Schorndorf

Was derzeit evangelische Christen bewegt: Synode im Kirchenbezirk Schorndorf

Bezirkssynode
Die Teilnehmer der Bezirkssynode im Martin-Luther-Haus. © Benjamin Büttner

Zweimal im Jahr treffen sich die Synodalen, um gemeinsam über die großen Linien des kirchlichen Lebens im Bezirk nachzudenken und Entscheidungen zu treffen. Das frühlingshafte Wetter am Freitagabend passte nicht so recht zur Situation, in der Ehrenamtliche und Pfarrpersonen zusammenkamen. So richteten die Vorsitzenden Matthias Eisenhardt und Dekanin Dr. Juliane Baur gleich zu Beginn den Blick in die Ukraine und schlugen nachdenkliche Töne an.

Welle der Solidarität

Neben dem Gefühl allgemeiner Fassungslosigkeit über einen kaum zwei Flugstunden entfernten Angriffskrieg verwies die Dekanin auf die Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft auch im Schorndorfer Kirchenbezirk. In sämtlichen Lebensbereichen würden aber vermutlich bald die wirtschaftlichen Auswirkungen der Sanktionen spürbar werden. Trotzdem: „Gut, dass wir uns dessen gegenseitig versichern, dem Hass keine Chance geben zu wollen“, so Baur.

Freude an dem, was möglich ist

Auf das, was die haupt- und ehrenamtlich Verantwortlichen in der Evangelischen Kirche derzeit außerdem beschäftigt, ging die Dekanin ebenfalls ein: Der Vertrauensverlust vor allem durch den Umgang mit Missbrauchsfällen in der Katholischen Kirche sei auch in der Evangelischen Kirche wahrzunehmen. Auch die finanzielle Perspektive bleibe unverändert angespannt. Wie könne man unter diesen Umständen fröhlich Kirche gestalten? „Durch eine positive Vision. Durch Gelassenheit und Freude an dem, was möglich ist, ohne auf das zu schielen, was nicht mehr möglich ist.“ Das Kriterium für kirchliches Handeln sei in erster Linie der Bezug zur Botschaft des Evangeliums. Dabei gehe es immer auch um „die Haltung, dass jeder und jede mit den eigenen Gaben etwas beitragen kann, und zwar da, wo das eigene Herz besonders schlägt“, fasste Baur zusammen.

Ein inhaltlicher Schwerpunkt des Abends lag auf der Frage nach dem künftigen Umgang mit kirchlichen Gebäuden.

Ziel der Klimaneutralität näherkommen

Mit Architekt Sebastian Läpple stellte ein ausgewiesener Experte auf diesem Gebiet in einem Referat die Möglichkeiten vor, sich als Kirchengemeinden im Blick auf die eigene Immobiliennutzung zukunftsgerichtet aufzustellen. Bei den Gebäuden, die dauerhaft gehalten werden sollen, müsse insbesondere die Möglichkeit energetischer Sanierungen ernsthaft geprüft werden, um dem Ziel der Klimaneutralität näher zu kommen. Den kirchlichen Gebäuden als Orten gemeinschaftlich gelebten Glaubens komme auf dem Weg eine Schlüsselrolle zu.

Schuldekan Andreas Lorenz erinnerte aus tagesaktuellem Anlass an die 15 Opfer des Amoklaufs eines siebzehnjährigen Schülers am 11. März vor 13 Jahren in Winnenden und Wendlingen. Gerade in solchen Krisenzeiten komme dem Religionsunterricht an den Schulen eine zentrale Bedeutung zu. Denn dort fänden Kinder und Jugendliche „pädagogisch begleitete Räume, um das Erlebte diskutieren, einordnen und bewerten zu können“.

Mit Vielfalt und Verschiedenheit umgehen können

In diesem Zusammenhang dankte er allen Erzieherinnen und Lehrern, die mitten in der Corona-Pandemie nun gefordert seien, mit dem Krieg in der Ukraine nun die nächste große Krise in den Kitas und Schulen zu thematisieren. Schulleitungen wüssten Reli zu schätzen. Denn es gehe dabei nicht allein um existenzielle Fragen und Themen der Schülerinnen und Schüler, sondern auch darum, mit Vielfalt und Verschiedenheit umgehen zu können. Das sei „im Interesse einer offenen, freien, kulturell verwurzelten und religiös um Orientierung ringenden Gesellschaft“ und „ein Gegenentwurf zur dumpfen Herrschaft von Gewalt und Despotismus“, schlussfolgerte Andreas Lorenz.

Außerdem beschloss die Synode die überarbeitete Bezirksordnung des Evangelischen Jugendwerks und stellte die Weichen für ein Bezirksschutzkonzept zur Prävention sexualisierter Gewalt. Mit Letzterem folgte sie den Vorgaben der Württembergischen Landessynode, die im Herbst ein entsprechendes Gesetz verabschiedet hatte.

Zweimal im Jahr treffen sich die Synodalen, um gemeinsam über die großen Linien des kirchlichen Lebens im Bezirk nachzudenken und Entscheidungen zu treffen. Das frühlingshafte Wetter am Freitagabend passte nicht so recht zur Situation, in der Ehrenamtliche und Pfarrpersonen zusammenkamen. So richteten die Vorsitzenden Matthias Eisenhardt und Dekanin Dr. Juliane Baur gleich zu Beginn den Blick in die Ukraine und schlugen nachdenkliche Töne an.

Welle der Solidarität

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