Schorndorf

Wie die Schorndorfer Schönblickhütte gerettet werden konnte

Schönblickhütte
Spaziergänger im Stadtwald kennen die Schönblickhütte im Aichenbach gut: Die Stadt wollte die Schutzhütte abreißen, das haben Bürgerinnen und Bürger mit viel Engagement und Spenden in Höhe von insgesamt 22 000 Euro verhindert. © Gabriel Habermann

Die Schönblickhütte wird nicht abgerissen: In gerade mal zweieinhalb Wochen sind alle zugesagten Spenden eingegangen. Darüber freut sich wohl niemand mehr als Marcus Seibold, der sich als Jagdpächter des Stadtwalds für den Erhalt der 100 Jahre alten Schutzhütte im Naherholungsgebiet Aichenbach starkgemacht hat. Das Spendenziel von 22 000 Euro ist erreicht, weitere finanzielle Mittel sind nicht nötig. „Wir können sogar zusätzliche Bänke bauen und das Dach neu eindecken“, freut sich Seibold und dankt allen, die zum Erhalt der Hütte aufgerufen und beigetragen haben. Darunter sind etliche Privatleute, die kleinere Beträge auf das Spendenkonto überwiesen haben, aber auch fünf Großspender. Besonders gerührt ist Seibold von der 20-Euro-Spende einer Schorndorferin, die im Verwendungszweck der Überweisung angegeben hatte, dass sie in der Schönblickhütte „vor 55 Jahren das Küssen gelernt hat“.

In der Schönblickhütte vor 55 Jahren das Küssen gelernt

Einfach abreißen und das war’s dann – gegen diesen Plan der Stadt Schorndorf hatte sich Ende Oktober Widerstand geregt. „Das kann doch wohl nicht wahr sein“, schoss es auch Seibold durch den Kopf, als er in der Zeitung über den geplanten Abriss gelesen hat, auch weil er als Jagdpächter weiß, wie intensiv die Hütte von Kindergartengruppen, Schulklassen und Spaziergängern genutzt wird. Die Stadt hielt eine Reparatur der Schutzhütte im Aichenbach für unwirtschaftlich, einen Neubau angesichts der angespannten Haushaltslage nicht machbar. Seibold, der mit einem Zimmermann und einem Architekten den Zustand der Hütte begutachtet hat, kam zu einem anderen Ergebnis: Die Hütte kann ohne Probleme erhalten werden. Ein teurer Neubau ist nicht nötig.

Jetzt gilt sein Dank der Holzbaufirma Hieber aus Mögglingen, deren Geschäftsführer Tobias Dobler aus Oberberken angeboten hat, die Zimmerer- und Dachdeckerarbeiten zum Selbstkostenpreis zu übernehmen. Außerdem ist das Technische Hilfswerk (THW) Schorndorf dabei – mit Bagger, Muldenkipper und Manpower. Logistische Unterstützung gab’s von der Firma Gönnenwein in Weiler. Nicht zu vergessen, die Naturfreunde Schorndorf, mit deren Spendenkonto die Rettungsaktion problemlos vonstattengehen konnte.

Sanierungsarbeiten fürs Frühjahr 2022 geplant

Da im Winter rund um die Schönblickhütte Holzfällarbeiten geplant sind, wurde mit Revierförster Julian Schmitt vereinbart, dass die Sanierungsarbeiten im Frühjahr 2022 beginnen sollen. Ein Dankeschön gilt auch Schmitt – „für die technische Unterstützung“.

Erfahrung mit der Rettung einer Hütte hat Seibold obendrein: Als Pächter der Eichenbachhütte, die etwas unterhalb der Schönblickhütte liegt, hat er vor ein paar Jahren schon viel Zeit in die Sanierung der ehemaligen Jagdhütte gesteckt, die lange Zeit nur als Lagerraum genutzt wurde. Bei der Schönblickhütte hat er die Rolle des Koordinators übernommen. Auf die Stadt, die ihr Okay für die Sanierung gegeben hat, kommt laut Seibold lediglich die Bauabnahme zu – und keine Kosten für die Sanierung.

Die Schönblickhütte wird nicht abgerissen: In gerade mal zweieinhalb Wochen sind alle zugesagten Spenden eingegangen. Darüber freut sich wohl niemand mehr als Marcus Seibold, der sich als Jagdpächter des Stadtwalds für den Erhalt der 100 Jahre alten Schutzhütte im Naherholungsgebiet Aichenbach starkgemacht hat. Das Spendenziel von 22 000 Euro ist erreicht, weitere finanzielle Mittel sind nicht nötig. „Wir können sogar zusätzliche Bänke bauen und das Dach neu eindecken“, freut sich Seibold

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