Schorndorf

Weihnachtswelt im Lockdown: Wie Corona auch die Biergarten-Macher ausgebremst hat

Stadtbiergarten
Eigentlich wäre der Stadtbiergarten auf der Weihnachtswelt präsent gewesen, jetzt hoffen Betriebsleiter Frank Zienicke und Geschäftsführer Arnim Dubois (rechts) aufs kommende Jahr und ein Ende der Corona-Krise. © Ralph Steinemann Pressefoto

Mit Glühwein und im Biergarten kredenzten Suppen wären sie normalerweise auf der Weihnachtswelt zu finden gewesen, an einem Acht-Meter-Stand auf dem Oberen Marktplatz. Doch was ist in diesem Jahr normal? Schon aus der auf 15. März geplanten Eröffnung des Stadtbiergartens auf den Hahn’schen Wiesen wurde coronabedingt nichts. Als es endlich losgehen konnte, war das nur mit Einschränkungen möglich: mit Nachverfolgungslisten und Desinfektionsmitteln an den Eingängen, mit Plexiglasscheiben an den Essens- und Getränkeausgaben, mit Wegemarkierungen und, wie Geschäftsführer Arnim Dubois erinnert, „einer drastischen Reduzierung des Sitzplatzangebots“. Ein Drittel weniger Umsatz – das ist die Bilanz dieser Biergarten-Saison, die wetterbedingt auch noch früher, nämlich am 1. Oktober, enden musste.


2008 hat die Schorndorfer Biergarten GmbH den Stadtbiergarten auf den Hahn’schen Wiesen eröffnet. Seit 2015 sind die Biergarten-Macher auch auf der Schorndorfer Weihnachtswelt aktiv, um über den Winter Präsenz zu zeigen und den Kontakt zu den Gästen halten zu können. Auch in diesem Jahr, sagt Geschäftsführer Dubois, „standen wir in den Startlöchern“– und er kann doch gut verstehen, dass der Weihnachtsmarkt letztendlich abgesagt wurde: „Leute, die Alkohol trinken, halten keinen Abstand.“

Musikprogramm im Biergarten: Im Sommer „zu gefährlich“

Dabei war die Stadtbiergarten GmbH von Anfang an bemüht, die Corona-Regeln penibelst umzusetzen: „Das war uns wichtig“, sagt Betriebsleiter Frank Zienicke, ist aktiv auf die Ämter zugegangen und versichert: Alle Kontrollen, vom Ordnungsamt, der Polizei und der Lebensmittelüberwachung, seien ohne Beanstandung vonstattengegangen. Und auch beim Personal habe es niemanden gegeben, der in der Schicht ohne Mund-Nasen-Schutz gearbeitet hat. Selbst dort, wo Sicherheitsabstände eingehalten werden konnten, wurden die Masken getragen. Auch das Musikprogramm im Biergarten wurde vorsorglich abgesagt, weil Sicherheitsabstände bei einem möglichen Ansturm der Gäste nicht zu kontrollieren gewesen wären: „Mir war’s“, sagt Arnim Dubois, „zu gefährlich.“


Soforthilfe und Kurzarbeitergeld

Jetzt hoffen die Biergarten-Macher, die mit der Fidel Gastro GmbH auch den Biergarten auf der Waiblinger Schwaneninsel betreiben, aufs kommende Jahr, selbst wenn sie davon ausgehen, dass die nächste Saison unter den gleichen, erschwerten Bedingungen stattfinden wird. Bis alle geimpft sind, „das wird noch lange dauern“, sagt Dubois und ist froh über die Soforthilfe und das Kurzarbeitergeld, von dem die Biergarten GmbH im ersten Lockdown im Frühjahr profitiert hat. Für den Umsatz-Ausfall wegen des abgesagten Weihnachtsmarkts wird er wohl noch einmal Unterstützung beantragen. Hat Dubois, seit 1968 in der Gastro-Branche, doch noch keinen solchen Einbruch erlebt – auch wenn mit dem im Sommer 2007 eingeführten Rauch-Verbot schon gewaltige Umsatzrückgänge und im Urbacher „Täle“, das damals noch zur GmbH gehörte, enorme Investitionen für ein Lüftungssystem verbunden gewesen seien.

Eines liegt für ihn auf der Hand: Die Gastro wird nach der Corona-Krise nicht mehr so sein wie davor. Einige, ist Dubois sicher, „werden vom Markt verschwinden“. Die Biergarten GmbH will weitermachen, am 15. März 2021 betriebsbereit sein – und auch dann wieder das Beste machen aus den schwierigen Zeiten.

Mit Glühwein und im Biergarten kredenzten Suppen wären sie normalerweise auf der Weihnachtswelt zu finden gewesen, an einem Acht-Meter-Stand auf dem Oberen Marktplatz. Doch was ist in diesem Jahr normal? Schon aus der auf 15. März geplanten Eröffnung des Stadtbiergartens auf den Hahn’schen Wiesen wurde coronabedingt nichts. Als es endlich losgehen konnte, war das nur mit Einschränkungen möglich: mit Nachverfolgungslisten und Desinfektionsmitteln an den Eingängen, mit Plexiglasscheiben an den

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