Schorndorf

Wie geht’s weiter mit den Schorndorfer Testzentren?

Stadtbiergartenscho
Teststation beim Stadtbiergarten © Gaby Schneider

In den Innenräumen der Gaststätten, im Kino und Theater, in Fitnessstudios, im Hallenbad und in der Sauna und natürlich bei Besuchen im Krankenhaus und im Altenheim müssen Besucher sie noch nachweisen, die berühmten drei Gs: Wer rein will, muss zwingend geimpft, genesen oder getestet sein. Doch jetzt gibt es angesichts der sinkenden Corona-Zahlen auch ohne Testpflicht immer mehr Freiheiten. Kleider kaufen ohne Schnelltest, ein neuer Haarschnitt oder ein Nachmittag im Freibad: All das geht bei einer Corona-Inzidenz unter 35 endlich wieder ohne. Ist damit der große Run auf die Schnellzentren vorbei? Es scheint so. Plötzlich ist es leicht, Termine zu bekommen, und wenn’s spontan sein soll, bekommt man fast überall einen Test ohne Voranmeldung. Die ersten Testzentren schließen. Und das geplante Testzentrum auf der Terrasse des Ama Deli am Marktplatz wird gar nicht erst errichtet, obwohl noch in den Pfingstferien die Nachfrage nach Tests explodierte.

Anstehen für einen spontanen Schnelltest

„Der Wunsch, am Ama Deli ein weiteres Testzentrum einzurichten, kam aus der Innenstadt“, erklärt Apotheker Thorsten Leiter. Ein städtisches Schnelltestzentrum in der Innenstadt war nicht zustande gekommen, wer dort einen spontanen Test brauchte, musste anstehen. Vor allem die Gastronomen wünschten sich ein gut platziertes Testzentrum mitten in der Stadt, in dem sich die Menschen auf dem Weg zu einem Bier oder einem Apérol Spritz am Abend schnell mal testen lassen konnten. Doch dann habe die Stadt Schnelltest-Zelte im öffentlichen Raum genehmigt wie das von der Gaupp‘schen Apotheke am oberen Marktplatz, berichtet Leiter. Eine weitere Testeinrichtung wurde deshalb nicht mehr gebraucht. Zudem geht die Nachfrage weiter zurück.

„Der große Run ist vorbei“, konstatiert Thorsten Leiter, der zuletzt alles in allem rund zwei Drittel weniger Menschen auf das Coronavirus getestet hat als zu Spitzenzeiten. Nicht nur die Testpflicht wurde gelockert, viele Menschen sind inzwischen auch geimpft. Dazu kommt: Da die Infektionszahlen weiter fallen, sinkt nach Leiters Beobachtung die Bereitschaft der Leute, sich auch ohne Anlass sicherheitshalber testen zu lassen. Das hat Folgen: Wegen geringer Nachfrage wurde die Teststation am Toom-Baumarkt geschlossen, viele andere sind aber zumindest bis auf weiteres noch geöffnet: nicht nur in den Arztpraxen, sondern auch beim Marktkauf, am Sportpark Rems, in der Uhland-, der Palm’schen und der Gaupp’schen Apotheke. Auch Leiter will seine Testzentren erst mal nicht abbauen: „Es gibt noch immer viel Nachfrage“, erklärt er, „und wir haben ordentlich zu tun.“ Allerdings sagt er auch: „Wir planen nur noch von Woche zu Woche.“ Geht die Zeit der Schnelltests dem Ende entgegen? „Das kann ich schlecht einschätzen“, so der Apotheker. Kein Mensch wisse, wie sich die Situation im Juli mit der Reisezeit entwickeln werde. „Wir werden sehen und lassen das Angebot konstant. Wenn es nötig wird, können wir jederzeit nachjustieren.“

Weiter geöffnet bleiben auch die Test-Busse der Schorndorfer Hautärzte Christian und Sebastian Pfeifer. Pfeifers betreiben Corona-Testbusse in Schorndorf, Waiblingen und Fellbach, außerdem ein Testzentrum in Remshalden, angesiedelt bei einer Physiotherapeutin. „Wir sind so lange da, wie man uns braucht“, verspricht Pfeifer. Getestet wird weiterhin von 8 bis 20 Uhr, allerdings möglicherweise mit weniger Personal. „Wir haben zwei Leute vor Ort“, sagt Pfeifer. „Wenn wir merken, es wird nicht mehr in diesem Umfang gebraucht, testen wir mit einer Person weniger.“

Weniger Geld für die Tests und mehr Kontrollen

Nicht nur Ärzte, Apotheker und Angehörige aus medizinischen Berufen haben die Tests angeboten: Zuletzt waren auch branchenfremde Anbieter aus dem Boden geschossen – und das nicht immer zum Nutzen der Allgemeinheit, sondern manchmal vor allem zum eigenen Vorteil. Nach Betrugsvorwürfen bei der Abrechnung der kostenlosen Schnelltests soll das System reformiert werden. Unter anderem sollen die Testzentren pro Test insgesamt nicht mehr maximal 18, sondern – je nach Materialkosten – nur rund zwölf Euro abrechnen können. Zudem soll schärfer kontrolliert werden.

In den Innenräumen der Gaststätten, im Kino und Theater, in Fitnessstudios, im Hallenbad und in der Sauna und natürlich bei Besuchen im Krankenhaus und im Altenheim müssen Besucher sie noch nachweisen, die berühmten drei Gs: Wer rein will, muss zwingend geimpft, genesen oder getestet sein. Doch jetzt gibt es angesichts der sinkenden Corona-Zahlen auch ohne Testpflicht immer mehr Freiheiten. Kleider kaufen ohne Schnelltest, ein neuer Haarschnitt oder ein Nachmittag im Freibad: All das geht

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