Schorndorf

Wie die Bürger-Solar-Berater in Schorndorf aktiv sind

Solarberatung
Sabine Kraus, Wolfgang Renner, Wilhelm Pesch und Richard Engl (von links) machen sich als Solar-Berater stark. © Ralph Steinemann Pressefoto

Wie spare ich Energie? Lohnt sich eine Photovoltaikanlage (PV) auf meinem Dach? Und wenn ja, welche Module sind empfehlenswert? – Fragen, die sich in der vergangenen Zeit mehr als angehäuft haben. Aber nicht nur aus diesem Grund bieten seit August derzeit zehn engagierte Bürger-Solar-Berater und -Beraterinnen Schorndorfern Photovoltaik-Erstberatungen an.

Der Klimaentscheid Schorndorf hatte im Oktober 2021 zusammen mit Meeting-Democracy, der Stadt Schorndorf und der Allianz für Beteiligung einen Bürgerrat zu all diesen klimarelevanten Themen initiiert und durchgeführt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten unter anderem eine proaktivere Rolle der Stadt, mehr niederschwellige und neutrale Beratungsangebote sowie mehr Unterstützung bei der Umsetzung bis hin zur Anlagen-Inbetriebnahme empfohlen. Diese Empfehlungen greift die Bürger-Solar-Beratung Schorndorf auf.

Aktiv die Klimawende mitgestalten

„Es sind nicht nur Mitglieder aus der Gruppe Klimaentscheid Schorndorf dabei, sondern auch engagierte Schorndorfer Bürger, die was bewegen wollen“, berichtet Sabine Kraus von der Klimaentscheid-Gruppe. Das sei erfreulich, denn man merke, dass die Bürger aktiv die Klimawende mitgestalten wollen. Das neue Beratungsangebot wirbt unter dem Motto „Mach’ mit bei der Energiewende. Lass’ dich jetzt beraten“. Die Schorndorfer Bürger-Solar-Berater wurden umfassend im März 2022 von der Energiegenossenschaft Teckwerke Bürgerenergie geschult und beraten ehrenamtlich unter anderem zu den Themen Dacheignung, Ertrag, Wirtschaftlichkeit und Kosten.

„Den Aufwand für die Schulung hatte ich etwas unterschätzt“, gibt Kraus zu. Es sei sehr umfangreich gewesen. Wolfgang Renner ergänzt: „Nicht immer ist die Theorie, die man erlernt hat, dann in die Praxis umzusetzen.“ Renner ist einer der Bürger, die sich für das Thema Klimawende und Energiesparen begeistern, der den Aufruf zur Solar-Berater-Ausbildung gelesen hat und nun Ratsuchenden gerne zur Seite stehen möchte.

Derzeit sei die Nachfrage groß. „Man kommt um die Themen ja gar nicht mehr herum. Gestiegene Gas- und Strompreise spielen natürlich gerade die Hauptrolle“, so Wolfgang Renner. Von diffuser Angst und Sorge seien die Menschen getrieben – immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass sich etwas ändern muss – nur wie?

Richard Engl erging es ähnlich. Er habe ebenso über diese Ausbildung zum Solar-Berater gelesen und sich gemeldet, ohne Mitglied der Klimaentscheid-Gruppe zu sein. Die erste Erfahrung mit Beratungsgesprächen habe man mit den Teckwerken gemacht, indem man die Mitarbeiter begleitet habe, erzählt Engl. Und dann – „dann wurde man sozusagen ins kalte Wasser geworfen“. Eigenständig sei man dann in Kirchheim losgezogen und habe Beratungstermine wahrgenommen, ergänzt Wilhelm Pesch, der in vielen Bereichen der Gruppe Klimaentscheid Schorndorf aktiv ist.

Anspruch ist da, Beratungsangebot wird angenommen

Was den Solarberatern wichtig ist: Man biete eine Erstberatung an und könne „keinesfalls gleich die Solaranlage aufs Dach bauen, geschweige denn empfehlen, welche Firma das am besten macht“. Weiter hoffe man auf die Unterstützung der Stadt. „Aber man muss auch ein großes Lob an die Stabsstelle Klimaschutz und Mobilität aussprechen, die uns jetzt schon sehr hilft und die da ist, wenn wir Fragen haben“, sagt Pesch.

