Schorndorf

Warum die Stadt Schorndorf die Schulsozialarbeit jetzt doch etwas ausbauen will

Containerschule
An der Rainbrunnenschule gibt es schon seit Jahren Schulsozialarbeiter. Andere Grundschulen sollen jetzt nachziehen. © Gabriel Habermann

Nach und nach hat Schorndorf die Schulsozialarbeit ausgebaut – von drei Sozialpädagogen an der Rainbrunnenschule und der Gottlieb-Daimler-Realschule vor fünf Jahren auf mittlerweile neun an sieben Schorndorfer Schulen. Und ließ die Stadt vor einem Monat noch verlauten, dass für einen weiteren Ausbau an den Grundschulen angesichts der angespannten Haushaltslage kein Geld da sei, gibt es jetzt doch einen kleinen Lichtblick: Mit dem Aktionsprogramm der Bundesregierung, das die Folgen der Corona-Pandemie für Kinder und Jugendliche abmildern soll, kann wohl auch die Schulsozialarbeit in Schorndorf aufgestockt werden.

Das Programm sieht vor, dass für die Schuljahre 2021/22 und 2022/23 jede Vollzeitstelle im Jahr mit 76.300 Euro gefördert und jede Aufstockung von mindestens 20 Prozent bei bestehenden Stellen vollständig bezuschusst wird. Insgesamt 14,5 Millionen Euro sind für beide Maßnahmen vorgesehen. Eine Finanzierungszusage hat die Stadt Schorndorf noch nicht: Das Förderprogramm ist im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration noch in Vorbereitung. Doch das positive Signal nimmt die Stadt Schorndorf schon mal wahr: Schließlich wurde der Ruf nach einem stärkeren finanziellen Engagement von Bund und Land in Bildungsangelegenheiten in Schorndorf schon mehrfach laut.

Es wird nicht einfach, die Stellen zu besetzen

Profitiert Schorndorf von der Förderung, sollen künftig alle bisher nicht abgedeckten Regelgrundschulen eine 30-prozentige Schulsozialarbeiterstelle bekommen. Die Schillerschule in Haubersbronn wird – wie die anderen Ganztagsgrundschulen in der Stadt auch – mit einer 50-Prozent-Stelle ausgestattet. Da Stellen erst ab einem Beschäftigungsumfang von mindestens 50 Prozent förderungsfähig sind, sollen sich die Sommerrainschule in Schornbach und die Reinhold-Maier-Schule in Weiler eine 60-Prozent-Stelle teilen. Das Gleiche gilt für die Fuchshochschule und die Schurwaldschule in Oberberken, wo in den vergangenen Monaten das SOS-Kinderdorf mit einem entsprechenden Angebot aktiv war. Eine 80-Prozent-Stelle sollen sich die Otfried-Preußler-Schule in Miedelsbach (30 Prozent) und die Schillerschule teilen. Seit Sommer gibt es in Schorndorf in der mobilen Kindersozialarbeit außerdem eine 50-Prozent-Stelle. Für die anderen Stellen ist die Stadt aktuell in der Bewerbungsphase: Doch einfach sei es nicht, die Stellen zu besetzen, gab Tina Werner als Fachbereichsleiterin Schulen und Vereine zu bedenken.

Über den Ausbauplänen steht aber sowieso noch ein Fragezeichen: Sollte es das Förderprogramm wider Erwarten doch nicht geben, wird nur die Schulsozialarbeiterstelle an der Schurwaldschule in Oberberken geschaffen, was für die Stadt mit Personalkosten in Höhe von 22.890 Euro im Jahr verbunden wäre. Viel Lob und große Zufriedenheit gab es in der jüngsten Sitzung des Verwaltungs- und Sozialausschusses trotzdem. Für Ersten Bürgermeister Thorsten Englert hat die Stadt für den geplanten Ausbau von – in Summe – zwei Vollzeit-Schulsozialarbeiterstellen sogar die Schulnote "Eins" verdient. Was Schulsozialarbeit leistet und dass diese pädagogische Arbeit unabhängig von der Schul- und Klassengröße zu sehen ist, darüber will Julia Daubenberger als neue Schorndorfer Jugendreferentin auch auf Wunsch von CDU-Rat Thorsten Leiter in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 18. November, berichten. Dass Kinder in der Pandemie besondere Unterstützung brauchen, das indes war im Gremium unbestritten. Auch FDP/FW-Fraktionsvorsitzender Gerhard Nickel hält die Schulsozialarbeit für notwendig, auch wenn er Lehrerinnen und Lehrer – jenseits der Wissensvermittlung – auch in der Pflicht sieht. Er bezweifelte allerdings, dass der Gemeinderat Ende 2023, wenn die Förderung des Bundes ausläuft, „die Stärke hat, das wieder abzuschaffen“. Das, bestätigte Bürgermeister Englert, sei das „süße Gift der Anreizfinanzierung“. Dem Verwaltungsvorschlag stimmten die Ausschussmitglieder am Ende ohne Gegenstimme zu.

Nach und nach hat Schorndorf die Schulsozialarbeit ausgebaut – von drei Sozialpädagogen an der Rainbrunnenschule und der Gottlieb-Daimler-Realschule vor fünf Jahren auf mittlerweile neun an sieben Schorndorfer Schulen. Und ließ die Stadt vor einem Monat noch verlauten, dass für einen weiteren Ausbau an den Grundschulen angesichts der angespannten Haushaltslage kein Geld da sei, gibt es jetzt doch einen kleinen Lichtblick: Mit dem Aktionsprogramm der Bundesregierung, das die Folgen der

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