Schorndorf

Wie Schorndorf den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an Schulen umsetzen will

Symbolbild
Fester Bestandteil des einheitlichen Angebots soll die Hausaufgabenbetreuung sein. © ALEXANDRA PALMIZI

Vor einem Dreivierteljahr hat die Bundesregierung den Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung zum Schuljahr 2026/27 beschlossen. Für Eltern bedeutet das: Sie können damit rechnen, dass ihre Kinder ab der ersten Klasse an fünf Tagen die Woche mindestens acht Stunden lang in der Schule betreut werden. Dieser Rechtsanspruch soll sogar für den Großteil der Schulferien gelten: Mehr als vier Ferienwochen darf die Ganztagesbetreuung nicht machen.

Noch ist nicht klar, in welchem finanziellen Umfang sich das Land einbringen wird, die Stadt Schorndorf geht aber davon aus, dass Baukosten mit bis zu 70 Prozent bezuschusst werden. Förderfähig sollen dabei Neu-, Um- und Erweiterungsbauten sein, die Ausstattung sowie Sanierung bestehender Infrastruktur. Um unter den ersten Antragstellern für die Förderung sein zu können, ist die Stadt frühzeitig aktiv geworden: In der jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat die Gebührensatzung und die neuen Betreuungsmodalitäten für drei Pilotschulen beschlossen.

Tägliche Buchung möglich

Damit wird zum kommenden Schuljahr die städtische Schulkindbetreuung an der Fuchshofschule, der Rainbrunnen-Schule und der Sommerrainschule Schornbach ausgebaut, um möglichst frühzeitig Erfahrungen für alle anderen Schulen sammeln zu können. Wesentliche Änderung, das führte Anja Feininger als stellvertretende Fachbereichsleiterin Schulen und Vereine im Gemeinderat aus, wird eine Vereinheitlichung der Betreuungsmodule sein sowie eine größere Flexibilität: Künftig sollen – das war bisher nicht möglich – die Module täglich nach Bedarf gebucht werden können. Und: Alleinerziehende, die bisher nicht von einer Gebührenreduzierung profitiert haben, sollen 25 Prozent weniger bezahlen.

Die Nachmittagsangebote werden, so der Plan des Fachbereichs, altersgerecht und abwechslungsreich gestaltet. Fester Bestandteil soll an allen Pilotschulen eine Hausaufgabenbetreuung sein. Darüber hinaus sind verschiedene sportliche, künstlerisch-kreative und naturnahe Aktivitäten für die Kinder geplant. Die genaue Ausgestaltung, das bestätigte Oberbürgermeister Bernd Hornikel auf mehrfache Nachfrage im Gemeinderat, wird in enger Abstimmung mit den Schulleitungen und Betreuungskräften erfolgen, um individuell auf die örtlichen und schulischen Gegebenheiten der jeweiligen Pilotschule eingehen zu können.

Für die Nachmittagsangebote sollen Kooperationen mit Vereinen und anderen Einrichtungen in Schorndorf geschlossen werden. Um den enormen Personalbedarf decken zu können, wurden bereits bestehende Stellen aufgestockt. Weitere Betreuungskräfte sind gesucht (siehe Infobox). Außerdem versucht die Stadt, Ehrenamtliche und FSJler für die Schulkindbetreuung zu bekommen. Nur im Notfall, so Feininger weiter, sollen Gruppengrößen angepasst werden.

Und noch eine Änderung ist beschlossen: Da künftig der Einsatz von deutlich mehr Betreuer/-innen koordiniert werden muss – aktuell gibt es 46 Betreuungskräfte an elf Schorndorfer Schulen –, wird eine Leitungsstruktur an allen Ganztagesgrundschulen und an den Halbtagesgrundschulen ab einer Teamgröße von fünf Betreuungskräften eingerichtet. Damit will die Stadt Schorndorf den Qualitätsansprüchen gerecht werden. Neue Stellen, versicherte Fachbereichsleiterin Feininger, müssen dafür aber nicht geschaffen werden: Aus dem bestehenden Team im Fachbereich werden Bewerbungen für die besser bezahlten Stellen erwartet.

Mensa im ehemaligen Schwimmbad

Bei den drei Pilotschulen soll es nicht bleiben: Nach dem Ausbau der Rainbrunnen-Grundschule, der Fuchshofschule und der Sommerrainschule Schornbach soll es an der Otfried-Preußler-Grundschule in Miedelsbach, der Schurwaldschule Oberberken und der Schillerschule in Haubersbronn weitergehen: Von 2024 an soll es in Miedelsbach ein Betreuungsangebot geben, in Oberberken ab 2025 und in Schornbach ab 2026. Der Bedarf ist an allen drei Schulen vorhanden – und Räumlichkeiten auch: Können in Miedelsbach und in Oberberken bestehende Räume in eine Mensa umgewandelt werden, gibt es für Haubersbronn die Überlegung, die Schillerschule von der zentralen Produktionsküche in der Leckerhalde am Schulzentrum Grauhalde beliefern zu lassen. Da es im bestehenden Speiseraum schon jetzt zu eng ist, könnte nach Ansicht der Stadtverwaltung im ehemaligen Schwimmbad ein Speiseraum eingerichtet werden.

Ob in Haubersbronn nicht eher ein ortsansässiger Anbieter zum Zug kommen könnte, diese Anfrage aus dem Ortschaftsrat brachte Grünen-Stadträtin Kirsten Katz in der Sitzung vor. Allerdings ohne Erfolg: „Wir schauen aufs große Ganze“, lautete die Antwort von Erstem Bürgermeister Thorsten Englert, der die große Küche in der Grauhalde nutzen will, um nicht zuletzt die günstigen Preise halten zu können.

Bleiben noch die Albert-Schweitzer-Schule und die Reinhold-Maier-Schule in Weiler: In beiden Schulgebäuden gibt es nach Ansicht der Stadtverwaltung genug Platz für den Ausbau eines entsprechenden Betreuungsangebots. Da die Schülerinnen und Schüler aus der Albert-Schweitzer-Schule bereits die Mensa im Burg-Gymnasium mitnutzen, kann es dort eine Schulkindbetreuung schon zum Jahr 2026 geben. Konkrete Pläne für die Reinhold-Maier-Schule gibt es angesichts fehlender Schulentwicklungszahlen noch nicht, diese sollen bei einer Erweiterung aber einkalkuliert werden.

Info

Vereine und Einzelpersonen, die sich in der städtischen Schulkindbetreuung einbringen wollen, können sich beim Fachbereich Schulen und Vereine melden: 0 71 81 / 6 02 32 11 oder E-Mail an Schulkindbetreuung@schorndorf.de.

Vor einem Dreivierteljahr hat die Bundesregierung den Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung zum Schuljahr 2026/27 beschlossen. Für Eltern bedeutet das: Sie können damit rechnen, dass ihre Kinder ab der ersten Klasse an fünf Tagen die Woche mindestens acht Stunden lang in der Schule betreut werden. Dieser Rechtsanspruch soll sogar für den Großteil der Schulferien gelten: Mehr als vier Ferienwochen darf die Ganztagesbetreuung nicht machen.

Noch ist nicht klar, in welchem finanziellen

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