Welche Anfragen gab es bisher? Junge Paare mit Kindern hätten schon Kontakt aufgenommen, die ergänzend zu einem Beratungsgespräch mit den Stadtwerken auch Informationen der Solarberater einholen wollten, berichtet Pesch. Ebenso ein 74-jähriger Mann aus Haubersbronn, der „schon sehr gut informiert war und ganz konkrete Fragen gestellt hat“. Mit Beginn des Angebots im August konnten bisher mehr als 20 Anfragen verzeichnet werden: „Da sieht man, dass der Anspruch da ist und das Beratungsangebot auch angenommen wird“, sagt Kraus. Aber sie weiß auch: Sollten noch mehr Anfragen kommen, die tiefer in die Materie greifen, „dann sind unsere Kompetenzen eingeschränkt und wir müssen weitervermitteln“. Denn eines ist klar: Die Themen Heizen, Energieeinsparungen, Gasumlage, Klimaschutz und so weiter werden weiter im Mittelpunkt stehen und Bürger zum Nachdenken und Handeln bringen müssen. Kraus: „Es wird noch mehr kommen. Aber die Energiewende ist jetzt schon mal laut eingeläutet.“

Wichtig sei, dass man dranbleibe und nicht nachlasse. Was PV-Anlagen angeht oder Einsparungen im und am Haus – da könnten die Berater tatsächlich nur die ersten Einschätzungen abgeben. „Aber wir verweisen dann auch an die Stellen, die bessere Auskunft geben können.“

Perfide Masche von „Solargangstern“

Manchmal gehe es bei den E-Mail-Anfragen schon gar nicht mehr lapidar um irgendwelche Anlagen oder Module fürs Dach. Von der neuesten Betrügermasche kann Wilhelm Pesch berichten. Er erzählt von „Solargangstern“, die in manchen Städten schon ihr Unwesen treiben, und sich die Ängste der Menschen wegen der immer höheren Gas- und Strompreise zunutze machen: „Das ist vergleichbar mit dem Enkeltrick. Sie rufen Bürger an und überzeugen diese so geschickt, bis es so weit ist, eine hohe Summe für die allerneueste und beste Photovoltaikanlage zu zahlen, die in null Komma nix aufs Dach gebaut wird.“ Das Perfide: Es kommen tatsächlich vermeintliche Installateure, bauen ein Gerüst auf, befestigen irgendwelche Module und dann herrscht Funkstille und sie kommen nicht mehr wieder – und die Anlage ist weder angeschlossen noch funktioniert sie. „Dann ist natürlich die Verzweiflung groß und man sucht nach einem Rechtsbeistand beziehungsweise muss zuerst einmal in Erfahrung bringen, was überhaupt zu tun ist.“ Auch da würden die Berater versuchen, die bestmöglichen Tipps zu geben. Ein Austausch zwischen den Solar-Beratern finde regelmäßig statt, fügt Sabine Kraus an. Ebenso ziehe man die Teckwerke hinzu, wenn man Fälle habe, „die einem so noch nicht untergekommen sind“. Das Beratungskonzept der Schorndorfer weiche von denen der Teckwerke nur leicht ab, sagt Renner. „Wir geben Empfehlungen ab. Die Teckwerke machen verbindliche Angebote“, so Kraus. Ziel der Initiative sei es, die Energiewende zu beschleunigen und schneller mehr Photovoltaik auf Schorndorfs Dächer zu bekommen.

Wie spare ich Energie? Lohnt sich eine Photovoltaikanlage (PV) auf meinem Dach? Und wenn ja, welche Module sind empfehlenswert? – Fragen, die sich in der vergangenen Zeit mehr als angehäuft haben. Aber nicht nur aus diesem Grund bieten seit August derzeit zehn engagierte Bürger-Solar-Berater und -Beraterinnen Schorndorfern Photovoltaik-Erstberatungen an.

Der Klimaentscheid Schorndorf hatte im Oktober 2021 zusammen mit Meeting-Democracy, der Stadt Schorndorf und der Allianz für

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