Schorndorf

Warum der Krämermarkt in Schorndorf trotz der Corona-Krise stattfinden darf

Krämermarkt
Auch in diesem Jahr darf in Schorndorf ein Krämermarkt stattfinden. © Gabriel Habermann

Krämermärkte, Weihnachtsmärkte, Faschingsumzüge: Angesichts der steigenden Corona-Zahlen haben die meisten Städte und Gemeinden fast alles abgesagt, was Spaß macht und Menschen in die Innenstädte locken könnte. Die Einzelhändler klagen darüber, dass immer weniger Kunden in die Städte kommen. Diesem Trend zum Trotz veranstaltet die Stadt Schorndorf an diesem Mittwoch von 8 bis 18 Uhr ihren Krämermarkt in der Altstadt. Was sind die Gründe für diese Entscheidung? Und wie will die Stadt die Corona-Regeln einhalten?

Marktbeschicker kämpfen um ihre Existenz

Stände mit Vorwerkstaubsaugerzubehör, Knöpfe, Besen, Wurzelbürsten, Kosmetik, Lammfell, Kleidung, Mützen, Schals, Spezialitäten und Süßwaren: 61 Marktbeschicker werden am Mittwoch ihre Waren anbieten. In Schorndorf will die Stadt damit ein Stück Wirtschaftsförderung betreiben, sagt Erster Bürgermeister Edgar Hemmerich. Die Märkte, auf denen es von der Kittelschürze bis zum Spätzlesbrett alles gibt, sind beliebt – doch auch die Marktbeschicker kämpfen in der Corona-Krise um ihre Existenzen. Bedenken wegen möglicher Infektionen hat die Stadtverwaltung nicht. „Das haben wir uns gut überlegt“, betont der Erste Bürgermeister. In Abstimmung mit dem Landesverband für Schausteller und Marktkaufleute Baden-Württemberg wurde ein Konzept für die Durchführung des Krämermarktes erarbeitet. „Wir freuen uns, die Markthändler in dieser schweren Zeit unterstützen zu können, viele kämpfen im Moment ums Überleben“, sagt auch Jörn Rieg, kommissarischer Fachbereichsleiter für Sicherheit und Ordnung.

Keine glühweinselige Treffen mehr

Die Fläche des Krämermarktes wurde vergrößert, um den nötigen Abstand zwischen den Verkaufsständen sicherstellen zu können, und umfasst in diesem Jahr die gesamte Johann-Philipp-Palm-Straße, die Gottlieb-Daimler-Straße ab der Einmündung Kirchgasse sowie den Oberen und Mittleren Marktplatz. Damit gibt es viel Platz zwischen den einzelnen Ständen, so dass die Abstände eingehalten werden könnten. „Die Marktbeschicker werden sich untereinander nicht auf die Pelle rücken“, meint Edgar Hemmerich. Der Erste Bürgermeister zeigte sich überzeugt davon, dass der Krämermarkt so unproblematisch laufen werde wie sonst der Wochenmarkt und von den Besuchern nicht überrannt werde. „Das wird eine gemütliche Veranstaltung“, sagt Hemmerich. Die Frequenz früherer Jahre sei vorbei. Glühweinselige Treffen von Kollegen oder alten Freunden wird es schon deshalb nicht geben, weil Imbissstände grundsätzlich verboten sind. Ansonsten gilt natürlich die Maskenpflicht, die auch kontrolliert werden soll. Nicht nur die Marktmeister, sondern auch der kommunale Ordnungsdienst werden im Einsatz sein. Die sogenannten „Face-Shields“ sind im Sinne der Corona-Verordnung keine Mund-Nasen-Bedeckung und daher nicht zulässig.

200 Tannenbäume sollen für Weihnachtsstimmung sorgen

Dass der Krämermarkt abgehalten wird, wird viele freuen - und wirft die Frage nach dem bereits abgesagten Weihnachtsmarkt auf. Gibt es vielleicht doch noch eine Chance auf Glühweinduft, Lebkuchen und Weihnachtsatmosphäre? Nein, sagt Bürgermeister Hemmerich. „Der Weihnachtsmarkt wird nicht stattfinden.“ Wochenlang habe man geplant und überlegt, aufgrund der Corona-Zahlen den Weihnachtsmarkt aber dann doch abgesagt. Bis zuletzt hatte auch Ulrich Fink, Geschäftsführer von Schorndorf Centro, gehofft, dass die Weihnachtswelt mit dem neuen, entzerrten Konzept und den in der Innenstadt verteilten Glühweingärten umgesetzt werden könne, und sich bei der Absage entsprechend traurig und enttäuscht gezeigt. Gleichzeitig, so hatte der Schorndorf-Centro-Chef betont, brauche man als Veranstalter ebenso wie die Standbetreiber vor allem aus finanzieller Sicht Sicherheit in der Planung. Immerhin soll es auch ohne Weihnachtsmarkt ein bisschen Adventsstimmung geben: Dafür sollen mehr als 200 Tannenbäume sorgen, die in der Innenstadt verteilt und im Rahmen eines Baumschmuckwettbewerbs von Bürgern und den Geschäften geschmückt werden. Die kleine Holzkirche wird unter dem großen Weihnachtsbaum am Oberen Marktplatz stehen und das Schorndorfer Wunschbuch in digitaler Form bereitliegen. Weihnachtsschmuck und Kunsthandwerk soll es auch auf dem Wochenmarkt geben: Dort dürfen weitere Standbetreiber und Vereine ihre Produkte anbieten.

Krämermärkte, Weihnachtsmärkte, Faschingsumzüge: Angesichts der steigenden Corona-Zahlen haben die meisten Städte und Gemeinden fast alles abgesagt, was Spaß macht und Menschen in die Innenstädte locken könnte. Die Einzelhändler klagen darüber, dass immer weniger Kunden in die Städte kommen. Diesem Trend zum Trotz veranstaltet die Stadt Schorndorf an diesem Mittwoch von 8 bis 18 Uhr ihren Krämermarkt in der Altstadt. Was sind die Gründe für diese Entscheidung? Und wie will die Stadt die

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