Schorndorf

Weiler: Corona-Fall in Kita - Erzieherinnen in Quarantäne, Gruppen geschlossen

Kita Kunterbunt
Die Kita Kunterbunt ist zu. © Gabriel Habermann

Eine Erzieherin der Kita Kunterbunt in Schorndorf-Weiler ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie die Stadt mitteilt, seien die ersten Symptome am Donnerstagnachmittag aufgetreten. Zuvor hatte die Erzieherin noch am Streik teilgenommen – wie auch ihre anderen Kolleginnen aus der Einrichtung. Diese befinden sich infolgedessen bis einschließlich übernächsten Donnerstag in Quarantäne, weshalb die zweigruppige Einrichtung so lange komplett geschlossen bleiben muss. Das betrifft 30 Kinder und ihre Eltern. Die Erzieherinnen, die allesamt als Kontaktpersonen gelten, haben sich bereits einem Coronatest unterzogen, die Ergebnisse stehen indes noch aus.

Weiterhin in Quarantäne befinden sich zwei Erzieherinnen aus der Kita Wirbelwind. Eine inzwischen nachweislich mit dem Coronavirus infizierte Erzieherin hatte schon am Mittwoch vergangener Woche Symptome gezeigt, weshalb sie sich auch nicht mehr am Streik beteiligt hatte. Nachdem ihre direkte Kollegin anschließend auch Krankheitszeichen bemerkte, wurde sie auch getestet. Ein Ergebnis liegt noch nicht vor. Infolge dieser Krankheitsfälle sind zwei Gruppen der Kita Wirbelwind bis einschließlich übernächsten Mittwoch geschlossen. Ebenfalls 30 Kinder und ihre Eltern sind hiervon betroffen.

Die Kinder, die aufgrund der Gruppenschließungen nun zu Hause bleiben müssen, müssten nun nicht grundsätzlich Corona-Tests unterzogen werden, erklärt Markus Weiß, Fachbereichsleiter Kindertagesstätten bei der Stadt Schorndorf. Nur falls Symptome auftauchten, sollten Eltern ihre Kinder testen lassen. Ein grundsätzliches Problem im Umgang mit potenziellen Infektionen sieht Weiß genauso wie viele Schorndorfer Einrichtungsleiterinnen darin, dass die Zeit von einem Corona-Verdacht bis hin zu einem definitiven Ergebnis zu lange dauert. Teils fünf Werktage lang mussten Einrichtungen zuletzt auf Ergebnisse von erkälteten Erzieherinnen warten und so lange mit reduziertem Personal arbeiten. Etliche Gruppen standen in den vergangenen Wochen deshalb kurz vor einer Schließung.

Bislang konnten solche Personalengpässe oft dadurch ausgeglichen werden, dass Eltern, die die Möglichkeiten hatten, ihre Kinder zu Hause behielten. Da kämen den Einrichtungen die aktuell laufenden Herbstferien zugute. Immerhin - in wessen Familie auch ein Schulkind lebt, der behält sein Kita-Kind ohnehin häufig daheim.

Wie es zu den langen Wartezeiten bei den Tests komme? Weiß erklärt, dass grundsätzlich der jeweilige Hausarzt für die Durchführung eines Coronatests zuständig sei. Und je nachdem, mit welchem Labor der jeweilige Mediziner zusammenarbeite, komme es eben früher oder später zu einem aussagekräftigen Testergebnis. Zudem reagierten die Hausärzte unterschiedlich. „Das hilft uns gar nicht. Jede Stunde, jeder Tag, den wir länger warten, tut uns und den Eltern weh“, beschreibt Weiß die Situation. Und noch etwas hat er festgestellt: Es bestehe eine große Unsicherheit unter den Eltern. Viele könnten nicht mehr selbstbewusst einordnen, was die jeweiligen Erkältungszeichen bedeuteten. Das sei in diesen Zeiten nicht einfach für die Eltern.