare lieber die Mütze ein, als den Vereinen 10.000 Euro wegzunehmen.“ Außerdem sei die Pudelmütze kein ganz unumstrittenes Thema in der Stadt. Es gibt auch viele Gegner der Aktion. Trotzdem kann der OB alle Fans der Mütze beruhigen: „Wenn wir es uns leisten können, kommt die Mütze wieder zurück.“

Was angesichts der aktuellen Diskussionen in der Stadtpolitik auch im Wunschbuch nicht fehlen durfte, ist das Thema Parkplätze. Weil diese unter anderem am Unteren Marktplatz abgeschafft werden sollen, äußern sich einige verärgerte Schorndorferinnen und Schorndorfer auch im Wunschbuch dazu. Vom „ideologischen Hass gegen Autofahrer“ ist dort zu lesen.

„Ich habe nie gesagt, ich will keine Autos mehr in der Stadt“, entgegnet Bernd Hornikel. Die Frage sei aber, wie man öffentlichen Raum wirklich sinnvoll nutzt. Bisher sei kein einziger Parkplatz abgeschafft worden, auch wenn der OB konkrete Vorstellungen hat.

Gedankenspiele zur Parkplatzsituation

Zum Beispiel in der Johann-Philipp-Palm-Straße. Dort komme es wegen viel zu enger Geh- und Radwege oft zu gefährlichen Situationen. „Das Einzige, was man dort entfernen kann, sind die Autos.“ Um die bald fehlenden Parkplätze auf dem Archivplatz auszugleichen, könnte laut dem OB der Parkplatz des Finanzamtes öffentlich zugänglich gemacht werden. Dafür müsste die Stadt ins Gespräch mit dem Land gehen.

Und wo die Parkplatz-Diskussion stattfindet, ist in Schorndorf die Debatte über die Stadtbibliothek nicht weit. Manche sprechen sich im Wunschbuch dagegen aus, andere haben Fragen: Muss Schorndorf aufgrund des großen Baus auf etwas verzichten? Erhöht sich womöglich dadurch die Grundsteuer?

„Die Bücherei ist schon im Haushaltsplan, niemand muss auf etwas verzichten“, erklärt Bernd Hornikel. Die Grundsteuer erhöhe sich dadurch nicht. Zudem sei das Gebäude am Archivplatz bereits vollständig entkernt. Um dieses wieder in Schuss zu bringen, wären ebenfalls vier bis fünf Millionen Euro fällig.

Außerdem liege ein klarer Beschluss des Gemeinderats vor. 14 Jahre lang habe man darüber debattiert. „In der Zeit hätte sich jeder einbringen können“, macht der OB deutlich. Und solange keine Gemeinderatsfraktion einen konkreten Antrag vorlege, werde die Verwaltung das Projekt nicht auf Eis legen.

OB Bernd Hornikel wünscht sich vor allem Frieden

Doch genug der stadtpolitischen Themen. Wie Bernd Hornikel betont, haben ihn vor allem persönliche Wünsche der Bürgerinnen und Bürger bewegt. Der eine wünscht sich, sein Abitur zu bestehen, die andere, dass sich die Eltern nicht trennen und der Alkohol die Familie nicht vollends auseinanderreißt.

„Ich bin teilweise echt erschüttert. Aber das ist das Leben, die Wünsche sind ein Abbild unserer Gesellschaft“, sagt Bernd Hornikel.

Doch der am häufigsten eingetragene Wunsch war weder persönlich noch stadtpolitisch. Der Großteil der Weihnachtsmarkt-Gäste wünscht sich nämlich den Frieden auf der Welt. Der Krieg in der Ukraine und die damit einhergehenden Probleme bewegen die Bürgerinnen und Bürger besonders.

„Auch ich habe das im Wunschbuch formuliert. Leider liegt das nicht in unserer Macht“, so der OB. Er ist stolz auf die Welle der Solidarität der Stadtgesellschaft gegenüber den ukrainischen Flüchtlingen. Allerdings gerate das Thema immer mehr unter Druck, weil zum Beispiel Sporthallen lange nicht nutzbar waren. In einer Stadt mit 40.000 Einwohnern spüre man 500 plötzlich zugezogene Menschen durchaus.

Der „Wunschbuch-Chef“ Waldemar Junt merkt an, dass auf dem Weihnachtsmarkt bestimmt 15.000 Leute Kontakt zum Wunschbuch hatten. „Viele haben nur darin gelesen“, sagt er. Bernd Hornikel sicherte ihm derweil zu, dass das Projekt auch im nächsten Jahr fortgeführt werden kann.

In der Adventszeit lag einmal mehr das Wunschbuch auf dem Weihnachtsmarkt aus. Knapp 4000 teils persönliche, teils politische Wünsche haben die Schorndorferinnen und Schorndorfer dort aufgeschrieben. Auch Oberbürgermeister Bernd Hornikel hat sich dort eingetragen. Er nahm sich mit etwas Abstand die Zeit, auf den ein oder anderen Wunsch der Bevölkerung einzugehen. Einige Anliegen haben den OB bewegt, für andere findet er deutliche Worte.

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