Schorndorf

Warum Matthias Klopfer der neue Oberbürgermeister in Esslingen werden will

Klopfer
Er kandidiert in Esslingen: Matthias Klopfer. © Palmizi

Matthias Klopfer will Oberbürgermeister in Esslingen werden. Auch wenn viele damit gerechnet hatten, dass er bei der Schorndorfer Oberbürgermeisterwahl 2022 nicht mehr antreten würde, kam die Ankündigung dann doch wie ein Paukenschlag. Unmittelbar vor der gemeinsamen Pressekonferenz mit Daniel Blank, SPD-Chef in Esslingen, und dem Landtagsabgeordneten und Chef der SPD-Gemeinderatsfraktion Nicolas Fink hatte Klopfer die Fraktionsvorsitzenden im Schorndorfer Gemeinderat und sein Führungsteam im Rathaus informiert. Dabei habe es Tränen gegeben, berichtete er, selbst noch sichtlich berührt: „Ich gehe jeden Tag mit Freude ins Rathaus. Das bewegt.“ In Schorndorf habe er vieles anstoßen und Impulse geben können. Doch Demokratie lebe auch von Wechsel und 15 Jahre seien eine lange Zeit: „Ich will was Neues machen“, sagte Klopfer. „Es ist eine Herausforderung, der ich mich jetzt mit 53 Jahren gerne stelle.“

Amtsinhaber Jürgen Zieger zieht sich nach 23 Jahren zurück

Nun soll es also Esslingen werden, wo am 11. Juli ein neuer Oberbürgermeister gewählt wird. Der dortige Amtsinhaber Jürgen Zieger (SPD) geht nach mehr als 23 Jahren Ende September ein Jahr vor Ende der regulären Amtszeit in den Ruhestand. Unterstützt wird Matthias Klopfer von der Esslinger SPD, die – ebenso wie die Grünen und die Freien Wähler – acht Sitze im Gemeinderat hat, gefolgt von der CDU mit sieben, der FDP mit vier und der Linken mit drei Sitzen. „Matthias Klopfer bringt alle Eigenschaften mit, die ein Esslinger Oberbürgermeister unserer Meinung nach haben sollte“, ist Daniel Blank überzeugt, der als Vorsitzender der Findungskommission fungierte. Dazu gehört nach Auffassung Blanks Klopfers großer Erfahrungsschatz als Oberbürgermeister einer Großen Kreisstadt. Zugleich stehe Klopfer für einen zugewandten Politikstil. Seine Bürgernähe habe Klopfer in Schorndorf immer wieder unter Beweis gestellt. Übrigens gerade an diesem Punkt erwartet die SPD von Klopfer neue Impulse für die Esslinger Kommunalpolitik. Ein Glücksfall ist Klopfer auch für Nicolas Fink, der Klopfer angerufen und zur OB-Bewerbung aufgefordert hatte. „Er mag die Menschen unheimlich gerne“, sagte Fink über Klopfer, der ein Oberbürgermeister nicht nur für die SPD, sondern für alle Bürger sei. Dass er der Oberbürgermeister aller Esslinger werden will, betonte auch Matthias Klopfer selbst. OB-Wahlen seien Persönlichkeitswahlen, sagte er. „Ich werbe mit meiner Persönlichkeit, bin aber überzeugter Sozialdemokrat.“

Warum gerade Esslingen?

Was ihn gerade nach Esslingen zieht? Angefangen habe es mit seinem Parteifreund Wolfgang Drexler, so Klopfer. Vor rund 23 Jahren begann deren Zusammenarbeit im Landtag - mittlerweile sei eine Freundschaft daraus geworden. Über Drexler habe er viel über die Stadt gelernt und sie auch vor Ort erlebt. „Neben der Landeshauptstadt ist Esslingen die herausragende Stadt“, sagte Klopfer. Themen der Zukunft sind für ihn neben dem Klimawandel und der Digitalisierung der demografische Wandel, die Transformation der Wirtschaft und die Bewältigung der Spätfolgen der Corona-Pandemie. In Esslingen spüre er den Bürgerstolz, aber auch den Strukturwandel, der durch Corona beschleunigt werde. „Da ein Partner zu sein, wird die große Herausforderung“, sagte er. Eine andere sieht er beim Verkehr: Die Frage sei, wie mit dem extrem engen Verkehrsraum umgegangen werde, wie mehr Lebensqualität für Radfahrer und Fußgänger entstehen könne.

In Schorndorf war Matthias Klopfer 2014 mit 76,5 Prozent der Stimmen zum zweiten Mal zum Oberbürgermeister gewählt worden. Im Oktober 2019 hatte er für das Amt des VfB-Präsidenten kandidiert, dann aber seine Kandidatur überraschend zurückgezogen. Damals tuschelte es in Schorndorf, Klopfer habe die VfB-Kandidatur nutzen wollen, um seinen Bekanntheitsgrad in Stuttgart zu steigern, um dann dort bei der Oberbürgermeisterwahl 2020 als Kandidat der SPD anzutreten. Wie man heute weiß, eine Annahme, die sich als ebenso falsch herausgestellt hat wie Klopfers damalige Aussage, bei der OB-Wahl 2022 in Schorndorf wieder kandidieren zu wollen. Allerdings hatte er da schon relativiert, dass bis dahin noch eine „lange Zeit“ sei und man nicht wisse, wie es in drei Jahren „der Stadt mit mir geht und mir mit ihr“.

Was macht er, wenn er verliert?

In Esslingen wird der OB am 11. Juli gewählt. Wenn ein zweiter Wahlgang nötig wird, findet dieser am 25. Juli statt. Kann gut sein also, dass Matthias Klopfer und seine Frau im Sommer in Esslingen auf Wohnungssuche gehen werden. Und was, wenn er nicht gewählt wird? „Dann", sagt Matthias Klopfer, „werde ich am 26. Juli aufrecht ins Schorndorfer Rathaus gehen und bis September 2022 Oberbürgermeister in Schorndorf sein.“ Am 30. September 2022 endet Klopfers Amtszeit in Schorndorf offiziell. Auch im Fall, dass er in Esslingen scheitern sollte, will er sich nicht für eine dritte Amtszeit bewerben: „Ich werde in Schorndorf nicht wieder antreten“, stellte er klar. Und: „Ich will am 11. Juli gewinnen. Wenn es aber nicht sein soll, kann ich damit umgehen. Dann muss ich mich neu sortieren.“

Matthias Klopfer will Oberbürgermeister in Esslingen werden. Auch wenn viele damit gerechnet hatten, dass er bei der Schorndorfer Oberbürgermeisterwahl 2022 nicht mehr antreten würde, kam die Ankündigung dann doch wie ein Paukenschlag. Unmittelbar vor der gemeinsamen Pressekonferenz mit Daniel Blank, SPD-Chef in Esslingen, und dem Landtagsabgeordneten und Chef der SPD-Gemeinderatsfraktion Nicolas Fink hatte Klopfer die Fraktionsvorsitzenden im Schorndorfer Gemeinderat und sein Führungsteam

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