Schorndorf

Wie das Schorndorfer Seniorenforum trotz Corona den Kontakt halten will

Jubiläumsfestschrift
Dr. Heinz-Jürgen Kopmann, Vorsitzender des Schorndorfer Seniorenforums, hat sich extra einen Termin bei OB Matthias Klopfer geben lassen, um ihm und Beate Härer vom Fachbereich Familien und Soziales eine Ausgabe der Jubiläums-Festschrift überreichen zu können. © Gabriel Habermann

20 Jahre Seniorenforum Schorndorf – im vergangenen Jahr sollte dieses Jubiläum mit einem Festakt in der Barbara-Künkelin-Halle gebührend gefeiert werden. Daraus wurde aus bekannten Gründen nichts. Als kleines Trostpflaster für Mitglieder und Mitstreiter hat der Vorstand jetzt eine Festschrift herausgebracht, mit der nicht nur an die beachtliche Entwicklung des Vereins erinnert werden soll. Mit der Festschrift, erläutert Vorsitzender Dr. Heinz-Jürgen Kopmann, soll in Zeiten der Kontaktbeschränkungen auch die Verbindung zu Senioren aufrechterhalten werden.

Denn eines ist klar: Gerade die ältere Generation, die oft auf kleinem Raum lebt und seit Monaten kaum mehr Kontakte pflegen kann, leidet in besonderem Maße unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Das Seniorenforum versucht zwar auch über Rundschreiben, Geburtstags- und Adventsgrüße die Verbindung zu halten. Letztendlich ist Dr. Kopmann aber überzeugt: Bevor nicht ein Großteil der Risikogruppe geimpft ist, wird sich die Situation nicht verbessern. Deshalb ist es für ihn von höchster Dringlichkeit, dass möglichst viele Menschen in möglichst kurzer Zeit die Schutzimpfung bekommen – „sonst steigt die Zahl der Todesfälle und der Mutationen“.

Impftermine übers Familienzentrum

Darum appelliert der Vorsitzende des Seniorenforums an die Mitglieder, die Geduld nicht zu verlieren und sich auch weiterhin um einen Impftermin zu bemühen. Wer dabei Unterstützung braucht, kann sich auch übers Familienzentrum,0 71 81 / 88 77-267, helfen lassen: Dort nehmen zwei Mitarbeiterinnen wochentags von 9 bis 11 Uhr die Kontaktdaten auf und leiten diese an die Mentorinnen und Mentoren des Digital-Kompasses weiter, die die beiden Impftermine vereinbaren. Die Senioren erhalten zu gegebener Zeit eine schriftliche Bestätigung sowie alle Unterlagen per Post zugeschickt. Diese Rückmeldung allerdings kann mehrere Wochen dauern, weil es bisher eben nur wenig Impftermine gibt.

Frust und Chaos beim Versuch, einen Termin zu ergattern

Über den zögerlichen Start der Corona-Impfaktion zeigt sich das Seniorenforum enttäuscht: „Da wurden große Erwartungen geweckt, und nun erleben wir ein Desaster: Zu wenig Impfstoff und deshalb zu wenig Impftermine; dazu Frust und Chaos beim Versuch, einen Impftermin zu buchen“, ärgert sich Kopmann. Sobald es mehr Impftermine gibt, will auch das Seniorenforum bei der Vermittlung unterstützen. Eigentlich hätte es sich auch gerne bei Fahrten zu den Impfzentren engagiert. Das allerdings, weiß Kopmann, „geht nur mit einem Personenbeförderungsschein“.

Hilfesuchende zu beraten und zu informieren, das war auch eine der Gründungsideen des Seniorenforums. Im Jahr 2000 von Luitgard Schneider initiiert, dauerte es allerdings fast vier Jahre, bis auch die Verwaltungsspitze und der Gemeinderat vom Nutzen des Vereins überzeugt waren und das Seniorenforum am 18. März 2004 als Stadtseniorenrat anerkannten. Der „entscheidende Meilenstein“ ist für Kopmann aber das unmittelbare Mitspracherecht: Am 7. Februar 2018 wurde dem Seniorenforum eine beratende Stimme in allen öffentlichen Sitzungen des Gemeinderats und seiner Ausschüsse zugestanden, sofern Belange der älteren Menschen berührt sind.

Und das Seniorenforum ist in den 20 Jahren groß geworden: 26 Gründungsmitglieder waren’s im Jahr 2000, zu Beginn des Corona-Lockdowns im März 2020 bereits 600. Und dass die dem Seniorenforum die Treue halten in diesen schweren Zeiten, in denen seit einem Jahr keine Seniorentreffs, keine Ausflüge, Kino- und Theaterbesuche, Modenschauen und Betriebsbesichtigungen mehr stattfinden können, dafür ist der Vorstand dankbar.

Solidargemeinschaft für Ältere

Von Anfang an unabhängig, überkonfessionell und überparteilich gedacht, sieht sich das Seniorenforum noch immer als Solidargemeinschaft nicht nur von älteren Menschen, sondern vor allem für Ältere, die sich angesichts veränderter Familienstrukturen durchaus überfordert, vergessen und ausgegrenzt fühlen können. Und so hat sich das Seniorenforum von Anfang an auf die Fahnen geschrieben, sich für die Belange dieser immer größer werdenden Bevölkerungsgruppe einzusetzen; konkret für eine Pflege in Würde und Geborgenheit, für ein langes, selbstbestimmtes Leben zu Hause, für die aktive Teilhabe am sozialen Leben, für ein harmonisches generationenübergreifendes Miteinander in der Kommune und eine vorausschauende Lebensgestaltung im Hinblick auf den eigenen letzten Lebensabschnitt. Und es verfolgt kommunalpolitische Ziele: kleinere, seniorengerechte und bezahlbare Wohnungen, altersgerechte Wohnformen, eine seniorenfreundliche Entwicklung der Kernstadt und der Teilorte, die Berücksichtigung der Interessen älterer und mobilitäts-eingeschränkter Personen bei der Planung neuer Mobilitäts-Konzepte und die Beschleunigung der Digitalisierung auch bei älteren Menschen, um deren Selbstständigkeit und Teilhabe zu fördern. Aktuell kommt dazu, dass das Seniorenforum „alle Maßnahmen aktiv unterstützt, die geeignet sind, die Corona-Pandemie zu bändigen und die ersehnte Lebensqualität wieder herzustellen“.

Ein weiteres Anliegen ist, Senioren der Generation 60-plus für die Mitgliedschaft zu begeistern. Der Erfolg jedoch hält sich in Grenzen: Die aktuelle Altersstruktur zeigt deutlich, dass immer noch die meisten der gut 500 Einzelmitglieder aus der Altersgruppe der 75- bis 85-Jährigen kommen. Und dabei sieht sich das Seniorenforum nicht als „Verein der älteren Menschen“, sondern als Solidargemeinschaft für ältere Menschen. „Für eine Mitgliedschaft“, wirbt Kopmann, „ist es nie zu früh.“

20 Jahre Seniorenforum Schorndorf – im vergangenen Jahr sollte dieses Jubiläum mit einem Festakt in der Barbara-Künkelin-Halle gebührend gefeiert werden. Daraus wurde aus bekannten Gründen nichts. Als kleines Trostpflaster für Mitglieder und Mitstreiter hat der Vorstand jetzt eine Festschrift herausgebracht, mit der nicht nur an die beachtliche Entwicklung des Vereins erinnert werden soll. Mit der Festschrift, erläutert Vorsitzender Dr. Heinz-Jürgen Kopmann, soll in Zeiten der

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