Schorndorf

Wie ein Winnender Denkmalspezialist das alte Schulhaus in Miedelsbach in ein Schmuckstück verwandelt

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Obwohl mehr als 100 Jahre alt: Das alte Miedelsbacher Schulhaus ist noch in bemerkenswert gutem Zustand. © Gaby Schneider

Wie in Ausrufezeichen steht das alte Schulhaus an der Miedelsbacher Ortsdurchfahrt. Noch ist die Backsteinfassade hinter einem Gerüst zum Teil verborgen, doch schon jetzt ist zu erahnen: Das im Jahr 1901 errichtete Gebäude, das zuletzt Sitz der Verwaltungsstelle war, wird zum Schmuckstück werden. Saniert vom Winnender Denkmalspezialisten „Fuhrmann Planen & Bauen“, der auch die Winterbacher Ortsmitte umgestaltet hat, sollen im ersten Quartal 2022 vier Eigentumswohnungen bezugsfertig sein. Zwei bis drei Zimmer haben sie alle. Doch das war’s dann schon mit den Gemeinsamkeiten.

Im Erdgeschoss wird, das ist auch für die Denkmalspezialisten ein Novum, eine Wohnung mit Schlafzimmer im alten Gewölbekeller entstehen – inklusive Ausgang zu einer neu geschaffenen Terrasse. In der Wohnung wird eine Sandsteintreppe sichtbar bleiben. Große Fenster sollen Licht in die ehemaligen Sanitärräume im Erdgeschoss bringen. Weil es einen Technikraum für die Gasheizung im Haus braucht, wird Wohnung Nummer eins mit 78 Quadratmetern die kleinste werden. Und sie hat auch einen separaten Eingang zur Ortsdurchfahrt hin.

Loft-Wohnung mit hohen Decken und gusseisernen Stützen

Für die Wohnungen darüber geht’s von hinten in das Haus hinein. Auch hier durch eine schmucke Eingangstür, die Rolf Fuhrmann bei einem auf historische Baustoffe spezialisierten Händler entdeckt hat. Im ersten Stockwerk entsteht eine – bereits verkaufte – Loft-Wohnung mit 3,35 Meter hohen Decken. Hier, erzählt Lena Fuhrmann, studierte Betriebswirtin und Prokuristin im Unternehmen ihres Vaters, war zuletzt das Büro des Ortsvorstehers untergebracht – und davor der Klassenraum der Miedelsbacher Schule. Mit Schichtholzplatten und alten Fenstern aus dem historischen Baustoffhandel werden die Räume im ansonsten offen gestalteten Loft abgetrennt. Zwei gusseiserne Stützen mit Kapitellen sind freigelegt, das Fischgrät-Parkett, das unter Teppichböden geschützt war, wird aufgearbeitet. Zur viel befahrenen Ortsdurchfahrt hin werden Schallschutzfenster eingebaut und ans Hinterhaus moderne Stahlträger-Balkone angesetzt.

Im zweiten Stockwerk entsteht in der ehemaligen Lehrerwohnung „ein richtiges Schmuckstück“, wie Lena Fuhrmann beim Baustellenbesuch schwärmt. Sie verweist auf den Stuck in den Räumen und auf das Fischgrät-Parkett, das auch hier jahrzehntelang unter Teppichböden verborgen war und darum noch immer in äußerst gutem Zustand ist. Wie überhaupt das ganze Haus noch äußerst gut dasteht. „Das ist ein stattlicher, stolzer Bau mit guter Substanz“, urteilt Rolf Fuhrmann. Bis Ende des Jahres will der Bauingenieur mit der Sanierung des denkmalgeschützten Hauses fertig sein. Das Dach ist bereits saniert, die Backsteinfassade soll Ende Juni fertig sein.

Unterm Dach: Alte Holzbalken und eine große Fensterfront

Die Wohnungen im ersten und im zweiten Stock sind bereits verkauft, Erdgeschoss- und Dachgeschosswohnung noch zu haben, für jeweils unter 500.000 Euro. Unterm Dach wurden – für eine Fensterfront und den Zugang zum Balkon – zwei Gauben eingezogen. „Das ist die größte bauliche Veränderung am Haus“, sagt Lena Fuhrmann und zeigt auf zwei tiefergelegte, kleine Fenster in Zipfelmützen-Format, die aus Denkmalschutzgründen nicht vergrößert werden dürfen. Ein Teil des Treppenhauses dient als Zugang zur Wohnung. Die alten Holzbalken in der Schräge bleiben sichtbar. Auch hier sollen – je nach Wunsch – zwei oder drei Zimmer entstehen. Nur mit den Bodenbrettern ist nichts mehr anzufangen – es wird neues Parkett verlegt.

Das im Jahr 1901 erbaute Haus steht unter Denkmalschutz

Als Fuhrmanns das Haus gekauft haben, stand es noch nicht unter Denkmalschutz. Da das mittlerweile der Fall ist, sind sie bei der Sanierung von Auflagen befreit, müssen das Haus nicht dämmen und sind nicht verpflichtet, eine Solaranlage einzubauen. Doch zur Gasheizung wird – als regenerativer Teil – eine Luft-Wärme-Pumpe kommen. Und bei der Sanierung wird Wert auf baubiologisches Material gelegt, kein Styropor verwendet, sondern ausschließlich Putze und Farben auf Kalkbasis.

Wie in Ausrufezeichen steht das alte Schulhaus an der Miedelsbacher Ortsdurchfahrt. Noch ist die Backsteinfassade hinter einem Gerüst zum Teil verborgen, doch schon jetzt ist zu erahnen: Das im Jahr 1901 errichtete Gebäude, das zuletzt Sitz der Verwaltungsstelle war, wird zum Schmuckstück werden. Saniert vom Winnender Denkmalspezialisten „Fuhrmann Planen & Bauen“, der auch die Winterbacher Ortsmitte umgestaltet hat, sollen im ersten Quartal 2022 vier Eigentumswohnungen bezugsfertig sein.

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