Schorndorf

Warum sich der Schorndorfer OB-Kandidat Horst Zwipp seiner Zeit voraus sieht

Wahlkampf Zwipp
Straßenwahlkämpfer Horst Zwipp. © Benjamin Büttner

Tief enttäuscht hatte sich Horst Zwipp nach dem ersten Wahlgang über sein schlechtes Ergebnis von 5,5 Prozent gezeigt. Doch anders als viele erwarteten, zog er seine OB-Kandidatur aber nicht zurück, sondern stieg erneut in den Wahlkampf ein. Was hat sich verändert? „Seit dem ersten Wahlgang mache ich vor allem Straßenwahlkampf an meinem Wahlstand“, sagt der 66-Jährige. Mittlerweile gehe er aber nicht mehr von Tür zu Tür, auch in den Ortschaften habe er keinen Wahlkampf mehr gemacht. Umso mehr wirbt er für sich in den sozialen Medien: Auf seinen Facebook- und Instagram-Accounts sowie auf seiner Homepage informiert er über seine Haltung zu Themen wie Kultur, Musik und Kunst. Posts zu den Bereichen Kinder und Jugendliche, Senioren, Finanzen und Umwelt seien in Arbeit.

Er wünscht sich eine Stadtbücherei über der Markthalle

Mit einem Thema hat sich Zwipp in den vergangenen Wochen besonders intensiv beschäftigt: mit der Debatte um den Bau der Stadtbücherei. Den OB-Kandidaten sei immer wieder vorgeworfen worden, dass sie zu diesem Thema keine konkreten Aussagen getroffen hätten, sagt er. Seiner Meinung nach braucht Schorndorf eine neue Stadtbücherei – allerdings solle man das Konzept, den Standort und die Kosten noch einmal „einer harten Prüfung“ unterziehen. Zwipp selbst ist eigenen Worten zufolge im Zusammenhang mit der Anmietung seines Wahlbüros auf den Standort Güterbahnhof gestoßen, der schon 2015 als ein alternativer Standort im Gespräch war. 2017 hatte sich der Gemeinderat indes für den Standort am Archivplatz entschieden. Der Baubeschluss wurde gefasst und der Güterbahnhof an Heinz Lochmann verkauft, der dort nun eine Markthalle bauen will.

Vier Jahre später plädiert Horst Zwipp für eine Kombination aus eben dieser Markthalle und der Stadtbücherei. „Eine bessere Kombination für eine Begegnungsstätte und eine Belebung der Weststadt plus Anbindung der Vorstadt gibt es nicht“, ist er überzeugt, zumal er sich davon auch eine Kostenreduktion verspricht. Für Ersten Bürgermeister Thorsten Englert kommt der Vorschlag angesichts einer Vielzahl von Beschlüssen und Planungskosten allerdings zu spät. Die Standort-Diskussion sei längst abgeschlossen, sagt er auf Anfrage, zudem habe der Standort in der Stadtmitte gleich zwei Vorteile: Durch die Bücherei am Archivplatz werde die Innenstadt, durch die Markthalle am Güterbahnhof die Weststadt gestärkt. „Ich will nicht nochmals von vorne anfangen, zumal ich dann auch für das jetzt leerstehende Gebäude in der Archivstraße keine Nutzung hätte“, sagt Englert.

Zwipp will im Güterbahnhof will Veranstaltungen organisieren

Dass diese Entscheidung nicht zu ändern sein soll, ist für Horst Zwipp nicht nachvollziehbar. Am Ende des Tages zähle doch nur das, was am meisten Sinn macht, meint er. Für seine Idee hätte er sich auch im Falle seiner Nichtwahl eingesetzt. Aber auch ansonsten will er sich nach der Wahl nicht einfach zurückziehen. Die Räumlichkeiten, die er im Güterbahnhof als Wahlbüro gemietet hat, will er dann mit Veranstaltungen bespielen. Mit dem Baurechtsamt sei er wegen einer Nutzungsänderung bereits im Gespräch. „Da will ich auf jeden Fall weitermachen“, kündigt er an.

Dass er am Sonntag im zweiten Wahlgang noch zum Schorndorfer OB gewählt wird, daran glaubt Horst Zwipp selbst nicht mehr. Ein Wahlergebnis von über zehn Prozent wäre „in Ordnung“ für ihn, sagt der 66-Jährige. Seine Sicht der Dinge hat sich im Wahlkampf deutlich geändert. Er sei, meint er, seiner Zeit um zehn Jahre voraus. Die Bürger seien noch nicht dazu bereit, die über Jahrzehnte eingeschlagenen Pfade zu verlassen. „Sie schimpfen über die Politiker“, sagt Zwipp, „aber wenn sie die Chance auf einen Wechsel haben, nutzen sie diese Möglichkeit nicht.“ Zwar beschäftigten sich die Bürger seiner Ansicht nach durchaus mit nicht parteipolitischen Kandidaten – sonst hätte er auch keine 5,5 Prozent der Stimmen bekommen. Doch das sei nicht genug. „Ich wollte kein Weiter so“, betont er. Nun aber gehe es nach der Wahl weiter wie zuvor.

Auch wenn sich Horst Zwipp auch nach der Wahl in Schorndorf einbringen will – eins steht für ihn fest: In den Gemeinderat will er nicht: „Dafür werde ich auf keinen Fall kandidieren.“

Tief enttäuscht hatte sich Horst Zwipp nach dem ersten Wahlgang über sein schlechtes Ergebnis von 5,5 Prozent gezeigt. Doch anders als viele erwarteten, zog er seine OB-Kandidatur aber nicht zurück, sondern stieg erneut in den Wahlkampf ein. Was hat sich verändert? „Seit dem ersten Wahlgang mache ich vor allem Straßenwahlkampf an meinem Wahlstand“, sagt der 66-Jährige. Mittlerweile gehe er aber nicht mehr von Tür zu Tür, auch in den Ortschaften habe er keinen Wahlkampf mehr gemacht. Umso

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