Schorndorf

Weihnachten im Lockdown: Wie die Schorndorfer Stadtkapelle als Ersatz fürs traditionelle Weihnachtsliedersingen ein Videokonzert aufgenommen hat

Coronavideokonzert
Harald Väth (l.) mit seiner Familie, die ebenfalls seit Jahren in der Stadtkapelle musiziert. Sie freuen sich über das gelungene Weihnachtsvideo. © Gaby Schneider

Normalerweise ist’s der Höhepunkt für viele Schorndorfer. Wenn am Heiligen Abend das Große Blasorchester auf dem Marktplatz zum Weihnachtsliedersingen lädt, ist richtig was los. Dann sind üblicherweise nicht nur die Musiker der Stadtkapelle und der Ersten Schorndorfer Musik- und Tanzvereinigung am Start, sondern auch zwischen 500 und 1000 Zuhörer, für die das Platzkonzert einfach zum Weihnachtsfest dazugehört. Schon seit Jahrzehnten, mindestens seit einem halben Jahrhundert, wahrscheinlich aber schon viel länger hält die Stadtkapelle diesen Auftritt in Ehren.

Corona musikalisch die Stirn bieten

Und bis heute hat diese besondere halbe Stunde auf dem Marktplatz nicht an Reiz verloren. Im Gegenteil. Jahr für Jahr kommen mehr mitsingende Zuhörer. „Immerhin ist es fast die einzige Gelegenheit, außerhalb des eigenen Wohnzimmers Weihnachtslieder zu singen“, erklärt Jürgen Dobler, langjähriger Stadtkapellen-Sympathisant und -Helfer den Zauber. „Das ist einfach immer ein ganz unbeschreibliches Gefühl.“ Und so waren alle Beteiligten zunächst wirklich betrübt, dass das Coronavirus auch diese herzwärmende Tradition zu kippen drohte. Dann aber entwickelte sich nach und nach eine Idee: Warum nicht das Ganze digital veranstalten? Und dann allen zugänglich machen?

Der Auftrag: Musikalischer Weihnachtsglanz für alle

Harald Väth, Vorsitzender des Musikvereins Stadtkapelle, und Jürgen Dobler überlegten, sinnierten, schmiedeten Pläne. Und schnell war klar: „Wir machen das.“ Dabei begleitete sie ein Gedanke: „Vielleicht brauchen es die Menschen zum ersten Mal so richtig dringend, dass wir genau das machen.“ Und so wurde aus der Idee mehr. Ein Auftrag: den Schorndorfer Weihnachtszauber in die Wohnzimmer hineintragen – und gleichzeitig dem Virus die Stirn bieten, sich eben nicht zu treffen, stark sein, und schlauer als Sars-Cov-2.

Panoramaaufnahmen und Weihnachtsgeschichte

Aber das GBO wäre nicht das GBO, wenn es nicht auf einem ordentlichen Niveau der Aufnahme bestehen würde. Da sollte die Musik auch im Video so gut und professionell klingen wie in Wirklichkeit und nicht „irgendwie hobbymäßig“. Und so haben sich die Musiker schon vor längerer Zeit zusammengetan und zusammen mit dem Betreiber eines mobilen Tonstudios etliche Weihnachtslieder aufgenommen. Filmaufnahmen aus der Schorndorfer Stadtkirche und aus bekannten Schorndorfer Blickwinkeln vervollständigen das Gesamtpaket. Und Jürgen Dobler liest vor dem Weihnachtsbaum am Schorndorfer Marktplatz die Weihnachtsgeschichte. Nach dem Bibeltext, das war ihm wichtig. Immerhin soll das Video, nachdem es am Heiligen Abend um 17 Uhr online gegangen ist, dauerhaft im Internet zu finden sein. Drum soll’s klassisch und somit auch zeitlos bleiben.

Balsam für die Seele

Die Organisatoren Väth und Dobler sind überzeugt vom musikalischen Endprodukt, das durch viele Privatspenden und die Unterstützung der "Rudolf und Anna Bühler"-Stiftung finanziert wurde. „Das ist echter Balsam für die Seele“, schwärmt Dobler. „Alle haben doch zurzeit ein Defizit, auch wenn sie es nicht zugeben.“ Und beim Anhören des Konzertes könne jeder, der sich drauf einlasse, diesen besondern Weihnachtsglanz verspüren und wer möge, könne ganz heimlich mitsingen und die ein oder andere Träne verdrücken.

Info unter http://www.bit.ly/gbo-weihnacht2020 ist das Video ab 17 Uhr auf dem Kanal der Schorndorfer Stadtkapelle zu sehen.

Normalerweise ist’s der Höhepunkt für viele Schorndorfer. Wenn am Heiligen Abend das Große Blasorchester auf dem Marktplatz zum Weihnachtsliedersingen lädt, ist richtig was los. Dann sind üblicherweise nicht nur die Musiker der Stadtkapelle und der Ersten Schorndorfer Musik- und Tanzvereinigung am Start, sondern auch zwischen 500 und 1000 Zuhörer, für die das Platzkonzert einfach zum Weihnachtsfest dazugehört. Schon seit Jahrzehnten, mindestens seit einem halben Jahrhundert, wahrscheinlich

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