Schorndorf

Was wünschen sich die Ehrenamtlichen?

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Julia Schuck (links) und Lena Rosteck (rechts) haben die 166 Rückmeldungen zur Umfrage ausgewertet. Die Studentin Schuck hat über die Ergebnisse eine Hausarbeit geschrieben. Sie studiert Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt bürgerschaftliches Engagement. © Schneider/ZVW

Schondorf. Was wünschen sich die Ehrenamtlichen und welche Fortbildungen würden ihnen helfen? Mehrere offene Fragen hat die Stadt in einer Umfrage den Ehrenamtlichen gestellt. Über 160 Bögen kamen zurück. Julia Schuck und Lena Rosteck von der Stadt Schorndorf haben die Ergebnisse ausgewertet.

Julia Schuck war lange Zeit selbst als Ehrenamtliche engagiert: Als Oberministrantin des Dekanats Rems-Murr und als Oberministrantin in der katholischen Kirche in Winterbach engagierte sie sich in der christlichen Kinder- und Jugendarbeit.

Inzwischen macht sie ihr duales Studium bei der Stadt Schorndorf. Doch das Ehrenamt ist nach wie vor ihr Thema. Die 23-jährige Winterbacherin studiert Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt bürgerschaftliches Engagement. Sie wertete mit Lena Rosteck vom Fachbereich Familie und Soziales eine Umfrage unter Ehrenamtlichen aus.

Beim ersten Ehrenamtsfest in der Barbara-Künkelin-Halle im Dezember verteilte die Stadt Umfragebögen unter den fast 500 anwesenden Ehrenamtlichen, 166 kamen zurück. Fünf offene Fragen stellte die Stadt den Bürgerinnen und Bürgern. Mit der qualitativen Umfrage wollte sie herausfinden, welche Motivation die Bürgerinnen und Bürger mitbringen, wo sie sich einbringen und welche Voraussetzungen sich verbessern sollten. Julia Schuck verfasste darüber eine Arbeit im Rahmen ihres Studiums.

Auch im nächsten Jahr soll es wieder ein Ehrenamtsfest geben

„Die Ehrenamtlichen wollen mehr Anerkennung für ihre Arbeit“, sagt Julia Schuck. „Viele bedankten sich im Rahmen der Umfrage für das Ehrenamtsfest und freuten sich über diese Form der Anerkennung“, meint die Studentin. Einige wünschen sich auch eine finanzielle Anerkennung für ihre Arbeit, also eine Art Aufwandsentschädigung. Schließlich würden etwa auch Kosten für die Anfahrt bei einigen entstehen. Doch dafür müssten die Vereine und Institutionen aufkommen, erklären Lena Rosteck und Julia Schuck.

An die Stadt hätten einige Ehrenamtliche aus den Sportvereinen auch die Forderung nach mehr Räumlichkeiten für ihr Training und eine bessere Ausrüstung gestellt. Einzelne Gespräche führte Lena Rosteck deshalb nach eigenen Angaben bereits.

Neben den Voraussetzungen erfragten Schuck und Rosteck außerdem, welche Seminare für die Ehrenamtlichen hilfreich wären. Hier wurde ganz Unterschiedliches genannt, je nach Bereich, in dem sie tätig sind. Die Studentin sortierte die Ehrenamtlichen in acht Bereiche, wie beispielsweise Sport, Senioren oder Flüchtlingsarbeit. Mehrfach genannt wurde das Thema Versicherung im Ehrenamt. Um den Wünschen der Engagierten nach Weiterbildung nachzukommen, entschied sich die Stadt in diesem Jahr dazu, ein kostenloses Formbildungsprogramm aufzuerlegen (siehe Fortbildungen für Ehrenamtliche).

Warum bringen sich Menschen unentgeltlich ein?

Auch die Frage nach der persönlichen Motivation wurde den Ehrenamtlichen in der Umfrage gestellt. Die häufigste Antwort war mit 40 Prozent, zu helfen und etwas Sinnvolles zu tun. Viele gaben aber auch an, sich zu engagieren, um in Kontakt mit anderen Menschen zu kommen und um Spaß bei der Sache zu haben. Andere gaben an, sich aus persönlicher Überzeugung zu engagieren und sich mit den Zielen der entsprechenden Einrichtung zu identifizieren.

„Die Umfrage war nicht repräsentativ“, erklärt Julia Schuck. „Umso überraschter war ich, dass es in vielen Punkten Überschneidungen gab mit großen repräsentativen Umfragen, etwa dem Freiwilligensurvey“, erklärt die Studentin.

Neben den drei Fortbildungen subventioniert die Stadt außerdem Kurse der Volkshochschule für Ehrenamtliche. Je Semester können sie an einem Kurs teilnehmen, bei dem die Stadt 50 Prozent der Kosten übernimmt (die maximale Kursgebühr darf höchstens 120 Euro betragen). Auf ihrer Internetseite empfiehlt die Stadt Ehrenamtlichen verschiedene Kurse.

Fortbildungen für Ehrenamtliche

Die Stadt bietet in diesem Jahr drei kostenlose Fortbildungen exklusiv für Ehrenamtliche an.

Am 9. April findet ein Vortrag zum Thema „Ein Jahr DGVO. Datenschutz in Vereinen und Non-Profit-Organisationen“ um 19 Uhr im Zentrum für internationale Begegnungen statt.

Am 20. Juli findet ein Erste-Hilfe-Kurs für Laien und Erwachsene statt. Von 8.30 bis 16.30 Uhr findet die Veranstaltung in der Johanniter-Unfallhilfe statt.

Am 19. Oktober findet die Fortbildung „Prävention von sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen“ von 9 bis 17 Uhr im Zentrum für internationale Begegnung statt.

Anmelden können sich Ehrenamtliche auf der Homepage der Stadt Schorndorf. Notfalls auch bei Lena Rosteck 07181/6023310.