Schorndorf

Wegen Ärger mit dem "Platzhirsch"-Wirt: SG-Vorstand fühlt sich missverstanden

Platzhirsch
Um den Wirt des SG-Vereinsheims gibt es Ärger. © Benjamin Büttner

Nach dem Bericht der Schorndorfer Nachrichten am 30. April über die politischen Äußerungen und Aktivitäten von Maximilian Provenzano, dem Pächter der Vereinsgaststätte "Platzhirsch", hat sich der Vorstand der SG Schorndorf zu Wort gemeldet, um seine „Position in dieser Angelegenheit unmissverständlich klarzustellen“, wie es in der Stellungnahme heißt.

"Wir distanzieren uns, können aber derzeit nicht mehr tun"

Zwischen Maximilian Provenzano und der SG bestehe ein langfristiger Pachtvertrag bezüglich der Vereinsgaststätte „Platzhirsch“, der noch mehrere Jahre läuft, schreibt der Vorstand. Provenzano äußere sich seit einiger Zeit sehr kritisch über die vom Staat angeordneten Corona-Maßnahmen. In diesem Zusammenhang habe ihn der Vorstand auf die im Pachtvertrag enthaltene Verpflichtung zur politischen Neutralität hingewiesen. Daran habe sich Provenzano mit wenigen Ausnahmen gehalten. Was er privat über die „Querdenker-Bewegung“ verbreitet, könne der Vorstand nicht unterbinden. Klar sei aber, dass sich die Mitglieder des Vorstands eindeutig und ausdrücklich von diesen politischen Ansichten distanzieren. In dem Zeitungsartikel sei der Eindruck erweckt worden, die SG toleriere aus finanziellen Gründen die Aktivitäten von Maximilan Provenzano. „Da wurden wir möglicherweise nicht richtig verstanden“, schreibt der SG-Vorstand weiter. Natürlich würden die fehlenden Pachteinnahmen wehtun, aber diese Frage stelle sich nicht, da es keine rechtliche Begründung dafür gebe, das Pachtverhältnis aufzulösen. Dem Verein seien die Hände gebunden: „Wir distanzieren uns klar von den politischen Ansichten unseres Pächters – können aber derzeit auch nicht mehr tun“.

Stattdessen werde sich der Vorstand in dieser schwierigen Zeit um das Wohl des Vereins kümmern. „Wir müssen all unsere Kräfte bündeln, um die SG sowohl finanziell als auch inhaltlich am Laufen zu halten.“ Dazu sollen möglichst viele sportlich attraktive Angebote gemacht werden, damit Kinder und Jugendliche in Bewegung und in der Gemeinschaft bleiben. Aus diesem Grund startet in dieser Woche die Bewegungswelt mit mehr als zehn Sportlehrern, die mit rund 45 Kindern pro Tag im Freien unter Beachtung der Corona-Vorschriften zu Sport und Bewegung einladen. Die Mitglieder der SG Schorndorf könnten darauf vertrauen, dass das Team der SG gemeinsam mit dem Vorstand mit ganzer Kraft daran arbeitet, die SG in der schwierigen Zeit auf Kurs zu halten.