Schorndorf

Weihnachtsmütze sitzt, passt, wackelt und hat Luft

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Rathaus-Mütze: Luftiges Wahrzeichen in Rot-Weiß. © Palmizi / ZVW

Schorndorf. Die Pudelmütze sitzt. Pünktlich zu Beginn des Weihnachtsmarkt-Aufbaus hat das Rathaus seine rot-weiße Kopf-, oder genauer Turm-Bedeckung bekommen. Ebenfalls seit Montag an Ort und Stelle: der Tannenbaum auf dem Oberen Marktplatz. Und damit die Weihnachtswelt am Samstag pünktlich um 11 Uhr eröffnet werden kann, hat Schorndorf-Centro auch gleich mit dem Aufbau der Stände begonnen.

Video: Das Rathaus bekommt wie jedes Jahr zur Adventszeit eine Mütze aufgesetzt.

Was für ein Aufwand: Am Montagmorgen um halb acht ging’s los. Gemeinsam mit einem 42-Meter-Kran und einem Steiger ist die zusammengefaltete Rathaus-Mütze vor dem Rathaus gelandet. Und kaum saß die schwarze Schutzhülle samt Leuchtband auf dem Turmdach, ging’s in luftiger Höhe weiter. Millimeter für Millimeter: Von Werbetechniker Clemens Bäz vor acht Jahren für Schorndorf-Centro entwickelt, schwebt die rot-weiße Mützenhülle so alle Jahre wieder mit Hilfe eines Spezialkrans hoch über der Rathausspitze und wird über den spitzen Blitzableiter gefädelt. Anschließend muss der sechs Meter hohe Mützenschlauch noch von Hand gleichmäßig über das Dach des Glockenturms gezogen werden.

Alle Jahre wieder: Dauergebläse bringt die Mütze in Form

Doch dann geht’s immer ganz schnell: Keine zwei Stunden nach Beginn der Aktion sorgt ein Dauergebläse im Glockenstuhl dafür, dass die mit Gurten fixierte Pudelmütze in der Vorweihnachtszeit – ähnlich wie eine Hüpfburg für Kinder – innerhalb weniger Sekunden in Form ist. Dieses Jahr sogar mit Leuchtband im Innern: „Testweise“, wie Schorndorf-Centro-Geschäftsführer Uli Fink verrät.

Und wie in jedem Jahr stellt sich auch jetzt wieder die Frage: Passt die Pudelmütze zum Rathaus oder passt sie nicht? Darüber sind sich die Schorndorfer so uneins wie die Besucher. Nur so viel ist sicher: Seitdem sich Schorndorf-Centro vor acht Jahren den XXL-Werbegag hat einfallen lassen, hat die Weihnachtswelt, die am kommenden Samstag, 11 Uhr, eröffnet wird, ein luftiges Wahrzeichen bekommen, das es in den vergangenen Jahren sogar in die überregionale Presse geschafft hat. Und andernorts ist man sich durchaus einig: Die Pudelmütze sieht richtig kuschelig aus! Diese Aufmerksamkeit lässt sich Schorndorf-Centro auch durchaus was kosten, laut Uli Fink jedes Jahr zwischen 4000 und 5000 Euro.

Weihnachtsmarkt-Stände: Aufbau bis Donnerstag

Zur Schorndorfer Vorweihnachtszeit gehört natürlich auch der Tannenbaum, der keine drei Stunden später auf dem Oberen Marktplatz thront – und die Frage, steht der Baum gerade oder ist er krumm? Die 16 Meter hohe Rotfichte stammt aus einem Garten an der Hohenstaufenstraße. Mit Hilfe der Polizei kam der stattliche Nadelbaum am Montag auf den Marktplatz – und ebenfalls mit Hilfe eines Spezialkrans in das eineinhalb Meter tiefe Pflasterloch, in dem die Rotfichte jetzt mit Holzlatten fixiert ist. Dafür, dass aus dem Tannen- ein Weihnachtsbaum werden kann, haben die Stadtwerke am Nachmittag gesorgt – und meterlange Lichterketten an den Ästen befestigt.

Doch damit der Aufbauarbeit in der Schorndorfer Innenstadt nicht genug: Am Montagmorgen um 8 Uhr hat Schorndorf-Centro mit dem Aufbau der Weihnachtswelt-Stände begonnen, nachdem der von Andreas Fink angeführte Aufbautrupp bereits am Samstag die Lastwagen mit dem Hüttenmaterial beladen hat. Bis Donnerstagnachmittag, 15 Uhr, sagt Schorndorf-Centro-Geschäftsführer Uli Fink, müssen die 40 Hütten stehen – „dann kommen die Marktbeschicker“. Für die Wochenmarktbeschicker bedeutet das: Sie müssen von Dienstag, 22. November, bis einschließlich Heiligabend auf den Unteren Marktplatz ausweichen – und damit so lange wie bisher noch nie.

@Lesen Sie in unserem Kalender, wann die Weihnachtsmärkte in der Region stattfinden.

Längste Dauer, kürzere Öffnungszeiten

Bis zum 21. Dezember läuft sie, die bislang längste Schorndorfer Weihnachtswelt – wobei es eine Konstellation, die eine noch längere Dauer ermöglichen würde, gar nicht gibt –, aber dann ist noch immer nicht Schluss. Weil nämlich die Stadtverwaltung, wie bereits im letzten Jahr, die Gelegenheit nutzt, in einem vom Abbau zunächst verschont bleibenden Stand an den beiden nachfolgenden Tagen, also am 22. und 23. Dezember, jeweils von 17 bis 20 Uhr ein After-work-Angebot zu machen. Mit Glühwein und allem, was zum vorweihnachtlichen Wohlfühlen dazugehört. Der Erlös dieses Zusatzangebotes kommt ebenfalls dem Schorndorfer Tafelladen zugute.

Zunächst einmal ein einmaliger Versuch bleibt die im vergangenen Jahr praktizierte Regelung, dass die Weihnachtswelt jeweils am Freitag und am Samstag bis 21 Uhr geöffnet bleibt. In diesem Jahr gilt wieder die generelle Öffnungszeit bis 20 Uhr. Centro-Geschäftsführer Uli Fink begründet diese Korrektur mit dem entsprechenden Wunsch der Standbetreiber, kündigt aber gleichzeitig an, dass kein Standbetreiber mit Sanktionen zu rechnen hat, wenn er am Freitag- und Samstagabend um eine halbe Stunde überzieht. Aber dann ist wenigstens um 21 und nicht erst um 22 Uhr richtig Schluss.