Schorndorf

Weihnachtswelt im Lockdown: Wo es jetzt trotzdem noch Glühwein gibt

WeinTeelaedle
Um eine größere Verkaufsfläche im Weihnachtsgeschäft zu haben, gibt’s vor dem Wein- und Teelädle in diesem Advent ein Außenzelt, wo Nadia Pagano und ihr Team auch die Zutaten für den Weihnachtsmarkt-Glühwein verkaufen. © Gaby Schneider

Die Weihnachtswelt ohne das Wein- und Teelädle – in Vor-Corona-Zeiten so undenkbar wie das Rathaus-Türmchen ohne Pudelmütze. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Der Weihnachtsmarkt, der am Samstag eigentlich hätte starten sollen, ist im Lockdown. Und so bleibt Geschäftsführerin Nadia Pagano mit ihrem Team nichts anderes übrig, als sich zu arrangieren: An die 5000 Liter Glühwein und Punsch hat das Wein- und Teelädle noch im vergangenen Jahr in der Vorweihnachtszeit am sechs Meter langen Doppel-Stand auf dem Marktplatz ganz klassisch auf Gaskochern erhitzt und ausgeschenkt. In diesem Jahr gibt’s nur die Zutaten für Werner Nehers Glühweinrezept im Wein- und Teelädle zu kaufen: roten und weißen Landwein vom Gardasee samt Glühweingewürz mit Orangen- und Zitronenschalen, Zimt, Sternanis, Nelken und Fenchel.

Nadia Pagano, seit 2017 Gesamtgeschäftsführerin der beiden Läden in Schorndorf und Waiblingen, kann sich eine Vorweihnachtszeit ohne den Glühweinausschank eigentlich gar nicht vorstellen. Mit 17 Jahren hat sie als Aushilfe angefangen, mit 18 das erste Mal Glühwein verkauft. „Seitdem“, verrät die 40-Jährige, „hat sich das Rezept nicht verändert.“ Auf wie viele Weihnachtsmarkt-Jahre es das Wein- und Teelädle bisher gebracht hat, weiß sie nicht, „aber den Stand gab’s schon, als Diddi März noch den Schorndorfer Weihnachtsmarkt organisiert hat“.

Außenzelt, um Platz für Sicherheitsabstände zu haben

Doch dieses Jahr muss das Lädle in der Hetzelgasse bleiben: Um den vorweihnachtlichen Ansturm zu entzerren und genügend Platz für die Sicherheitsabstände zu schaffen, haben Pagano und ihr Team extra ein Außenzelt vor dem Fachwerkhaus aufgebaut, um eine zusätzliche Verkaufsfläche für Tee, Bonbons, Kandis und Geschenke zu haben. Das Weihnachtsgeschäft, sagt die Geschäftsführerin, ist das Wichtigste im ganzen Jahr – und der Lockdown für sie am Rande natürlich auch zu spüren: Als Lebensmittelgeschäft hatte das Lädle nur ganz am Anfang der Pandemie drei Tage lang geschlossen. Seitdem läuft der Verkauf weiter – hinter Plexiglasscheiben vor der Theke. Und mögen der Herbst und Winter auch die klassische Teezeit sein, Umsatzrückgänge hat auch das Wein- und Teelädle zu verzeichnen: Da die Gastronomie gerade niemanden in die Innenstadt lockt, leidet auch der Einzelhandel unter der geringeren Frequenz.

Am meisten aber vermisst Nadia Pagano in diesem Jahr natürlich die Schorndorfer Weihnachtswelt mit ihren Gerüchen, dem Trubel und der guten Stimmung, ihr fehlt der Blick auf die Rathaus-Weihnachtsmütze und auf den Schafstall vis-à-vis des Standes. „Zwischen den Marktbeschickern sind Beziehungen gewachsen“, sagt sie und hat vergangene Woche extra Leberwurst in Kahla bestellt, für Glühwein-Wurst-Pakete – wenn’s schon keine Thüringer Bratwurst auf dem Weihnachtsmarkt gibt.

Die kreativen Ideen gehen ihr und ihrem zwölfköpfigen Team nicht aus – zum Glück, die Zeiten sind hart: „Man muss die Chancen nutzen, wenn man sie sieht“, sagt Nadia Pagano, bleibt optimistisch und hofft, dass zumindest der Glühweinausschank beim Neujahrsempfang in der Weststadt stattfinden kann: „Das ist ein schönes Beieinander.“

Info: Der Weihnachtsmarkt ist abgesagt, was machen die Beschicker? In unserer Serie „Weihnachtswelt im Lockdown“ kommen sie zu Wort.

Die Weihnachtswelt ohne das Wein- und Teelädle – in Vor-Corona-Zeiten so undenkbar wie das Rathaus-Türmchen ohne Pudelmütze. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Der Weihnachtsmarkt, der am Samstag eigentlich hätte starten sollen, ist im Lockdown. Und so bleibt Geschäftsführerin Nadia Pagano mit ihrem Team nichts anderes übrig, als sich zu arrangieren: An die 5000 Liter Glühwein und Punsch hat das Wein- und Teelädle noch im vergangenen Jahr in der Vorweihnachtszeit am sechs Meter langen

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