Schorndorf

Weihnachtsmarkt der Vereine

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Schorndorf Schloss-Areal Weihnachtsmarkt der Schorndorfer Vereine - Foto Gaby SChneider © Gaby Schneider
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Selbst gemacht und gebastelt, selbst gebacken und zubereitet: Bei dem vielfältigen Angebot kann die Wahl schon mal schwerfallen. © Gaby Schneider
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Schorndorf Schloss-Areal Weihnachtsmarkt der Schorndorfer Vereine - Foto Gaby SChneider © Gaby Schneider

Schorndorf. Als es am Sonntagnachmittag bei frostigen Temperaturen auch noch leicht zu schneien anfängt, da passt einfach alles: Die ganze Innenstadt ist voll mit vorweihnachtlich gestimmten Menschen, die zwischen der Weihnachtswelt auf dem Marktplatz und der Vereinsweihnacht auf dem Schloss-Areal hin und her pendeln und dieses parallele Miteinander der beiden Weihnachtsmärkte einmal mehr als sehr bereichernd und befruchtend empfinden.

Auf der Weihnachtswelt werden pünktlich um 11 Uhr gerade die Läden hochgeklappt, da strömen die Ersten schon Richtung Schloss-Areal und drängeln sich vor lauter Sorge, sie könnten nichts mehr von den legendär guten Gutsle abbekommen, vor dem Stand der Landfrauen. Stammkunden wissen Bescheid: Im vergangenen Jahr waren die Landfrauen schon am frühen Nachmittag so gut wie ausverkauft, also lieber etwas zu früh als knapp zu spät kommen. Die Kinder vom Max-Planck-Gymnasium, die am Ochsenberg ein kleines Eröffnungskonzert geben, um ihre Schullandheimkasse aufzubessern, hätten’s nicht treffender sagen können: „In der Weihnachtsbäckerei“ spielen sie, während am anderen Ende des Geländes, auf dem Finanzamts-Innenhof, die Mannen vom CVJM-Posaunenchor „Alle Jahre wieder“ intonieren und zumindest mit dieser Textzeile das beschreiben, was jedes Jahr am 1. Advent in der Stadt los ist, wenn Weihnachtswelt und Vereinsweihnacht um Besucher wetteiern, ohne sich ernsthaft Konkurrenz machen oder sich gar gegenseitig in den Schatten stellen zu wollen.

Vielfältiges Angebot für die Besucher

Die Wahl beim Bummel über den Weihnachtsmarkt der Vereine mit seinem wunderbar vielfältigen Angebot fällt schwer: Süßes oder Saures, Gehäkeltes oder Gestricktes, bunte oder Bienenwachskerzen, Glühwein oder Hochprozentigeres, Basteln oder Malen, Schwäbisch oder International. Wobei zumindest die letzte Frage am Stand der Arbeiterwohlfahrt leicht zu beantworten ist, denn dort gibt es beides: Gaisburger Marsch und original syrische Linsensuppe. Wer sich da nicht entscheiden kann, probiert einfach hintereinander beides oder macht später noch einmal Station bei der Awo.

Große Koalition mit Schmalzbrot und Glühwein

Ja, haben wir denn schon Große Koalition, fragt sich mancher, der nacheinander die Stände von der CDU und von der SPD aufsucht und feststellt, dass es hier wie dort nicht nur Glühwein und Punsch, was ja noch nichts Besonderes wäre, sondern auch Schmalzbrot gibt. Weil das, begründet CDU-Stadtrat Matthias Härer diese Wahl, eine gute Grundlage für den anschließenden Glühweingenuss sein soll. CDU-Fraktionschef Hermann Beutel glaubt zu wissen, dass sich die beiden Parteien inhaltlich zumindest insofern unterscheiden, als die Schmalzbrote bei der SPD vegan sind. Stimmt zumindest zum Teil, bestätigt SPD-Stadtrat Hans-Ulrich Schmid, der die veganen Schmalzbrote als „etwas für die richtig Harten“ beschreibt. Was sich nicht so anhört, als würde er auch zu den „richtig Harten“ gehören.

Andere Entscheidungen mögen da schwerer fallen: Etwa die zwischen Wildmaultaschen in der Brühe bei den Jägern oder einer Gulaschsuppe bei der Evangelischen Heimstiftung. Oder die zwischen leckeren Waffeln beim einen Pfadfinderstamm und Schokofrüchten beim anderen ganz in der Nachbarschaft. Und ob ihm bei diesen Temperaturen ein serbischer Heißschnaps besser bekommt als ein heißer italienischer Cocktail namens Bombardino, ist hoffentlich keine Glaubens-, sondern nur eine Geschmacksfrage.


Suche nach einem Alternativstandort

So wie die Jugendlichen im kommenden Jahr wegen der Arbeiten für die Gartenschau 2019 während der SchoWo nicht in den Schlosspark können, so muss auch für den Weihnachtsmarkt der Vereine ein Ausweichstandort gefunden werden. Derzeit würden verschiedene Alternativen geprüft, sagt Markus Weiß, der bei der Stadt in diesem Jahr zum ersten Mal der zuständige Mann für den Vereinsweihnachtsmarkt ist.

Auch sonst dürften Veränderungen auf die Vereine zukommen. Erstmals war nämlich ein amtlicher Kontrolleur für Lebensmittelüberwachung auf dem Vereinsweihnachtsmarkt unterwegs, und dem hat, so Markus Weiß, nicht alles gefallen, was er da gesehen hat. Sieht so aus, als müssten da in Zukunft im einen oder anderen Fall höhere Standards verordnet und strengere Maßstäbe angelegt werden.