Schorndorf

Wann kommt die ersehnte Ortsumfahrung in Miedelsbach?

OD Miedelsbach
Täglich quälen sich bis zu 16 000 Autos und Lkw durch Miedelsbach. © Joachim Mogck

Täglich schieben sich 14 000 bis 16 000 Autos und Lastwagen durch die Ortsdurchfahrt von Miedelsbach. Die Straße gehört zu den am höchsten belasteten Landesstraßen – und entsprechend genervt sind die Anwohner. Seit Jahren warten sie auf eine Ortsumfahrung, doch diese lässt weiter auf sich warten. Aktuell werden die Anschlussmöglichkeiten einer Miedelsbacher Umfahrung an die Ortsumfahrung Haubersbronn geprüft, nachdem sich bei einer Verkehrsuntersuchung gezeigt hat, dass der Kreisverkehr nahe der Lauswiesenhalle die Verkehrsmengen der neuen Straße nicht aufnehmen könnte.

Lange Rückstaus wären die Folge

Schon jetzt ist der Kreisverkehr, an den die Ortsumfahrung theoretisch angebunden werden könnte, überlastet. Lange Rückstaus wären die Folge, falls die neue Ortsumfahrung über diesen Kreisel laufen würde. Aus diesem Grund werden verschiedene Optionen, wie ein Turbokreisel und eine Ampellösung untersucht, sagte Projektingenieur Aaron Fischer vom Ingenieurbüro Klinger und Partner im Technischen Ausschuss des Gemeinderats. Noch warten die Planer auch auf die Ergebnisse der Untersuchung von Flora und Fauna. Die neuen Erhebungen müssen in die Vorplanung eingearbeitet werden, die sich dadurch verzögert. Mit dem Baubeginn der Straße ist frühestens 2027/28 zu rechnen.

Große Ungeduld unter den Räten

Mit Ungeduld verfolgen der Miedelsbacher Ortschaftsrat und der Gemeinderat das Mammut-Projekt. Er hätte sich gewünscht, dass die Umfahrung schon vor 16 Jahren geplant worden wäre, als die Straße nach Welzheim in Planung war, monierte FDP-Stadtrat Gerald Junginger. „Für die Bürger von Miedelsbach hat sich nichts getan.“ Als zermürbend empfindet auch Marcel Kühnert (SPD) die Situation. „Wir bedauern die Verzögerung, es wäre schöner, wenn wir die Umfahrung schneller hinkriegen würden“, sagte er. Die SPD stehe aber weiterhin hinter dem Projekt. „Wir sollten es vorantreiben und hoffen, das Land unterstützen zu können. Enttäuscht zeigte sich Ortschaftsrat Burkhard Weiß, dass die Untersuchungen erst jetzt in Auftrag gegeben wurden: „Dass wir Probleme mit dem Kreisverkehr haben, ist seit über einem Jahr bekannt“, erinnerte er. Unzufrieden mit dem Fortschritt war auch sein Kollege Gerd Bühner, der das Ganze gern beschleunigen wollte. Aaron Fischer machte da allerdings wenig Hoffnung: „Das ist eher schwierig. Wir versuchen es aber, zügig über die Bühne zubringen.“ Thorsten Donn, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Baurecht, räumte ein, dass noch nicht über einen Meilenstein berichtet werden konnte, sondern nur ein Sachstandsbericht vorlag. Gebaut wird die Umgehungsstraße vom Land, die Stadt hat lediglich die Koordination übernommen. Ob bei der Planung ein Rückhaltebecken für den Hochwasserschutz berücksichtigt wurde, fragte Friederike Köstlin (Grüne). Nach Angaben Fischers sollen etwaige Retentionsflächen oder Bauwerke in den Plan mit einfließen.

Braucht man die Umfahrung überhaupt noch?

GLS-Rat Werner Neher stellte das Straßenprojekt grundsätzlich infrage: Viele Menschen arbeiteten in der Corona-Krise im Home-Office, die Zahlen änderten sich: „Vielleicht muss man das überdenken.“ Nach Ansicht des Projektingenieurs werden die Verkehrszahlen allerdings höchstens marginal abnehmen, und keineswegs so, dass die Ortsumfahrung unnötig wird. Eine gesamtpolitische Abwägung ist der Straßenbau für Oberbürgermeister Matthias Klopfer. Die CDU jedenfalls befürwortet das Projekt weiterhin. „Wir stehen zu der Ortsumfahrung und bedauern, dass es so langsam vorangeht“, sagte CDU-Chef Hermann Beutel. Miedelsbach habe eine der höchsten Verkehrsbelastungen im ganzen Land. „Wir bitten die Verwaltung, alles zu tun, damit es vorwärtsgeht.“

Die Menschen werden den Lärm und Gestank des Verkehrs allerdings noch lange aushalten müssen. Stand jetzt soll die Vorplanung Anfang 2021 abgeschlossen sein, der Planfeststellungsbeschluss 2025 gefasst werden. Geht alles gut, wird 2027/28 mit dem Bau der Straße begonnen.

Täglich schieben sich 14 000 bis 16 000 Autos und Lastwagen durch die Ortsdurchfahrt von Miedelsbach. Die Straße gehört zu den am höchsten belasteten Landesstraßen – und entsprechend genervt sind die Anwohner. Seit Jahren warten sie auf eine Ortsumfahrung, doch diese lässt weiter auf sich warten. Aktuell werden die Anschlussmöglichkeiten einer Miedelsbacher Umfahrung an die Ortsumfahrung Haubersbronn geprüft, nachdem sich bei einer Verkehrsuntersuchung gezeigt hat, dass der Kreisverkehr nahe

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